„Wir sind schon am Verkaufen“, freut sich Bürgermeister Damian Komor. Das Interesse sei schon groß gewesen, bevor man überhaupt Werbung für die 24 Eigentums- und 12 Mietwohnungen gemacht habe, ergänzt Friedmar Wagenländer, Kämmerer und Geschäftsführer der 2018 gegründeten Kommunalbaugesellschaft. Einige der Wohnungen im Schönblick seien reserviert, drei bereits verkauft. Über die zentrale Rufnummer der Gemeinde Mainhardt erhalte man Unterlagen und weitere Informationen, so Komor.

Auf dem Gelände Stern wird bereits der Keller gebaut. Wo vorher Scheune, Parkflächen und einst eine Tankstelle waren, werden nun zwölf Mietwohnungen gebaut. Acht davon gefördert als sozialer Wohnungsbau vom Land Baden-Württemberg und somit für Menschen mit Wohnberechtigungsschein gedacht.

Barrierefreies Wohnen

Partner der Kommunalbau GmbH für beide Projekte ist Architekt Manfred Schoch. Alle Mehrfamilienhäuser bieten Fernwärme, Tiefgarage, Aufzug und barrierefreie Wohneinheiten. Richtfest für den Stern sei im Mai, so Schoch. Einziehen könne man frühestens Ende des Jahres.

Im Frühsommer ist der Baustart für das zweite Projekt im Schönblick. Aktuell werde bis in sechs Meter Tiefe der Grund geologisch untersucht. Obwohl das Gelände sich unmittelbar an das Nordtor des ehemaligen römischen Kastells anschließt, sei man bisher auf keine Funde gestoßen, berichtet der Architekt. Mit rund eineinhalb Jahren Bauzeit rechne er, besonders die Tiefgarage mit 33 Einheiten werde einigen Aufwand erfordern. Frühzeitig habe man die Arbeiten für den Rohbau ausgeschrieben, sodass demnächst die Vergabe erfolgen könne. Von den 24 Eigentumswohnungen in drei Gebäuden gebe es keine ohne Südsonne, freut sich Schoch. Bäcker, Metzger, Ärzte, Schule oder Kindergärten seien fußläufig erreichbar, bewirbt Wagenländer die gute Lage.

Areal schon 2012 erworben

„2012 haben wir von der Gemeinde das erste Grundstück gekauft. Noch ohne klare Ziele“, erinnert sich Komor lächelnd an die Anfänge. Mittlerweile sei das frühere Post-Areal ein Parkplatz, auch den brauche man in der Ortsmitte. Der Erwerb des Grundstücks Gasthof Stern und der ehemaligen Gärtnerei Engel – Quartier Schönblick genannt – folgten.

Mit dem Gemeinderat suchte die Verwaltung nach Ideen für die Nutzung. „Im Anschluss an die Klausur habe ich verschiedene Bauträger und Investoren angefragt, ob sie für uns Wohnungen bauen könnten“, erzählt der Bürgermeister. Doch er habe nur Absagen erhalten. „Mainhardt war uninteressant. Oder wenn, dann wollte man auf der grünen Wiese bauen.“ Parallel sei der Bedarf an Miet- und Eigentumswohnungen weiter gestiegen. „Junge Leute verlassen unsere Gemeinde, weil sie woanders was bekommen. Dem mussten wir gegensteuern“, betont Komor.

Wohnungsbau war nur kurz eine „Schnapsidee“

Der Vorschlag aus den Reihen des Gemeinderats, „dann machen wir es doch selbst“, habe im ersten Moment wie eine Schnapsidee geklungen. Auch, weil Mainhardt mit seinen etwa 6000 Einwohnern eine kleine Gemeinde sei. Auf der anderen Seite habe man mit der kommunalen Energieversorgung EMW sehr gute Erfahrungen gemacht, erzählt der Schultes.

Recherchen ergaben: Diesen Weg sind schon andere gegangen. In einer Arbeitsgruppe sei man 2016 in die 10.000-Einwohner-Gemeinde Oberderdingen im Kraichgau gefahren. „Die hatten bereits 2009 eine Kommunalbaugesellschaft gegründet“, erläutert Wagenländer. „Deren Modell hat uns überzeugt“, nickt Komor. Pa­rallel habe man auch andere Rechtsformen wie eine Wohnungsbaugenossenschaft bedacht und sich bei Wirtschaftsprüfern informiert. „2017 sind dann die Würfel für eine GmbH gefallen“, berichtet der Bürgermeister. Man sei für die Gemeinderatsklausur abermals nach Oderderdingen gefahren und habe sich vor Ort alles darlegen lassen. Im März 2018 schließlich wurde einvernehmlich im Gemeinderat der Gründung der Kommunalbau GmbH zugestimmt, im Mai wurde diese beim Notar besiegelt.

Nicht an Vergaberecht gebunden

Als GmbH sei man nicht ans öffentliche Vergaberecht gebunden und könne sogar nachverhandeln, was eine Kommune mit einem Eigenbetrieb nicht dürfe, erläutert Komor. Die letzten Wohnungen in der Gemeinde seien um die Jahrtausendwende entstanden. „Unser Ziel ist Daseinsfürsorge“, unterstreicht er. Man wolle den Menschen vor Ort Wohnraum bieten. Dafür reiche eine schwarze Null. Ein großes Risiko sehe man mit der GmbH nicht. „Am großen Interesse bei der Vermarktung sieht man, dass der Bedarf da ist“, betont Komor. „Wenn man es genau nimmt, schaffen wir von der Gemeinde ehrenamtlich“, lächelt er Wagenländer zu.

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Friedmar Wagenländer ist Geschäftsführer


Dem Aufsichtsrat der Kommunalbau Mainhardt GmbH gehören derzeit die sechs Gemeinderäte Bernhard Schweizer, Walter Mack, Tilman Schoch, Wilfried Correll, Rüdiger Honold und Stephan Kemppel an. Bürgermeister Damian Komor fungiert als einziger Gesellschafter. Geschäftsführer ist Kämmerer Friedmar Wagenländer. may