Diak Abreiss auf Diak-Gelände: Die letzten Tage des Badhauses

Diesen Anblick gibt es bald nicht mehr: Das Badhaus auf dem Diak-Gelände wird seit gestern abgerissen, an der Stelle entsteht ein Neubau. An dem rechten roten Kran ist vorgestern der lange Ausleger montiert werden, damit die Schaufel hoch nach oben und weit nach hinten bewegt werden kann.
Diesen Anblick gibt es bald nicht mehr: Das Badhaus auf dem Diak-Gelände wird seit gestern abgerissen, an der Stelle entsteht ein Neubau. An dem rechten roten Kran ist vorgestern der lange Ausleger montiert werden, damit die Schaufel hoch nach oben und weit nach hinten bewegt werden kann. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / WOLF-DIETER RETZBACH 23.07.2014
84 Jahre Historie sind bald Geschichte: Das 1931 erbaute Badhaus auf dem Gelände des Diakonie-Klinikums wird seit gestern für den Neubau abgerissen. Mitte August soll das Haus verschwunden sein.

In einem Besprechungsraum im Robert-Dürr-Haus des Diakonie-Klinikums hängen viele Pläne und Skizzen zum Diak-Neubau. Auf einem Plan sind die Namen der Gebäude auf dem Gelände eingezeichnet - Luise-Gehring-Haus, Krankenpflegeschule, Feierabend-, Pfarr- und Mutterhaus, Wohnheim und das 1886 errichtete Stammhaus, das älteste Gebäude auf dem Areal.

Zwei Namen können von dem Plan bald gestrichen werden. Das Badhaus wird seit gestern abgerissen, frühestens ab 30. Juli passiert das auch mit dem Kapellensaal. Damit werden insgesamt knapp 200 Jahre Geschichte zerstört. Das langgestreckte Badhaus neben dem Hochhaus wurde 1931 errichtet, der Kapellensaal im Jahr 1902.

Ein abmontierter feuerroter Ausleger eines Baggers, der auf einem Weg oberhalb des Wohnheims aufgebockt ist - das ist das Symbol dafür, dass dem Badhaus die letzte Stunde geschlagen hat. Denn dieser derzeit funktionslose Ausleger ist durch einen größeren ersetzt worden. Weil das Badhaus ein hohes Gebäude ist, benötigt der Bagger diesen längeren, fast schon gewaltigen Ausleger, damit er sich Stück für Stück, hoch nach oben und weit nach hinten, durch den Bau arbeiten kann. Am Montag ist der große Ausleger an den Bagger montiert worden, gestern grub sich seine Schaufel zum ersten Mal in das historische Gebäude. "Bis 16. August soll das Badhaus abgerissen sein", sagt Jana Allmendinger. Die Bauingenieurin ist eine von sieben Mitarbeitern der Diak-Bauabteilung. Sie haben auf dem großen Gelände ständig Arbeit, die kommende Jahren aber werden besonders spannend. "Wir haben gut zu tun", blickt Allmendinger auf die Zeit bis Ende 2017 voraus - dann soll der erste Bauabschnitt beendet sein.

Gegen Ende des Jahres 2017 soll Einzug sein in das neue Krankenhaus. Für den modernen Neubau müssen die alten Gebäude weichen, bis Ende dieses Jahres soll die Baugrube komplett ausgehoben sein, sagt Jana Allmendinger.

Das mit dem Hochhaus verbundene Badhaus wird nun in drei Phasen abgerissen: Um Erschütterungen in dem großen Nachbargebäude zu verhindern, wird in die Mitte des Badhauses eine Schneise geschlagen. Dann wird der südliche Teil abgerissen, dann der mit dem Hochhaus verbundene nördliche Teil. Damit der Hang hinter dem Badhaus nicht abrutscht, wird er geschützt - mit riesigen Erdnägeln, die in den Hang gebohrt und mit Mörtel ausgegossen werden, wie Allmendinger erklärt. Der Mörtel verbindet sich mit dem Erdreich, außerdem wird auf den vernagelten Hang eine Spritzbetonwand aufgesetzt.

Der Kapellensaal wird frühestens von Ende Juli an abgerissen, erklärt Allmendinger. Das Innere des Gebäudes ist bereits teilweise entkernt, erhaltenswerte Fenster sind ausgebaut und eingelagert worden.

Mitarbeiter müssen früher anfangen und früher aufhören

Geschichte Das Diak ist am 1. Februar 1886 als Diakonissenhaus und Krankenhaus eröffnet worden. Im Gründungsjahr wurden 498 Patienten im Krankenhaus behandelt, die Zahl stieg auf 823 Patienten im Jahre 1893. Das Hochhaus wurde von 1930 bis 1938 errichtet. Das Badhaus stammt aus dem Jahr 1931.

Zwischenbau Das kleine Gebäude, das Hochhaus und Badhaus miteinander verbindet, wird laut Bauingenieurin Jana Allmendinger nicht abgerissen. Für den modernen Krankenhaus-Neubau weicht aber das Badhaus. Zum Schutz vor herabfallenden Teilen werden auf das Dach des Zwischenbaus Strohballen "in aufwendiger Konstruktion" gelegt, sagt Allmendinger. Die Mitarbeiter in dem Zwischenbau werden mit ihrer Arbeit früher beginnen und früher aufhören müssen. Wenn der Bagger täglich von etwa 14.30 Uhr an den Nordteil des Badhauses abreißen wird, darf sich niemand in dem Zwischenbau aufhalten.

WD

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