Landkreis Von Sternwarten und Politikern

Jochen Korte, HT-Redakteur
Jochen Korte, HT-Redakteur © Foto: Ufuk Arslan
Landkreis / Jochen Korte 15.10.2016
Seitenblicke: Jochen Korte kommentiert zwei Nachrichten der Woche. Mit dabei: Christian von Stetten und Anton Baron.

Dass sich Christian von Stetten jemals auf den BUND (Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland) als Kronzeugen berufen würde, war nicht unbedingt zu erwarten. Doch wenn es gegen die Nutzung der Windkraft in bestimmten Gebieten geht, dann scheinen dem CDU-Bundestagsabgeordneten die Argumente der Naturschützer willkommen zu sein. Von Stetten, der eine Sternwarte in der Nähe des Solarfeldes bei  Schloss Stetten bauen will, stören die roten Warnlichter an den Masten, die in der Dunkelheit leuchten. Diese sollen Flugzeuge warnen. Die Windräder stehen bei Zottishofen auf Gemarkung Braunsbach, Luftlinie geschätzte drei Kilometer entfernt. Fünf Anlagen sind genehmigt und im Bau, über fünf weitere entscheidet das Haller Landratsamt als Genehmigungsbehörde. Dass beim Sternegucken Fremdlicht stört, ist klar. Doch das Warnlicht ist Teil der Genehmigung und muss leuchten. „Wir reden seit vier Jahren über die Windräder“, sagt der Braunsbacher Bürgermeister Frank Harsch. So lange ist von der Sternwarte definitiv noch nicht die Rede. Und Einspruch gegen den Windpark hatte von Stetten auch nicht eingelegt. Hoffentlich lässt sich ein Kompromiss finden, denn beide Projekte, Windpark als auch Sternwarte, haben ihre Berechtigung. Ob sich der Freiherr aber auch auf Seite des BUND schlagen würde, wenn die Naturschützer ein Gewerbegebiet aushebeln wollten? Kaum vorstellbar, dass der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand der CDU-Fraktion da mitziehen würde.

Stern und SWR haben berichtet, dass ein Mitarbeiter des AfD-Landtagsabgeordneten Anton Baron „rechte Tendenzen“ haben soll. Dietmar-Dominik Hennig sei Mitglied im rechten Cannstatter Kreis gewesen. Dieser sei vom Verfassungsschutz überwacht worden. Heute gibt es den Kreis nicht mehr.

„Grundsätzlich lehne ich es ab, Diffamierungsjournalismus zu kommentieren“, beantwortet Baron unsere Anfrage. „Die Vorwürfe gegen meinen Mitarbeiter, der mein vollstes Vertrauen genießt, sind nachweislich haltlos und werden von mir entschieden zurückgewiesen“, schreibt Baron. Sein Mitarbeiter habe zu keinem Zeitpunkt einer Vereinigung angehört, die während seiner Mitgliedschaft Beobachtungsobjekt des Verfassungsschutzes gewesen ist. „Diese Feststellung ist gerichtsfest. Der Cannstatter Kreis war eine gemeinnützig anerkannte Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung, gegründet von honorigen FDP-Persönlichkeiten.“ Hennig sei 1998 ausgetreten. Bis 2007 habe er der FDP angehört und 2013 sei er aktiv im Wahlkampfteam des damaligen FDP-Abgeordneten Frank Schäffler gewesen.

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