Freizeit „Wollen was Eigenes machen“

Moritz Rau (links) und Sascha Braun blicken aus dem Jugenddomizil, das sie sich derzeit wohnlich herrichten. Bürgermeister Wolfgang Binnig schaut, dass alles geregelt ist.
Moritz Rau (links) und Sascha Braun blicken aus dem Jugenddomizil, das sie sich derzeit wohnlich herrichten. Bürgermeister Wolfgang Binnig schaut, dass alles geregelt ist. © Foto: Elisabeth Schweikert
Michelfeld / Elisabeth Schweikert 13.05.2017

Montagabend, am Rand des Gewerbegebiets bei Erlin: Die 17-jährigen Schüler  Moritz Rau und Sascha Braun sind im Gespräch mit Michelfelds Bürgermeister Binnig. Der hat zu diesem Termin auch gleich Andreas Ewert vom Bauhof mitgebracht und Wilfried Zanka, den Grundstückseigner, gebeten, auch dabei zu sein. Zweck des Treffens: Absprache aller Beteiligten, wie der Wunsch der beiden Jugendlichen – am Rand einen Wohnwagen als Jugendtreff aufzustellen – umgesetzt werden kann.  Vor einem Jahr hatten die beiden Jungs die Idee, einen Bauwagen zu organisieren, und waren zwecks Genehmigung auf Binnig zugegangen. „Wir wollten was Eigenes machen“, erzählt Moritz Rau, „wir wollen unabhängig von anderen sein.“

Jetzt, ein gutes Jahr später, hat die Idee konkrete Formen angenommen. Ein Bauwagen wurde es nicht. Denn, wie die Jugendlichen feststellen mussten, ist ein solcher zu teuer. Übers Internet organisierten sie sich in Heidenheim einen ausgedienten Wohnwagen. Den gab’s kostenlos, allein den Transport mussten sie in die Wege leiten. Der Wohnwagen steht jetzt beim Bauhof, und in der Freizeit schreinern und schrauben Moritz Rau und Sascha Braun sowie ihre Freunde an dem guten Stück, um es wohnlich zu machen. Viel Arbeit haben sie bereits reingesteckt. „Wir haben alles rausgerissen“, erzählt Sascha Braun, „die Betten, die Küche.“ Inzwischen ist im Inneren alles neu mit Fußboden und Wandverkleidung verschalt – es riecht noch frisch nach Holz. „Hier“, zeigt Moritz Rau auf eine dunkle Stelle am Boden, „hier, ist es nass.“ Der Grund: Das Dach ist nicht dicht, bei Regen läuft Wasser rein.

Eigentlich sollte bei dem Treffen der Jugendlichen mit dem Verwaltungsteam und dem Grundstückseigner besprochen werden, wie und wo der Wohnwagen letztlich stehen soll. Darüber werden sie sich dann auch rasch einig. Doch angesichts der aktuellen Probleme denken alle mit nach, um eine schnelle und preiswerte Lösung gegen die durchsickernde Nässe zu finden,  denn bezahlen müssen die Jugendlichen die Sachen selbst, die Gemeinde pachtet nur das Grundstück. Das von den Jugendlichen angedachte Carport dürfte teuer werden und Zeit brauchen.

Eine schnelle Lösung bietet der Vorschlag von Wilfried Zanka, mit einer LKW-Folie den Wohnwagen vorerst abzudecken. Und Andreas Ewert bietet Hilfe beim Transport des Wohnwagens vom Bauhof zum Grundstück an.

Bürgermeister Binnig freut sich über das Engagement der jungen Leute. Mit den Jugendlichen hat die Verwaltung eine Vereinbarung getroffen, die die Benutzung und die Öffnungszeiten regelt.