Schwäbisch Hall Landrat Bauer feiert 60. Geburtstag

Ein neues Fahrrad für den Landrat: Kreisrat Kurt Wackler überrascht Gerhard Bauer mit einer kleinen, symbolischen Auswahl.
Ein neues Fahrrad für den Landrat: Kreisrat Kurt Wackler überrascht Gerhard Bauer mit einer kleinen, symbolischen Auswahl. © Foto: cus
Schwäbisch Hall / Marcus Haas 11.06.2018
Gerhard Bauer feiert seinen 60. Geburtstag im Landratsamt. Den Landrat erwarten Überraschungen.

Bei hochsommerlichen Temperaturen kommen gestern Abend rund 200 Gäste ins Foyer des Landratsamts, bilden eine lange Schlange, um Landrat Gerhard Bauer persönlich zu gratulieren. Der hat Familie mitgebracht – seine beiden Söhne Patrick und Alexander sowie seine Partnerin Barbara Zuhra. Das Quartett Richard Beißer spielt passend warme Saxophontöne und Jazzklassiker wie „Summertime and the livin‘ is easy“. Doch Kurt Wackler hat ein Problem.

„Was schenkt man einem Mann, der schon alles hat?“, fragt der stellvertretende Vorsitzende des Kreistags, der zur Geburtstagsfeier eingeladen hatte und lockert den eineinhalbstündigen offiziellen Teil auf, bevor es ans Buffet geht, das die Landfrauen vorbereitet haben.

Der Kreisrat recherchierte und fand eine Lösung. „Unser Landrat ist mit einem 30 Jahre alten Drahtesel vom Wohnhaus zum Landratsamt unterwegs. Bürger fragen, ob der Landrat vom Landkreis so schlecht bezahlt wird?“, macht der Kreisrat deutlich. Das will der Kreistag ändern und hat das Geschenk im Blick. Aber der Bürgermeister skizziert eine neue Konfliktsituation: Was für ein Fahrrad soll es für einen 60-Jährigen sein – mit Hilfsmotor? Andererseits ist der Landrat bestens trainiert. Lautes Gelächter: Ein rotes Damenrad wird vors Rednerpult geschoben und „zur Sicherheit“ präsentiert Wackler ein winziges Kinderfahrrad als Alternative. Natürlich Symbolik, der Landrat darf sich ein Fahrrad seiner Wahl heraussuchen und stellt fest: „Es wird kein E-Bike sein. Ich verlasse mich auf meine eigenen Kraftreserven.“

Gerhard Bauer gibt einen Einblick, wenn er per Mountain-Bike in den Bergen unterweg ist. „Dann überholen Rentner und werfen mir mitleidige Blicke zu: Wie kann ein Mann sich so etwas antun?“ Die Antwort des Landrats passt auch zu seiner Haltung zum 60. Geburtstag: „Ich bin weit davon entfernt, es mir gemütlich zu machen, sondern will mich weiter fordern und voll einsetzen – beruflich und privat. Solange mich Renter nicht mit einem normalen Fahrrad überholen, ist alles gut.“ Der Landrat hört lobende Worte von Regierungspräsident Wolfgang Reimer, von Dr. Alexis von Komorowski (Hauptgeschäftsführer des Landkreistages), von Thomas Lützelberger (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hall-Crailsheim), in Reimform vom ehemaligen Kreiskämmerer Dieter Häußler und vom Ersten Landesbeamten Michael Knaus.

Er freut sich über Geschenke wie einen ganz persönlichen Landkreiskorb von Lützelberger, und von Knaus bekommt er ein Auslandstrikot der deutschen Fußballnationalmannschaft mit seinem Namen über der 10.

Programmhöhepunkt: „Wenn ich nicht gerade Landrat wäre, was würde ich dann sein?“, singen Kreisräte und andere. Sie beantworten die Frage als Polizist, Müllentsorger, Schapbachhof-Wirt, Skifahrer, Fußballer, Bürgermeister sowie Feuerwehrmann und bekommen viel Applaus. Marcus Haas