Braunsbach Braunsbach ab Montag bis April gesperrt

Braunsbach / Norbert Acker 16.02.2018
Bis Ende April ist die Braunsbacher Ortsdurchfahrt ab Montag voll gesperrt. Der Bereich Döttinger Straße und Rabbinat wird saniert. Einkaufen und Besuche der Gastronomie sind weiter möglich.Bis Ende April ist die Braunsbacher Ortsdurchfahrt ab Montag voll gesperrt. Der Bereich Döttinger Straße und Rabbinat wird saniert. Einkaufen und Besuche der Gastronomie sind weiter möglich.

Um Punkt 7 Uhr geht es für das Satteldorfer Bauunternehmen Leonhard Weiss am kommenden Montag an der nächsten Stelle in Braunsbach los. „Wir werden aber nicht sofort die Straße aufreißen“, sagt Bauleiter Uwe Graf. Aber abends werde es schon nach einer Baustelle aussehen, ergänzt Bürgermeister Frank Harsch. Erst einmal müssten die Umleitungsstrecken ausgeschildert werden. Die verkehrsrechtliche Genehmigung liege vor, man habe sich mit dem Landratsamt und den Busunternehmen abgesprochen. Der öffentliche Nahverkehr hat für die Zeit der Sperrung für die betroffenen Buslinien einen neuen Fahrplan ausgearbeitet. Auch mit der Feuerwehr und den Rettungsdiensten sei alles geklärt, sagt Harsch. Wer in Braunsbach einkaufen oder in der Gastronomie einkehren will, der kommt natürlich durch. Allerdings nur von Geislingen her. Wer von der anderen Seite kommt, wird nicht darum herumkommen, zu parken und zu Fuß weiterzugehen. Ein Fußweg ist ausgeschildert.

Am Turm geht’s los

Das alles ist auch nötig, denn bis voraussichtlich 30. April ist Braunsbach wieder einmal dicht. Es gibt kein Durchkommen mehr  für den überörtlichen Verkehr. Kein Wunder: Der Bereich, um den es geht, ist schon ohne Baustelle ein Nadelöhr: die Döttinger Straße und das ­Areal rund um das Rabbinat. „Wir beginnen beim Turm“, so Graf. Eine halbseitige Sperrung, wie sie im vergangenen Jahr zu Beginn der Arbeiten an der Geislinger Straße eingerichtet wurde, komme nicht in Frage, auch aus Sicherheitsgründen.

Für alle am Bau Beteiligten steht fest, dass man sich keine Zeit lassen darf. „Wir müssen einfach Gas geben“, stellt Graf klar. „Wir haben keine Wahl.“ Er und die Planer des Haller Planungsbüros IPE sind sich aber sicher, dass es in dem Zeitraum klappen wird. „Unser Ziel ist es, im Herbst mit allem fertig zu sein“, sagt Sebastian Veyel von IPE. Damit meint er auch die anderen Projekte im Schadensdistrikt 2. Es gehe ja auch noch um weitere Arbeiten im Orlacher Bach und hoch in Richtung Haarnadelkurve.

2,5 bis 3 Meter tief werden die rund 15 Bauarbeiter unter dem Kommando von Vorarbeiter Joachim Geyer in der Döttinger Straße graben. Es geht um den Neubau der kompletten unterirdischen Infrastruktur in dem Bereich: Trinkwasserversorgung, Ab- und Schmutzwasser sowie Strom und Telekommunikationsleitungen. Was alles im Detail gemacht wird, hat man den betroffenen Anwohnern am Donnerstagabend bei einem Vor-Ort-Termin erklärt. Dabei ist den Planern erneut eines aufgefallen: „Die Stimmung ist gut, die Leute sind interessiert, was wir machen“, so Veyel. „Es gibt ein großes Verständnis für die Arbeiten.“ Das habe man auch schon im vergangenen Jahr erfahren. „Es muss ja gemacht werden. Das ist allen klar“, sagt Bürgermeister Harsch.

