Schwäbisch Hall Neue Ränge für das Globe

Ein riesiger Holzverbundbalken schwebt ein. Die Zimmerer der Firma Scheu passen ihn exakt an die dafür vorgesehene Stelle ein. Die Böden und Rückseiten der Ränge werden derzeit montiert. 
Ein riesiger Holzverbundbalken schwebt ein. Die Zimmerer der Firma Scheu passen ihn exakt an die dafür vorgesehene Stelle ein. Die Böden und Rückseiten der Ränge werden derzeit montiert.  © Foto: Tobias Würth
Schwäbisch Hall / Tobias Würth 09.03.2018
Bauarbeiten schreiten voran: Nachdem die 1,3 Tonnen schweren Holzteile für die Sitzebenen montiert sind, kann nun das Dach aufgebaut werden.

Zimmerermeister Hans Bernlöhr jagt die rund 30 Zentimeter lange Tellerkopfschraube ins Holz. Der Akkuschrauber rattert, die Befestigung frisst sich noch einige Millimeter in den verleimten Balken. Der Zimmerer und seine Kollegen von der Holzbaufirma Scheu aus Obersontheim schrauben sich bis auf den obersten Rang hoch.

Mit Befestigungstechnik der Firma Würth  – mit regionalen Produkten, wenn man so will – installieren sie die oberen Ebenen des Theaterbaus.

„Noch drei Holzteile für die Ränge fehlen“, sagt Hans Bern­löhr. Noch vor dem Wochenende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein: Alle Ränge hängen dann auf den Metallträgern.

„Genagelt wird hier gar nichts mehr“, beschreibt Hans Bernlöhr den technologischen Wandel in seinem alten Handwerksberuf. Die modernen Schrauben seien so stabil, dass keiner der Nägel, die über Jahrzehnte mit dem Beruf des Zimmerers verbunden waren, mithalten könnte.

Doch viel Zeit zum Reden bleibt den Handwerkern nicht. Schon schwebt das nächste Brettschichtholz (früher Leimbinder genannt) ein. Die Teile wiegen 1,3 Tonnen, sind 10,37 Meter lang. Sie dienen als Rückwände und Boden der oberen Ränge. Das Knifflige daran: Die schweren Holzkonstruktionen wurden exakt den Rundungen des Theaterbaus angepasst. An einer Stelle sieht man eine kleine Lücke, in die man den Daumen stecken kann. Doch das sei kein Problem: Die Maßvorgaben wurden eingehalten. Ein wenig können das die Zimmerer ausgleichen, indem sie das Holz an die Krümmung des Betons anpassen. Man muss die Schrauben eben fest genug anziehen. Wolfgang Pfeil bedient unten am Boden den großen Kran und hört auf die Rufe seiner Kollegen oben auf dem Bauwerk: „Zurück, weiter, passt.“

Arbeiten gehen voran

„Seit Wochenbeginn wird im Neuen Globe die Holzkonstruktion für den Zuschauerrang installiert. Dabei ist ein Kran im Einsatz, um die schweren Bauteile in das Innere des Gebäudes zu befördern“, teilt die Stadtverwaltung auf Nachfrage über den derzeitigen Baufortschritt mit. „Von den abgestuften Ebenen des frei in den Zuschauerraum ragenden Ranges werden 126 der insgesamt 371 Sitzplätze gute Sicht auf alle drei Spielbühnen bieten.“

Im weiteren Verlauf sollen Mitte bis Ende März die Fassadenstützen angebracht werden, die als Auflage für die Dachträger dienen. Dem Bauzeitenplan zufolge würden – aller Voraussicht nach Ende März bis Anfang April – die Innengerüste für das Dach und den Innenausbau errichtet, sodass ab Mitte April die Dachträger eingebaut werden können.

„Danach dauert es rund vier Wochen bis das Dach komplett abgedichtet ist. Dabei bleibt eine innere Öffnung für das mobile Dach erhalten, das zu einem späteren Zeitpunkt eingebaut wird“, schreibt Franziska Hof, Pressesprecherin der Stadtverwaltung.

Die Öffnung oben in der Kuppel beträgt 9,5 Meter im Querschnitt. Sie kann durch transparente „Folienkissen“ verschlossen werden. Beim Vorgängerbau regnete es manchmal auf Schauspieler und Zuschauer in den ersten Reihen. Das soll nun verhindert werden, ohne bei gutem Wetter auf den Freilicht-Effekt zu verzichten.

Im Untergeschoss des Gebäudes waren zuletzt Elektriker, Lüftungsbauer und Heizungsbauer aktiv. Sie haben die Installationen vorbereitet, die das Theater mit Strom, Frischluft und Wärme versorgen.

Wetter muss mitspielen

Fast zehn Mal wurde die provisorische Furt, die zur Baustelle führt, seit dem Start vor einem Jahr überflutet und teilweise weggespült. „Das sieht dramatischer aus, als es ist“, betonte zuletzt Hochbauamtsleiter Dieter Koch. Nur einmal wurden dabei die großen Steine verschoben. Die anderen Male konnte der Schaden mit zwei Lastwagenladungen Kies behoben werden. Das sei günstiger, als eine größere Brücke zu bauen, argumentiert Koch. Die Verantwortlichen für den Bau hofften natürlich nun, dass die wasserreiche Winterperiode vorbei sei und ein freundliches Frühjahr keine weiteren Überschwemmungen mit sich bringe, damit die Bauarbeiten schnell vorangehen.

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Text sdf

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