Wegen hygienischer Mängel in seinem Betrieb hat das Haller Amtsgericht einen Haller Pizzabäcker zu einer Geldstrafe verurteilt. Kontrolleure fanden im Juni 2018 Verschimmeltes im Kühlschrank seiner Restaurant-Küche. Das Schwäbisch Haller Amtsgericht nahm den Fall jetzt noch einmal unter die Lupe.

Am 13. Juni besuchten Lebensmittelkontrolleure des Haller Landratsamts die Räume einer Haller Pizzeria. Den Inhaber kennen sie schon lange. Früher sehr erfolgreich, geriet er vor einigen Jahren in eine finanzielle Schieflage. Inzwischen hat er das damals überprüfte kleine Restaurant aufgegeben.

Bei ihrer sommerlichen Kontrolle protokollierten die Beamten eine dreifache Beanstandung: Schimmel auf gegarten Tortellini im Kühlschrank, Schimmel an einer benutzten Käsereibe und eine Packung Hinterkochschinken mit einem mehr als zwei Wochen abgelaufenen Haltbarkeitsdatum. Die Folge: eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen lebensmittelrechtliche Vorschriften.

Der Pizzabäcker, der ohne Verteidiger erschienen ist, kann angesichts dieser Vorwürfe wenig einwenden. Er erklärt, dass zum Zeitpunkt der Kontrolle eine Mitarbeiterin wegen Krankheit ausgefallen sei: „Da bin ich ganz alleine dagestanden.“

Bäcker hat überschaubares Einkommen

Der erfahrene Bäcker ist auch heute noch mit einem eigenen Betrieb als Gastronom tätig. Vor Gericht beklagt er den Personalmangel und die schwierige Konkurrenzsituation in Schwäbisch Hall. „Jede Bäckerei, jeder Türke verkauft heute Pizza“, sagt er. Er hoffe auf bessere Umsätze „ab Mai, wenn es wärmer ist“.

Da bei der Verhängung einer Geldstrafe die finanzielle Situation eines Angeklagten eine Rolle spielt, ist das überschaubare Einkommen des Mannes in diesem Fall von Vorteil. Richter Jens Brunkhorst verhängt eine Geldstrafe von 35 Tagessätzen mit einem einzelnen Tagessatz von nur 15 Euro, also 525 Euro. Ob er die Strafe annimmt, lässt der Pizzabäcker offen, bevor er den Gerichtssaal mit einem freundlichen Gruß verlässt.

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