Freilandmuseum Wackershofen: Äpfel, Nuss und Mandelkern

Wackershofen / Maya Peters 24.11.2016
Der vorweihnachtliche Markt und das Adventskranzbinden in Wackershofen ziehen am Wochenende 7500 Besucher an.

Was riecht denn hier so lecker?“, fragt der vierjährige Lennart und schaut sich suchend um. Süßer Mandelduft mischt sich mit Holzrauch vom Maroni-Mann und dem fruchtigen Punschgeruch am vorweihnachtlichen Markt im Freilandmuseum Wackershofen.

Deutlich mehr Buden im Museumsdorf und damit auch mehr Aussteller als in den Vorjahren machen den Markt noch attraktiver. Die Verkäufer handgearbeiteter Schätze wechseln regelmäßig, zudem meide man Dopplungen, erklärt Sonja Schmidt vom Freilandmuseum den wachsenden Erfolg des Markts.

Drinnen, in der Scheune aus Bühlerzimmern, funkelt und glitzert es, und die braunen Papiertüten, die jeder am Eingang erhalten hat, füllen sich zusehends. Jede Fläche bis ins hinterste Eck ist mit Ständen belegt. Es gibt alles, was das Herz begehrt: Gefilztes, Gestricktes, Gehäkeltes, Kulinarisches wie Apfelbrot, Plätzchen oder Gelees sowie Schmuck, Weihnachtsdekorationen, Praktisches wie Springerleformen oder Holzbretter.

„Das ist alles nur mein Hobby“, weist Marc Heidler mit einer großzügigen Armbewegung hinter sich. Er bietet in der Scheune filigrane Laubsägearbeiten wie Sterne, Weihnachtsanhänger und Lichterbögen an. Sie erinnern an traditionelles Handwerk aus dem Erzgebirge. Seine Oma Gisela Schwind unterstützt ihn beim Verkauf.

Zuckerreduzierte Mandeln

„Jetzt kommt die Sonne auch zu uns“, freut sich draußen der Aussteller Stefan Würzt. Am Vortag ging es noch darum, die Bude mit Planen wasserfest zu machen. Der Sattler verkauft Gürtel, Beutel und andere Kleinigkeiten aus Leder und gehört zu den „Handwerkern“ im Museum.

Roland Kugler aus Wernau preist seine zuckerreduzierten Mandeln an. „Ein Teil Wasser, zwei Teile Zucker und vier Teile Mandeln“, das sei sein Traditionsrezept. Die Nüsse werden frisch im Kupferkessel gebrannt. Bisher habe er nur auf dem Adventsmarkt der Waldorfschule seiner Kinder die süßen Knabbereien angeboten. Den Flyer zum Vorweihnachtlichen Markt habe er beim Backofenfest mitgenommen. „Eigentlich wollten wir als Besucher kommen“, schmunzelt er. Doch dann sei er auf die Idee gekommen, anzufragen, ob sie nicht selbst verkaufen dürften. „Wir sind nun das erste Mal hier“, freut er sich über die Zusage und die netten Begegnungen mit den Leuten. „Gebrannte Mandeln, wollen Sie mal probieren?“ ruft er den Vorübergehenden zu. „Mmh, lecker“, kommentiert ein Kunde und nimmt ein Tütchen mit.

„Bisher gefällt es mir sehr gut“, schwärmt Renate Bruhse aus Gschwend. Sie ist das erste Mal als Besucherin auf dem vorweihnachtlichen Markt und folgt neugierig den Beschilderungen zum „Adventskranzbinden“. Sie wolle nur mal gucken, erklärt Bruhse. Drinnen ist es gegen Mittag gut gefüllt, draußen im Hof werden bereits weitere Tische und Bänke aufgestellt. Frank Mugler, langjähriger Stammgast unter den Adventskranzbindern, macht gerade einen Rohling, den Kranz binde anschließend seine Tochter fertig. Danach kommt der zweite fürs Wohnzimmer dran. „Meiner ist stets der größte von allen“, erzählt der 46-Jährige lachend.

Die ehrenamtliche Helferin Annette Simon windet Weidenruten zum Ring und umwickelt diese dann mit Heu. „Die Materialien kommen alle vom Museum“, berichtet sie und fügt lächelnd hinzu: „Nun sind bei uns die Weidenbäume kahl.“ Die unterschiedlich großen Grundgerüste werden dann von den Besuchern mit dem bereitgestellten Grün gesteckt. Bezahlt wird je nach Durchmesser.

Yvonne Wendt-Scharpf aus Hall ist zum dritten Mal auf dem Markt. Sie grübelt mit ihren Töchtern Mia (12) und Lenja (10) bereits über die Dekoration des fertigen Kranzes. „Noch etwas Wacholder, goldene Locken und das Rentier, dann sieht er gut aus“, beschließen sie. Die Dekoration haben sie von daheim mitgebracht. „Später schlendern wir noch über den Markt.“

Die meisten kommen am milden Sonntag

Am Samstag regnete es – es kamen nur 1500 Menschen zum vorweihnachtlichen Markt. Sonntags war es mild und trocken. Rund 6000 Besucher kamen auf das Gelände des Freilandmuseums.