Heilkunst Alles im Gleichgewicht

Am Stand des Santulan-Kurzentrums aus Pfedelbach-Gleichen beraten Claudia Lang (links) und Ursula Tschautscher.
Am Stand des Santulan-Kurzentrums aus Pfedelbach-Gleichen beraten Claudia Lang (links) und Ursula Tschautscher. © Foto: Sonja Alexa Schmitz
Schwäbisch Hall / Sonja Alexa Schmitz 02.10.2018
Im Haus der Bildung dreht sich am vergangenen Samstag alles um Ayurveda. Rund 90 Besucher folgen Vorträgen und besuchen Infostände.

Viele Interessierte kommen am Samstagmorgen in den dritten Stock ins Haus der Bildung, nehmen sich einen Chai (Tee) vom Büfett und haben einen kompletten Tag mit dem Schwerpunktthema Ayurveda vor sich. Eingeladen hat dazu die Volkshochschule in Zusammenarbeit mit dem Indischen Generalkonsulat München, dem Santulan-Kurzentrum für Ayurveda in Pfedelbach-Gleichen, dem Indian Forum in Hall und der Arbeitsgemeinschaft für gesunde Lebensweise.

In der Mitte angekommen

Ursula Tschautscher steht hinter dem Stand des Santulan-Zentrums und informiert Besucher. Seit 13 Jahren beschäftigt sie sich mit Ayurveda und hat beobachtet, dass sich etwas verändert hat: Ayurveda und Yoga seien in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Jeder könne es sich leisten. Zu Beginn seien nur Frauen zu den Kuren erschienen, mittlerweile seien die Gruppen gemischt, so Tschautscher. Ayurveda helfe vor allem Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Der Vormittag beginnt mit „Seiner Exzellenz“. Der indische Generalkonsul Sugandh Rajaram aus München tritt hinter das Mikrofon. Er spricht englisch, sehr langsam und sehr leidenschaftlich. Die Gäste im Raum hören ehrfürchtig zu.

Rajaram betont die Bedeutung, sich zurück auf die Natur zu besinnen. Menschen sollten im Einklang sein, das Innen mit dem Außen. Es gehe nicht nur um die physische Fitness, auch Geist und Seele müssten in Form sein. Ayurveda beschränke sich nicht nur auf den Menschen und seine Gesundheit, sondern auch auf seinen Umgang mit der Natur. Nachhaltigkeit ist schon lange ein Thema in Indien.

Sanjay També, Mitbegründer der Santulan-Zentren Deutschlands, bezeichnet sich selbst als „Versuchskaninchen“ seiner Eltern. Sein Vater ist der in der Szene bekannte Shriguru Balaji També, der am 4. Oktober mit „Mantras for Happiness“ in der Haller Hospitalkirche zu erleben ist. „Ayu heißt Leben und Veda Wissen“, klärt Sanjay També seine Zuhörer auf. „Das Wissen vom Leben also.“ Das Universum bestehe aus fünf Elementen: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther (Raum). Diese Elemente fänden sich auch im Menschen wieder. Das Wesentliche der indischen Heilslehre sei, diese Elemente im Gleichklang zu halten.

Voraussetzung dafür ist laut També, in den Körper hineinzuspüren. Das praktiziert er sogleich eine Minute lang mit dem Publikum, indem diese Zeigefinger und Daumen zusammenlegen und den Puls darin fühlen sollen.

Auch der Nachfolgeredner Sebastian Elab Elapunkal lässt seine Zuhörer nicht einfach zuhören. Nach seiner Begrüßung „Namasté“ fordert er auf, sich gerade hinzusetzen. Er singt ein wohlklingendes Mantra, dass mit dreimal Shanti (Frieden) endet.

Schwer zu folgender Akzent

Seinem Englisch mit indischem Akzent zu folgen, fällt vielen nicht leicht. Elapunkal spricht über die drei Typen Vata, Pitta und Kapha, ihre Eigenschaften und Anforderungen. Für viele der Anwesenden längst bekannt, für Neulinge schwer zu verfolgen.

Rudolf Bühler und seine Gattin, gekleidet in einen gelben Sari, sitzen in der ersten Reihe. Zweimal jährlich reist der Chef der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Hall nach Indien. „Ich bin begeistert von der indischen Kultur“, erzählt er. Yoga praktiziere er auch.

Mittags geht es ins Indian Forum in die Gelbinger Gasse. Rudolf Bühler lädt zum Mittagessen ein. Mit einer Stunde Verzögerung beginnt das Nachmittagsprogramm. Brigitte Gary von der Volkshochschule moderiert gut gelaunt den Tag. Sie freut sich über viele neue Gesichter an ihrem letzten Arbeitstag als Fachbereichsleiterin. „Schöner könnte er doch nicht sein, oder?“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel