Obersontheim Anwohner üben Kritik an geplantem Funkmast

Bürger der Siedlung Ellwanger Baum fühlen sich schon genug belastet – unter anderem durch Starkstromleitungen.
Bürger der Siedlung Ellwanger Baum fühlen sich schon genug belastet – unter anderem durch Starkstromleitungen. © Foto: Sigrid Bauer
Obersontheim / Sigrid Bauer 05.07.2018
Der Obersontheimer Rat lässt sich über Grenzwerte und Sicherheitsaspekte informieren.

Auf Einladung der Gemeinde informierte Michael Zieg von der Telekom über die Standortsuche für einen Mobilfunkmast. Da das bisherige LTE-Netz im Hauptort zwar auf der Straße funktioniere, aber nicht in Gebäuden, plant die Telekom, am Heerberg einen 30 Meter hohen Funkmast aufzustellen. Ziel sei, den Hauptort besser zu versorgen, und zwar mit Breitband. Deshalb hat die Telekom auch die von der Gemeinde vorgeschlagenen Standorte Richtung Fischachtal abgelehnt. Thema sei nicht das Telefonieren, das gehe einwandfrei.

Auf den Hinweis Harry Schwerins zur schlechten Breitbandversorgung von Markertshofen ging Zieg nicht weiter ein. „Der Standort am Heerberg ist für uns akzeptabel, wenn auch nicht ganz so gut wie der am Sportplatz“, so Zieg. Er betonte, dass mit größerer Entfernung zur Basisstation, also zum Funkmast, das Handy seine Leistung erhöhen müsse. „Das höchste magnetische Feld haben Sie also bei Benutzung des Handys. Wenn die Versorgung vom Funkmast besser ist, arbeitet das Handy mit weniger Leistung“, stellte er klar. Die Bundesnetzagentur überprüft laut Zieg jeden einzelnen Funkmast. Die dafür gültigen Grenzwerte seien von der WHO empfohlen.

Mast soll auf die andere Seite

Bürger aus der Siedlung am Ellwanger Baum wiesen in einer Unterbrechung der Sitzung darauf hin, dass sie schon genug belastet seien: mit Starkstromleitungen, dem Kompostwerk und dem Sportplatz. Ein Funkmast könnte auch auf der anderen Seite, im Osten Obersontheims, aufgestellt werden. Die Gemeinde und die Telekom sollten unbedingt weitere Standorte prüfen.

Was passieren könnte, wenn die Gemeinde der Telekom keinen Standort anbietet, wollte Gemeinderat Gerhard Schacht wissen. Dann werde die Telekom private Flächen als Standort suchen oder aber den Standort ganz aufgeben. „Grundsätzlich wollen wir mit der Gemeinde zusammenarbeiten und sind froh, dass sie uns Vorschläge gemacht hat“, so Zieg. Er unterstreicht aber auch, dass der Standort zukunftsfähig sein müsse, also den nächsten Entwicklungsschritt von LTE zu 5G ermöglichen muss.

Laut Bürgermeister Siegfried Trittner will die Gemeinde der Telekom möglichst noch einen oder zwei andere Standorte vorschlagen, die sie noch prüfen soll: „Eventuell an der Straße Richtung Markertshofen. Aber ich habe schon Bedenken, ob wir noch echte Alternativen finden. Der Gemeinderat wird dann im Herbst entscheiden, ob und welchen Standort wir zur Verfügung stellen. Sinnvoll wäre schon, einen Standort zu nehmen, der einen Kompromiss darstellt und mehrheitsfähig ist.“

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