Schwäbisch Hall Das Diak zieht ins neue Bettenhaus ein

Schwäbisch Hall / Marcus Haas 04.07.2018
Seit dem Wochenende läuft der Umzug ins neue Bettenhaus. 336 Betten können insgesamt belegt werden. 500 Beschäftigte werden dort arbeiten.

Das neue Bettenhaus wurde am 19. Juni nach rund drei Jahren Bauzeit mit 200 Gästen feierlich eingeweiht. Damit steht der erste Bauabschnitt. Am Wochenende sind die ersten 170 Patienten aus dem Diak-Hochbau eingezogen.

„Zu ihnen gehörte auch Gertrud Schiefer aus Mainhardt mit 102 Jahren. Der allererste Patient, der das neue Gebäude bezog, war Karl Horlacher aus Vellberg. Beide Patienten freuen sich über die modernen, freundlichen und funktionellen Zimmer, mit Toilette, Waschtisch und Dusche“, informiert Pressesprecherin Manuela Giesel.

Nicht alle Bereiche sind gleichzeitig fertig geworden, deshalb ziehen manche medizinische Abteilungen im Verlauf der ersten Juliwoche um. 336 Betten stehen zur Verfügung. Am Ende der Woche werden 270 Patienten aus dem Waldhaus und aus dem Hochhaus eingezogen sein.

Rund 500 Beschäftigte aus dem Klinikbereich arbeiten im neuen Bettenhaus. Die Vorgehensweise ist auf den in der Planung befindlichen zweiten Bauabschnitt ausgerichtet – das bestehende Waldhaus wird bis Ende 2018 geräumt, damit es bis 2020 generalsaniert werden kann. Ziel: Die Gesamtkosten für den zweiten Bauabschnitt sollen unter 90 Millionen Euro bleiben, ein Förderantrag soll noch im Herbst beim Land gestellt werden.

In die erste Etage des Hochhauses zieht übergangsweise unter anderem die gynäkologische Abteilung. Im sanierten Waldhaus werden Pflegestationen und Funktionsflächen sein, die gebraucht werden, wenn das Hochhaus Anfang der 2020er-Jahre abgerissen und der eigentliche zweite Bauabschnitt zwischen Bettenhaus und Waldhaus entsteht. Darin wird beispielsweise die neue Intensivstation und eine neue Entbindungsabteilung mit modernen Kreißsälen untergebracht. Ziel: 2025 steht ein völlig neues, modernes Klinikum auf dem Diakgelände.

Apotheke zum Schluss

„Die größten Nutznießer des Neubaus sind unsere Patienten“, erklärt Diakchef Michael Kilb. „Und die Pflegekräfte“, ergänzt Pflegedirektorin Dorothea Lehmann. Seit Monaten hat sie den Umzug mit ihren Mitarbeiterinnen geplant. Küche und Cafeteria sollen am nächsten Wochenende in Betrieb gehen. Für Ende Juli ist der Umzug des Labors im laufenden Betrieb geplant. Zuletzt folgt die Apotheke, die den Betrieb im September vervollständigt.

Am 15. September lädt das Diak zu einem Tag der offenen Tür ein. Von 11 bis 18 Uhr sind die Bürger ins neue Bettenhaus eingeladen, um sich selbst ein Bild von Untersuchungsräumen und Patientenzimmern zu machen. Die Besucher erwartet ein Mix aus Information und Unterhaltung mit medizinischen Vorträgen und einigen Mitmach-Aktionen.

Historikerin Dr. Heike Krause erläutert Geschichte des Hochhauses

Auf den ersten Bauabschnitt folgt der zweite. Das Hochhaus wird voraussichtlich Anfang der 2020er-­Jahre nicht mehr gebraucht und abgerissen, wenn alles nach Plan läuft. „In den späten 1920er-Jahren zeigte sich immer deutlicher, dass die bestehenden Krankenhäuser den Anforderungen der Zeit nicht mehr genügten. Platzmangel und veraltete Einrichtungen veranlassten den Verwaltungsrat des Diaks, am 9. Juli 1928 den Neubau eines Krankenhauses mit 250 Betten und angeschlossenem Badhaus zu beschließen“, schreibt Dr. Heike Krause, die in der Geschichte des Diak-Hochhauses recherchiert hat.

Warum wurde ein Hochhaus gebaut? Die Krankenzimmer mussten wegen bestehender Vorschriften nach Süden ausgerichtet werden – aufgrund der Beschaffenheit des Geländes konnte das nur ein Hochhaus sein. Am 10. September 1930 begannen die Aushubarbeiten für das neue Krankenhochhaus; ein Jahr später, am 2. September 1931, folgte die Grundsteinlegung. Die Kosten schnellten in die Höhe und der damalige Amtsleiter Pfarrer Wilhelm Breuning bat um einen Staatszuschuss. Im Januar 1936 stimmte der Reichsminister der Finanzen zu und gab eine Bürgschaft des Landes – nicht, ohne Bedingungen zu stellen, beispielsweise mussten NS-Schwestern in der Krankenpflegeschule ausgebildet werden. Die Gesamtkosten betrugen rund 6,3 Millionen Mark. „Eine offizielle Einweihungsfeier fand nie statt – man wollte im Diak eine parteipolitische Veranstaltung vermeiden“, macht Historikerin Heike Krause deutlich.

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