Sport „Viel schneller als auf dem großen Feld“

Ilshofen / Sigrid Bauer 19.06.2018
19 Herren- und acht Frauenmannschaften nehmen in Ilshofen am Erdinger Meister-Cup-Turnier teil.

„Das Schöne ist, dass alle Meister von der Kreisliga B bis zur Bezirksliga dabei sind“, meint Jonathan Schweizer, Spielführer des VFL Mainhardt. Die Mainhardter haben in den Gruppenspielen mit dem FV Sontheim/Brenz auch gegen einen Bezirksligameister antreten müssen. „Kleinfeldturniere haben einen eigenen Charakter, da können auch mal Teams aus einer unteren Liga recht weit nach vorne kommen. Das sind interessante Spiele“, erklärt Schweizer.

„Es ist freundschaftlich und familiär, nicht so hitzig wie sonst bei den Punktspielen“, sagt er. Sein Team spielt im Achtelfinale gegen den FC Durlangen, den Kreisliga-B1-Meister des Bezirks Kocher/Rems. „Wann haben wir sonst schon mal die Gelegenheit, gegen die zu spielen?“, meint er.

Peter Maas, Spieler der zweiten Mannschaft des TSV Ilshofen, ist von der Organisation beeindruckt: „Die Leute von Erdinger sind seit 6 Uhr morgens hier am Aufbauen und kümmern sich um alles. Der TSV ist nur für das warme Mittagessen verantwortlich.“ Es gehe bei den Zehn-Minuten-Begegnungen um den Spaß: „Den Leistungsgedanken haben wir nach dem vorletzten Spieltag, als wir Meister waren, aufgegeben, aber als Gastgeber sollten wir auch nicht gleich ausscheiden“, schränkt der 23-Jährige ein.

Nicht genug Spieler

Das dritte Team aus dem Altkreis Hall, der SC Bibersfeld, aktuell Meister der Kreisliga B1, hat seine Teilnahme zurückgezogen. „Die haben nicht so einen großen Kader. Da kann es schon  vorkommen, dass nicht genug Spieler zusammenkommen“, meint Maas.

Pascal Abele aus Untermünkheim war in der letzten Saison ein paar Monate Co-Trainer beim TSV Ilshofen. Der Termin biete sich an, um mit vielen Leuten zu sprechen. Er sei auf der Suche nach einem Trainerjob für die kommende Saison. „Das ist eine coole Veranstaltung.“ Den Preis für den Gesamtsieger des Turniers findet er auch klasse. „Wenn ein Team Bock hat, kann es ein Trainingscamp gewinnen. Das ist super, vor allem für kleinere Vereine, die sich das sonst nicht leisten können“, betont er und bahnt sich mit drei Bechern Bier den Weg zu seinen Kumpels.

Die zweite Frauenmannschaft des TSV Michelfeld hält sich bisher gut: einmal unentschieden und einmal gewonnen. „Wir sind aus der untersten Klasse aufgestiegen. Die anderen Teams spielen alle höher als wir“, stellt Trainer Timo Seeger fest. „Man unterschätzt die zehn Minuten Spielzeit, das Spiel ist viel schneller als auf dem großen Feld“, stellt Jessica Lütsepp fest. Für ihr Team sei das Turnier super, „auch wenn wir eine der schlechtesten Mannschaften sind“, bemerkt sie.

Einen richtigen Fanclub hat das Herrenteam aus Untergröningen dabei. „Heute sind wir etwa 30 Leute. Die meisten sind mit dem Bus mitgefahren“, berichtet Irmgard Hägele. Sie hält ihrem Verein seit Jahrzehnten die Treue und trägt trotz 25 Grad einen Schal in den Vereinsfarben. Wenig erfolgreich verlief das Turnier für den FC Langenburg. Das Team wurde ohne Punkt und eigenen Torerfolg Gruppenletzter.

Die beiden Turniersieger, der 1. FC Normannia Gmünd (Frauen) und der SV Allmersbach (Männer), treten am 23. Juni zum Finale in Frickenhausen gegen die Sieger der anderen Turniere und die Meister ab der Verbandsliga an.

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