Michelbach Ansprechpartnerin für 120 Flüchtlinge

Elsa Theißl-Fischer (rechts) in ihrem Büro in Gschlachtenbretzingen. Neben ihr die Familie, die im selben Gebäude wohnt, sowie ein Familienvater, der demnächst auch mit Frau und drei Kindern in das Haus einzieht.
Elsa Theißl-Fischer (rechts) in ihrem Büro in Gschlachtenbretzingen. Neben ihr die Familie, die im selben Gebäude wohnt, sowie ein Familienvater, der demnächst auch mit Frau und drei Kindern in das Haus einzieht. © Foto: Sigrid Bauer
Michelbach / Sigrid Bauer 06.07.2018
Elsa Theißl-Fischer von der Awo unterstützt als Integrationsmanagerin Flüchtlinge, ein selbständiges Leben zu führen.

Derzeit leben in Michelbach vier, bald fünf Flüchtlingsfamilien. Eine stammt aus Afghanistan und lebt seit Februar in Gschlachtenbretzingen in einer Wohnung der Gemeinde. Im selben Gebäude ist auch Elsa Theißl-Fischers Büro untergebracht. Ihre Aufgabe ist, die Flüchtlinge in Michelbach, egal ob sie in der Anschlussunterbringung der Gemeinden leben oder bereits selber eine Wohnung gemietet haben, dabei zu unterstützen, sich hier ein eigenes Leben aufzubauen.

„Ganz oft kommen die Leute mit Papieren zu mir in die Sprechstunde, vom Sozialamt zum Beispiel wegen der Förderung eines Kindes, vom Jobcenter, das nach Unterlagen fragt, von der Stadt Hall, weil Gebühren zu zahlen sind, oder von der Schule, weil es um die Einstufung eines Kindes geht“, zählt Theißl-Fischer auf. Besonders schwierig sei das bei Menschen, die Analphabeten sind. Es gebe aber auch Flüchtlinge, die von Ehrenamtlichen so umfassend unterstützt würden, dass sie uns kaum brauchen, sagt sie.

Zur Erstinformation über ihre Klienten ist der Kontakt zu den Sozialarbeitern, die die Flüchtlinge vorher in der Erstunterbringung betreut haben, wichtig. „Bei dieser Übergabe erfahren wir sehr viel Wichtiges über die Menschen, was ihnen und uns den Einstieg erleichtert“, so die Integrationsmanagerin.

Die meisten Mitglieder der teilweise großen Flüchtlingsfamilien in der Gemeinde Michelbach hat Theißl-Fischer inzwischen bei persönlichen Besuchen kennengelernt. „Die Menschen freuen sich über unsere Unterstützung und nehmen die Hilfe gern an, weiß Gerda Rößler, Teamleiterin der Awo-Integrationsmanager, die insgesamt für über 400 Menschen im Raum Hall zuständig sind.

Manchmal kommt es vor, dass Flüchtlinge schon von verschiedenen Seiten Hilfe bekommen. „Dann versuchen wir, alle an einem Tisch zu versammeln, um die Aufgaben sinnvoll zu verteilen“, erklärt Theißl-Fischer. Deshalb sei es für sie jetzt in der Anfangsphase auch so wichtig, mit allen Helfern, sei es aus den Freundeskreisen, aus den Kirchen oder den Vereinen, in Kontakt zu kommen, betont sie. Die Freundeskreise seien äußerst engagiert, organisierten Info-Veranstaltungen für Flüchtlinge, vermittelten Praktika in Firmen. „Wir wollen den Flüchtlingen zeigen, wo es schon Angebote für sie gibt, wollen sie mit den verschiedenen Gruppen vernetzen“, führt die Sozialarbeiterin aus.

Mit jedem erwachsenen Flüchtling erarbeitet sie einen individuellen Integrationsplan. „Wir vereinbaren Ziele für den Bereich Spracherwerb, welche Kurse besucht werden sollen, aber auch wie die Menschen Sprachpraxis erwerben können. Hier sind sie ganz besonders auf Kontakte mit Deutschen angewiesen“, unterstreicht Theißl-Fischer. Dann gehe es um die Themen Ausbildung, Arbeit, Stellensuche, Wohnungssuche. Wichtig seien auch der Bereich Gesundheit, etwa regelmäßige Untersuchungen der Kinder, und das breite Feld der Freizeitgestaltung. „Ziel ist, dass die Menschen in unserer Gesellschaft zurechtkommen und mehr und mehr für sich selber Verantwortung übernehmen“, stellt sie klar.

Die Awo betreut mit fünf Integrationsmanagern

Rund 120 Erwachsene und Kinder, die nach 2014 als Flüchtlinge in den Kreis Hall kamen, betreut die Awo-Mitarbeiterin Elsa Theißl-Fischer. Außer für Michelbach ist sie für Gelbingen und Hall-Mitte zuständig. Sprechzeit in ihrem Michelbacher Büro in der Industriestraße 14 in Gschlachtenbretzingen ist mittwochs von 16 bis 18 Uhr. Sie ist per E-Mail an elsa.theissl-fischer@awo-sha.de zu erreichen.

Vier weitere Awo-Mitarbeiter betreuen im Auftrag der Verwaltungsgemeinschaft Schwäbisch Hall-Michelbach-Michelfeld-Rosengarten Flüchtlinge. Für die Flüchtlinge, die in den Landkreisgemeinden leben, sind Integrationsmanager des Haller Landratsamts zuständig.

Das Land fördert das Integrationsmanagement für zwei Jahre mit je 58 Millionen Euro. Die Gemeinden beteiligen sich an der Finanzierung. siba

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