Flurneuordnung „Unter zwei Jahrzehnten“

Ingenieure bei der Vermessung einer Fläche.
Ingenieure bei der Vermessung einer Fläche. © Foto: Archiv
Michelfeld / Norbert Acker 14.02.2019

Seit September 2002 läuft das Flurneuordnungsverfahren Michelfeld-Gnadental schon. Doch so langsam ist Licht am Ende des Tunnels zu erkennen, auch wenn es sich noch ein paar Jahre hinziehen dürfte. „Die Schlussfeststellung des Flurneuordnungsverfahrens wird voraussichtlich im Jahr 2023 erfolgen.“ Das sagte Leo Feuerstein vom Amt für Flurordnung und Vermessung beim Landratsamt Schwäbisch Hall in der vergangenen Sitzung des Michelfelder Gemeinderats.

Detailliert hat der Ingenieur zuvor dem Gremium die bisherigen Verfahrensschritte dargelegt. So sei im vergangenen Jahr der Flurneuordnungsplan aufgestellt worden. Dieser soll im kommenden März bekannt gegeben werden. Bei einem Anhörungstermin wolle man eventuell eingehende Widersprüche gegen die Planungen entgegennehmen. Im Anschluss werde es noch möglich sein, weitere Widersprüche einzeln aufzunehmen. „Von 2020 bis 2022 sollen die öffentlichen Bücher, also Grundbuch, Liegenschaftskataster und sonstige Bücher, berichtigt werden“, erklärte der Experte. Am Ende stehe dann die Schlussfeststellung des Verfahrens.

Zu wenig Personal

Wichtig sei es jetzt, so Bürgermeister Wolfgang Binnig im Anschluss an Feuersteins Ausführungen, dass der „technische Abschluss“ des Verfahrens erledigt sei. „Und das alles in einer Zeit unter zwei Jahrzehnten“, bemerkte der Schultes mit einem leicht ironischen Unterton. Das relativierte er aber direkt im Anschluss, indem er klarstellte, dass man die Länge des Verfahrens nicht den beteiligten Personen aus dem Flurneuordnungsamt anlasten könne. „Das hängt eben auch damit zusammen, dass das Land die Behörden personell ausgedünnt hat.“

Das bestätigte auch der Planer. „Was bei uns schneller geht, das ist heutzutage die Vermessung“, so Feuerstein. „Aber wir haben tatsächlich zu wenig Personal.“ Eine Flurneuordnung sei ein „enorm komplexes Verfahren“, auch im Hinblick auf den bürokratischen Anteil. „Das Entscheidende ist jetzt jedoch geschafft“, fügte Bürgermeister Binnig noch hinzu.

Das letzte Flurneuordnungsverfahren auf Michelfelder Gemarkung habe den Zeitraum von 1986 bis 2006 in Anspruch genommen. Derzeit gebe es neben Michelfeld-Gnadental kein weiteres Verfahren in der Gemeinde. „Angedacht war bereits seit längerer Zeit eine kleinere Waldflurbereinigung in Büchelberg“, so der Bürgermeister. „Die konnte aber bisher noch nicht auf den Weg gebracht werden.“ Man sei schon seit zehn Jahren „dran an der Sache“, aber es bedürfe eben auch der Zustimmung aller Beteiligten. Das sei nicht so einfach. „Mit dem Abschluss von Michelfeld-Gnadental schließen wir die Flurneuordnungsverfahren in Michelfeld erst einmal ab“, stellt Binnig abschließend fest.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel