Apropos Abwarten und verpacken

Heribert Lohr Leiter Verlagsprodukte
Heribert Lohr Leiter Verlagsprodukte © Foto: Vorname Nachname
Heribert Lohr 30.06.2018

Seit den 50er-Jahren werden vor den nördlichen Toren von Crailsheim Verpackungsmaschinen gebaut. Und das wird auch nach dem Abschied von Bosch aus der Verpackungstechnik so bleiben.

Keine Frage, Mitarbeiter eines so angesehenen Großkonzerns zu sein, hat etwas Beruhigendes, vermittelt gleichsam wirtschaftliche Sicherheit wie Renommee. Doch hier werden keine Menschen verkauft, sondern eine Firma. Und Bosch verkauft nicht an den Nächstbesten. Die Verpackungstechnik macht 1,3 Milliarden Umsatz und verdient dabei gutes Geld. Wer eine solche Perle erwerben will, braucht neben der entsprechenden Finanzkraft auch ein klares, durchdachtes unternehmerisches Konzept – sonst wird sich die Bosch-Spitze das Angebot nicht einmal anhören.

Der Rückzug des Vorzeigeunternehmens aus diesem Geschäftsfeld eröffnet auch neue Chancen, denn es hat an diesem sehr speziellen Markt mit seinen Kleinserien und hohen qualitativen Anforderungen durchaus seine Vorteile, sich nicht ständig an den Vorgaben und Strukturen eines Großunternehmens ausrichten zu müssen.  Gerade auch die Wettbewerber im Landkreis Schwäbisch Hall, die direkt aus Bosch oder seinen Vorgängerfirmen hervorgingen, sind dafür das beste Beispiel. Auch für Crailsheim muss der Verkauf kein Nachteil sein.  Bosch war und ist ein Stuttgarter Unternehmen und Hohenlohe oft weit weg. Ein Mehr an Nähe würde nicht schaden.

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