Ilshofen Neuer Kindergarten: „Wollen keinen Stillstand“

Sie machen sich vor Ort ein Bild vom Fortschritt der Bauarbeiten für den neuen Kindergarten in Ilshofen (von links): Tina Waldmann (Kraft und Kraft Architekten), Bürgermeister Martin Blessing sowie Thilo Weimert und Lorenz Kraft (Kraft und Kraft Architekten).
Sie machen sich vor Ort ein Bild vom Fortschritt der Bauarbeiten für den neuen Kindergarten in Ilshofen (von links): Tina Waldmann (Kraft und Kraft Architekten), Bürgermeister Martin Blessing sowie Thilo Weimert und Lorenz Kraft (Kraft und Kraft Architekten). © Foto: Norbert Acker
Ilshofen / Norbert Acker 17.08.2018
Die steigenden Kinderzahlen in Ilshofen haben einen Kindergartenneubau alternativlos gemacht. Die Arbeiten dafür sind in vollem Gange, der Rohbau soll im Oktober fertig sein.

Trotz der Sommerhitze läuft das derzeit größte Bauprojekt der Stadt Ilshofen auf Hochtouren. Bauarbeiter sind damit beschäftigt, den Rohbau für den neuen Kindergarten an der Abbiegung von der Gartenstraße in den Comburger Weg hochzuziehen. „Baubeginn war im April“, erzählt Bürgermeister Martin Blessing bei einem Baustellenbesuch mit den Architekten des beauftragten Haller Büros Kraft und Kraft. Angestrebt werde der Abschluss der Arbeiten für Anfang kommenden Jahres, ergänzt Blessing. 

„Das wird knapp, aber es ist zu schaffen“, sagt Architekt Lorenz Kraft. „Wir wollen auf keinen Fall einen Stillstand auf der Baustelle.“ Ein sportliches Ziel, aber mehr als nötig. Denn die Kinderbetreuungszahlen steigen auch in Ilshofen an (siehe Info, unten)

Eine große Herausforderung

Vor eine Herausforderung hat die Planer eine Sache gestellt: Nach Baubeginn hat der Ilshofener Gemeinderat beschlossen, den Kindergarten ein Drittel größer zu dimensionieren. „Die Kinderzahlen explodieren, es ging nicht anders“, so Blessing. Die Anpassung an die neuen Wünsche der Kommune ist mittlerweile gelungen. „Das ist ja auch nicht der erste Kindergarten, den wir bauen“, sagt Kraft, während er sich mit dem Bürgermeister und seinen Kollegen Tina Waldmann und Thilo Weimert über die Pläne beugt. Kindergärten hätten er und sein Team schon in Rosengarten, Untermünkheim, Bühlertann und Bühlerzell realisiert.

Man sei gut im Zeitplan, bestätigt Waldmann. Sie ist fast täglich vor Ort, um den Baufortschritt zu überwachen. „Manchmal ist es eben ein Problem, ein Rädchen ins andere zu bringen“, sagt die Architektin. Auch bei der Ausschreibung der einzelnen Gewerke liegt man gut im Plan. Bei 80 Prozent kann man schon einen Haken dranmachen. „Wir hatten bislang immer genügend Bieter“, bestätigt Weimert.

Gebäude produziert Energie

Der neue Kindergarten – der Kindergarten Rappelkiste nebenan wird übrigens mit fünf Gruppen weiterbetrieben – wird eingeschossig und komplett barrierefrei. Es entstehen fünf schräg versetzte Gebäude, die miteinander verbunden sind. Es gibt Platz für einen Verwaltungs- und Küchenbereich und vier Gruppen – eine davon „siedelt“ von der Rappelkiste rüber. Jede Gruppe bekommt ihren eigenen Zugang zum großzügig geplanten Außenbereich. Eine Besonderheit muss der Bürgermeister unbedingt noch erwähnen: „Das Gebäude wird Energie produzieren.“ Auf dem Dach werde eine Fotovoltaik­anlage installiert, die von der Bürgerenergie Ilshofen betrieben werde.

Der Neubau werde außerdem mit Fernwärme, die im Blockheizkraftwerk in der Hermann-Merz-Schule erzeugt wird, versorgt. Die Leitung werde derzeit von den Stadtwerken Crailsheim als Betreiber des Heizwerks verlegt. „Und wir bauen noch Glasfaser ein“, so Blessing.

Zurzeit sind die Planer mit der technischen Klärung der Dachelemente beschäftigt. Diese kommen als Fertigteile. „Wir gehen davon aus, den Rohbau im Oktober abgeschlossen zu haben“, so Waldmann. Dann gehe es direkt an den Innenausbau.

Mindestens zwei Millionen Eigenanteil

Die Baukosten für den neuen Kindergarten in Ilshofen belaufen sich auf insgesamt 3,2 Millionen Euro. Die maximale Förderung durch Mittel des Bundes und des Landes liegt bei 1,08 Millionen Euro. „0,68 Millionen Euro sind schon bewilligt“, sagt Bürgermeister Martin Blessing. „Die Stadt setzt also mindestens zwei Millionen Euro ein.“

Zur Zeit beschäftigt die Stadt Ilshofen 35 Arbeitskräfte in Kindergarten und Krippe. Für die zusätzlichen Gruppen im Neubau werden noch mindestens zehn Kräfte benötigt. „Das Bewerbungs- und Auswahlverfahren läuft“, so Blessing.

Für den September sehen die Belegungszahlen für Kindergarten und Krippe in Ilshofen 230 Kinder vor. Im kommenden Jahr ist laut Prognose aber schon von 294 Kindern auszugehen. „Wir erwarten mindestens 60 Kinder mehr.“

Bei den Gebührensätzen liegt die Stadt Ilshofen auf vergleichbarer Höhe mit den Sätzen der umliegenden Gemeinden. Der Kindergartenbeitrag liegt bei 117,80 Euro pro Monat, die Kleinkindbetreuung kostet 230 pro Monat. „Die Beträge erhöhen sich bei erhöhter Betreuungszeit“, erklärt Bürgermeister Blessing. Bei weiteren Kindern im Kindergarten oder der Krippe verringere sich für die Eltern der Beitrag pro Kind. noa

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