APROPOS: Durchgriff

JUST 10.10.2015

Abbauen, reduzierten, einsparen, Standorte verlegen oder schließen - so langsam bekommt man im Haller Land eine Vorstellung davon, dass die Wirtschaft nicht in den Himmel wächst, dass die Unternehmen vielmehr mit spitzem Bleistift kalkulieren. Unternehmen zerlegen ihr Geschäft in kleinste Posten um zu identifizieren, was sich lohnt und was nicht. Bei Mahle lässt sich erkennen, dass das Management gnadenlos auf Effizienz getrimmt ist. Trotz hoher Gewinne wird an Standorten wie Sulzdorf oder Gaildorf hart durchgegriffen. Die Effizienz soll gesteigert werden. Das erhöht den Druck auf alle Beschäftigten. Ob ein entsprechendes Klima kluge Entscheidungen fördert, ist eine ganz andere Sache.

Explosive Stimmung herrscht bei der Waldenburger R. Stahl AG. Das Unternehmen ist in erheblicher Abhängigkeit von der Öl- und Gasindustrie. Und weil diese derzeit vor dem Hintergrund des anhaltenden Preisverfalls zurückhaltend investiert, leidet das Geschäft des Explosionsschutz-Experten. Umsätze und Gewinne gehen drastisch zurück. Was heißt das für die Dividende der Aktionäre? In diesem Jahr wurde die Ausschüttung von 1 auf 0,80 Euro zurückgenommen. Mal sehen, was bei der Hauptversammlung im Frühjahr passiert.

Junge Fachkräfte seien jungen Akademikern eine Nasenlänge voraus, sagte IHK-Vizepräsident Roland Rüdinger bei der Ehrung von Ausbildungsabsolventen. In Zeiten, in denen es viele Schulabgänger an die Hochschulen zieht, wird das Werben für die klassischen Ausbildungsberufe wichtiger. Für eine Trendwende, vor allem im Handwerk, wird es höchste Zeit.