Dem Bürgermeister ist noch eins wichtig. Selbstverständlich könne während der Bauzeit ganz normal in Braunsbach eingekauft oder gegessen werden. Er bittet trotzdem um Beachtung der Umleitungen. „Wir werden wieder Baustellenführungen anbieten“, ergänzt Harsch. Im vergangenen Jahr habe man rund 15 Gruppen begrüßt. Betriebsausflüge, Wandergruppen und Studentengruppen waren unter anderem dabei. Es sei alles entspannter mittlerweile, so Harsch. Man sei nicht mehr im Katastrophenmodus.

„Bevor ich ein Jahr bei S21 arbeite, bin ich lieber noch fünf Jahre in Brausbach“, sagt Bauleiter Graf abschließend. Leonhard Weiss sei ja auch an dem Stuttgarter Großprojekt beteiligt. „Hier ist es einfach familiärer, auch unter den an den Sanierungen beteiligten Partnern.“

Info Wer Interesse an einer Baustellenführung in Braunsbach hat, kann sich bei der Gemeinde unter Telefon 0 79 06 / 94 09 40, Fax 0 79 06 /
9 40 94 94 oder E-Mail
info@braunsbach.de melden.

Der Untergrund kann Probleme bereiten

Nachdem die Straßen aufgerissen und ausgebaggert worden sind, werden zuerst Schmutzwasserkanal und Wasserleitung angegangen. Die Wasserversorgung für die betroffenen Haushalte wird über Notleitungen sichergestellt. Dann folgen Strom- und Telekommunikationsleitungen. „Wenn der Tiefbau abgeschlossen ist, kommen Straßenbau und Gehweg“, erklärt Weiss-­Bauleiter Uwe Graf. Wie’s vorangeht, hänge auch davon ab, „was wir im Boden finden“. Damit meint er Steine, Felsen oder Leitungen, die nicht kartiert sind. „Oder es gibt einen nicht tragfähigen Untergrund, der gesichert werden muss“, ergänzt Sebastian Veyel vom Planungsbüro IPE. Außerdem, so Graf, sei man auch vom Wetter abhängig: „Das ist sportlich, aber wir nehmen die Herausforderung an.“

Das zu verbauende Material, also beispielsweise Rohre und Leitungen, ist schon zum Teil in Braunsbach. „Für viel Lagerplätze ist Braunsbach ja nicht bekannt“, scherzt Graf. Einiges werde aber noch angeliefert. „Just-in-time wie in der Industrie geht nicht.“

Bei allen zurzeit laufenden Maßnahmen in Braunsbach setzt das Bauunternehmen zwei Rad- und einen Kettenbagger, zwei kleinere Bagger, zwei Lkw und drei Radlader ein. Für den Straßenbau kommt dann noch die „Schwarze Kolonne“.

In Braunsbach steht in diesem Jahr ein straffes Programm an. Neben den Maßnahmen im Schadensdistrikt 2 (Ortsmitte) geht es in den Bächen und Klingen weiter, die Sanierung der Burgenlandhalle steht an und das Feuerwehrmagazin wird neu gebaut. Außerdem laufen die Arbeiten in Steinkirchen weiter. Im Schadensdistrikt 1 (Schloßstraße und Raingasse) beginnen voraussichtlich ab Juni die Sanierungsarbeiten. noa

In Braunsbach steht in diesem Jahr ein straffes Programm an. Neben den Maßnahmen im Schadensdistrikt 2 (Ortsmitte) geht es in den Bächen weiter, die Sanierung der Burgenlandhalle steht an und das Feuerwehrmagazin wird neu gebaut. Außerdem gehen die Arbeiten in Steinkirchen weiter und im Schadensdistrikt 1 (Schloßstraße und Raingasse) beginnen voraussichtlich ab Juni die Arbeiten.

Während der Baus wird es Anfang März im Rabbinat sogar eine Gewerbeneueröffnung geben, erzählt Bürgermeister Frank Harsch. „Das hat doch was“, so der Schultes.  „Da stehen wir gerade vor der Haustüre“, sagt Bauleiter Uwe Graf. Man werde es aber ermöglichen. noa

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