Bildende Kunst Abgeriebene Felsen geben Rätsel auf

Landkreis / Bettina Lober 15.02.2018

In der deutschen Kunstszene ist sie längst eine feste Größe: die Messe Art Karlsruhe. Am Donnerstag, 22. Februar, öffnen die Tore der Messehallen in Rheinstetten. Rund 50 000 Besucher werden laut Veranstalter bis 25. Februar erwartet.

Die Vorbereitungen laufen – auch bei Kunst-Akteuren aus der Region, die bei der Art Karlsruhe dabei sind. Darunter die Galerie Cyprian Brenner, die aus der 1998 in Hüttlingen-Niederalfingen gegründeten Südwestgalerie hervorgeht und seit 2014 in der Nachbarschaft zur Kunsthalle Würth in Hall eine Dependance hat. Mit einem 200 Quadratmeter großen Stand wird die Galerie auf der Messe vertreten sein. Am Stand in Halle 2 werden dort unter anderem Werke von Künstlern wie Isa Dahl, Bruno Kurz und Felix Rehfeld gezeigt. Auf dem angrenzenden Skulpturenplatz – insgesamt gibt es davon 20 auf der Messe – sind Corten-Stahl-Skulpturen des Bildhauers Herbert Mehler zu sehen.

„Die Art Karlsruhe ist für uns jedes Jahr aufs Neue Basis für ein erfolgreiches Kunstjahr“, sagt Galerist Cyprian Brenner. Natürlich gehe es darum, neue Kunden zu gewinnen, aber auch die Pflege bestehender Sammlerkontakte sei wichtig. Brenner schätzt vor allem die Internationalität der Messe, was zusätzliche Kontakte ins Ausland ermögliche.

Fasziniert von Feldritzungen

Die Künstlerin Claudia Thorban aus Burleswagen (Gemeinde Satteldorf) ist in der Region auch als eine der Betreiberinnen des Raums für Pflanzen in Kirchberg bekannt. Bei der Art Karlsruhe gehört sie quasi zu den Stammgästen. Erneut ist sie dort mit der Stuttgarter Galerie Schacher vertreten – und zwar mit einer  One-Artist-Show. Das bedeutet, dass einem Künstler 25 Quadratmeter Fläche eingeräumt werden.

In Halle 4 wird Claudia Thorban unter anderem Abriebe von 2700 Jahre alten Felsritzungen in Schweden zeigen, die sie mit Fragmenten von Alltagsobjekten aus der Gegenwart kombiniert. „Damit hinterfragt sie unsere Aufmerksamkeits-Hierarchie und historische Bewertungen“, erklärt Galerist Marko Schacher. Claudia Thorban ist von den Felsritzungen fasziniert, auf die sie rund 150 Kilometer nördlich von Göteborg gestoßen ist. „Viele der Felsen lagen damals, als das Motiv mit Steinen oder später mit Eisenwerkzeugen in den Felsen geschlagen wurde, noch im Meer und verlandeten später“, erklärt sie. Diese historischen Werke steckten voller Rätsel – „das finde ich aufregend und spannend“. Und: Dies biete große Freiheit.

Begegnung mit Künstlern

Auch Kunst von Monika Sigloch aus Schwäbisch Hall gibt es auf der Art Karlsruhe: Die Galerie Michael Schultz aus Berlin hat einige ihrer jüngsten Werke im Messeprogramm – „eines ist erst vor ein paar Wochen entstanden“, erzählt die Hallerin. Sie freut sich darauf, in Karlsruhe auch wieder einmal die anderen Galerie-­Künstler zu treffen.

Zum fünften Mal ist der Bildhauer Thomas Hildenbrand aus Oberaspach mit der Frankfurter Galerie Mühlfeld & Stohrer auf der Messe vertreten. Diesmal zwar nicht – wie in den beiden Vorjahren – auf einem der 20 begehrten Skulpturenplätze. Allerdings sollen am Stand der Galerie unter anderem plastische Collagen mit Relikten aus seinem Atelier zu sehen sein, an denen er in jüngster Zeit gearbeitet hat. Übrigens: Derzeit steckt er wieder mitten in einem anderen Großprojekt: Für eine Erasmus-­Grasser-Ausstellung im Bayerischen Nationalmuseum in München fertigt Hildenbrand eine Kopie der etwas überlebensgroßen Petrusfigur aus der Münchner Peterskirche an.

215 Galerien aus 15 Ländern erwartet

Die Art Karlsruhe ist eine internationale Kunstmesse für Klassische Moderne und Gegenwartskunst in Karlsruhe. Initiator war im Jahr 2004 der damalige Messegeschäftsführer Claus Hähnel. Der Galerist Ewald Karl Schrade fungiert als Kurator. In vier Hallen bieten Galerien Werke zeitgenössischer und moderner Künstler zum Verkauf an – von Malerei über Skulptur und Fotografie bis zu Installationen. Bei der aktuellen 15. Auflage der Art Karlsruhe mit dem Slogan „Kunst.Raum.Emotion“ soll laut Kurator Schrade die Skulptur im Mittelpunkt stehen. Vom 22. bis 25. Februar werden in den Messehallen in Rhein­stetten 215 Galerien aus 15 Ländern erwartet. Bei der Kunstmesse werden auch verschiedene Preise verliehen. Erstmals vergeben wird der mit 20 000 Euro dotierte Loth-Skulpturenpreis.
www.art-karlsruhe.de