Schwäbisch Hall Alte Tourist-Info könnte Tagesbar werden

Das Erdgeschoss der alten Tourist-Info am Hafenmarkt steht leer.
Das Erdgeschoss der alten Tourist-Info am Hafenmarkt steht leer. © Foto: Foto: tob
Schwäbisch Hall / Tobias Würth 01.03.2018
Die Stadtverwaltung will Freilichtspielgäste auf der Fläche vor dem Fischbrunnen bewirten. Die Stadträte haben aber die 300.000 Euro für den Umbau des Gebäudes am Marktplatz gestrichen.

Wer die Tür zur alten Tourist-Info am Marktplatz öffnet, der trifft auf einen Leerstand. Hinter einer Glaswand sind die Arbeitstische noch zu sehen. Doch seit der Eröffnung der neuen Tourist-Info am Hafenmarkt im November werden am alten Standort weder Konzertkarten noch Stadtpläne oder Haalgeist-Figuren verkauft.

Wenn es nach den Wünschen von Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim ginge, würde dort ein Gastrobetrieb entstehen. „Kein Café oder ein großes Restaurant, sondern eine Tagesbar“, gibt er bei den Haushaltsberatungen Ende des vergangenen Jahres zu Protokoll. Dieses Bistro könnte eine Fläche von rund 80 Quadratmetern im Erdgeschoss belegen. Bei Freilichtspiele-Aufführungen würden Besucher auf dem Platz am Fischbrunnen bewirtet. Das war bislang nicht möglich.

Bisher musste der Kartenverkauf am Marktplatz auch für abendliche Besucher zugänglich sein, bevor sie die Kontrolleure am Eingang passieren. Mit der Verlegung der Tourist-Info an den Hafenmarkt findet auch die Abendkasse dort einen neuen Standort. Das eröffnet Chancen. Der Vorhang, der den Theaterbereich absperrt, kann versetzt werden: In den Bereich zwischen der Figur „Mann im November“ und der Toilettenanlage. Der Vorteil: Die Fläche vor dem Brunnen liegt dann innerhalb des Zuschauerraums. Es entsteht mehr Platz für den Ausschank von Getränken und den Verkauf von Häppchen. Das erfolgt bisher aus einer kleinen Holzhütte heraus.

Der andere Teil der Räume der alten Tourist-Info würde zu einer Art Spülküche umfunktioniert. Die könnte als Anlaufstelle bei Festen auf dem Marktplatz dienen und würde rund 30 Quadratmeter einnehmen. So könnten beispielsweise die Glühweintassen beim Weihnachtsmakt dort gereinigt werden. Der Umbau könnte 300.000 Euro kosten.

Doch die Fraktionen haben diese Pläne der Stadtverwaltung bei den Haushaltsabstimmungen Ende 2017 abgelehnt. „Es ist noch nicht absehbar, wie die Räumlichkeiten genutzt werden. Deshalb ist es auch nicht sinnvoll, bereits jetzt einen Betrag für konkrete Umbaumaßnahmen einzusetzen, wie zum Beispiel Küche oder ­Toiletten“, argumentierte die SPD-Fraktion. Die CDU plädierte in einem Antrag dafür, „den derzeitigen Stand der Immobilie“ zu nutzen und lehnte ebenfalls das Geld für den Umbau ab.

Pelgrim hielt damals dagegen: „Gar keine Mittel bereitzustellen wäre Leerstand in einer 1-A-Lage.“ Er verspricht sich Mehreinnahmen aus der Bewirtung, die für die Freilichtspiele auch nötig seien: Man müsse versuchen im Jahr 2019 das aufzuholen, was man im Jahr 2017 und 2018 verliere. Denn die beiden Spielzeiten ohne Globe-Theater reißen ein Loch in die Kasse.

Bei den Haushaltsverhandlungen sind die Fraktionen angehalten, für Ausgabenideen auf der einen Seite Sparvorschläge auf der anderen Seite zu machen. Und dabei stand der Ausbau der alten Tourist-Info bei CDU und SPD auf der Streichliste.

Zwischenlösung in diesem Jahr

Am Ende ist ein Kompromiss herausgekommen, der einstimmig angenommen wurde: „Für die Sanierung des Objektes ,Am Markt 9’ werden im Jahr 2018 Haushaltsmittel in Höhe von 50.000 Euro aufgenommen. Ein künftiges Nutzungskonzept ist vor Bewirtschaftung der Haushaltsmittel dem Gemeinderat vorzustellen.“ Liegt ein Konzept vor, werde über eine Refinanzierung mit Mieteinnahmen und eine außerplanmäßige Mittelbereitstellung gesprochen.

„In diesem Jahr ist interimsweise eine Bewirtung der Freilichtspiele geplant“,  teilt Franziska Hof, Pressesprecherin der Stadtverwaltung auf Nachfrage mit. „Hierzu sowie zu einer weiteren Nutzung laufen gerade Gespräche vor Ort. So lange die Finanzierung nicht geregelt ist, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in eine konkrete Planung einsteigen.“ Pelgrim sagte dazu kürzlich: „Wir werden sehen, wie es angenommen wird. Danach machen wir weitere Nutzungsvorschläge.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel