Schwäbisch Hall / TRAUGOTT HASCHER  Uhr
Zwei von drei Häusern des Sonnenhofs sind am Standort Sudetenweg planmäßig gebaut worden – anstelle des Buchenhauses, das weichen musste. Die größeren Räume bieten den Bewohnern mehr Freiheiten.
Ronja bewohnt ein helles Zimmer, seit nunmehr über vier Monaten: Im Juli war der Umzug vom alten, mittlerweile nicht mehr existierenden Buchenhaus in das neu entstandene Gebäude Sudetenweg 88 A. In ihrem Zimmer hat sie bereits einen Lieblingsplatz gefunden. Unmittelbar vor einem breiten, bis auf den Zimmerboden herabreichenden Fenster, das zugleich eine Terrassentüre ist, sitzt sie entspannt auf dem Boden. Beinahe meditativ. Allein zwei rote Kisten mit Spielsachen hat sie vor sich stehen. Links steht in greifbarer Nähe ein CD-Player. Sie beobachtet, was draußen geschieht. Im Moment will sie weder spielen noch Musik hören. Mal blickt sie zu den Schafen. Mal zu den Pferden der Reittherapie. Fußgänger und vorbeirauschende Kettcarfahrer geraten ebenfalls für kurze Zeit in ihr Blickfeld.

In Ronjas Gesicht ist währenddessen ein Lächeln zu bemerken. Die Heilerziehungspflegerin Diana Gerdes spürt in solchen Augenblicken deren Entspanntheit: „Ronja kann viel mit sich selbst anfangen. Ich merke ihr an, sie fühlt sich sehr wohl.“ Die Fachkraft erinnert sich freilich auch an die Veränderungen, die durch den Umzug notwendig geworden waren: „Am Anfang war es schon drastisch. Eine große Herausforderung für das Team. Mittlerweile hat aber alles seinen Ort gefunden“, erzählt sie. Parallel zum Haus Sudetenweg 88 A steht das architektonisch gleiche Haus mit der Bezeichnung 88 C. Dort wohnt Axel. Den ganzen Raum nimmt er in Anspruch. Den gibt es – wie im Nachbargebäude – auch reichlich. Mit seinem Rollstuhl befährt er einen weiten Teil des Gebäudes.

Auch er stellt sich gerne in die Nähe eines bodentiefen Fensters. Er scheint dann nachzudenken, um auf einmal in sein Zimmer zu fahren. Im Gegensatz zum alten Buchenhaus führt der Jugendliche anschaulich vor Augen, dass durch die neue Architektur die Kontakte zueinander intensiver geworden sind. Gleichzeitig spiegelt er wie Ronja wider, dass die lichtdurchfluteten Räume Wohlbehagen auslösen. Daniel Frank ist wie Diana Gerdes Heilerziehungspfleger. 2007 haben sie gemeinsam den Abschluss an der Fachschule geschafft. Die Offenheit und auch die größere Übersichtlichkeit der neuen Räume mache sich bei Axel deutlich bemerkbar, berichtet Frank. Nachts schlafe er viel besser als zuvor. Daniel Frank ist sich sicher: „Die neuen Gebäude geben den Bewohnern mehr Freiheiten.“ Die „Tour de Sudetenweg 88“ geht in baulicher Hinsicht indes weiter. Bauleute sind dabei, Haus Sudetenweg B zu errichten. Im Frühjahr soll es dann fertiggestellt sein. A und C jedenfalls machen Vorfreude auf B.

Info Autor Traugott Hascher ist Pressesprecher des Sonnenhofs.