Cröffelbach „Über 18 Monate ins Land gegangen“

Lockeres Geröll in der Wirtsklinge: Ohne einen wirksamen Hochwasserschutz und einen Geschiebefang in der Klinge wird es auch in Wolpertshausen und vier weiteren Kommunen nicht gehen. 
Lockeres Geröll in der Wirtsklinge: Ohne einen wirksamen Hochwasserschutz und einen Geschiebefang in der Klinge wird es auch in Wolpertshausen und vier weiteren Kommunen nicht gehen.  © Foto: Ufuk Arslan
Cröffelbach / Norbert Acker 15.02.2018
Es geht es in die heiße Phase bei der Umsetzung für den Hochwasserschutz für Cröffelbach. Auch Gewässer in Gerabronn, Ilshofen, Gerabronn, Kirchberg und Langenburg werden begutachtet.

Jetzt soll’s wahr werden: Am kommenden Dienstag besprechen Dr. Klemens Ruch vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, Vertreter von Regierungspräsidium (RP) und Landratsamt sowie der von der Gemeinde Wolpertshausen bestellte Fachplaner Klaus Gehring vom Untermünkeimer Büro Bürgel vor Ort, wie der Geröllfang in der Cröffelbacher Wirtsklinge dimensioniert werden muss. Zugrunde liegt die Murgang-Untersuchung des Schweizer Fachbüros „geo7“. Die Experten hatten den Orlacher Bach in Braunsbach sowie mehrere weitere Gewässer in der Region unter die Lupe genommen. Ziel war es, die Planung der benötigten Fänge zu optimieren. Ein vorläufiger Abschlussbericht mit Empfehlungen für die Wirtsklinge sowie den Dünsbach (Gerabronn), den Leofelser Bach (Ilshofen), den Lichsenbach beziehungsweise den Hirtensteigklingenbach (Kirchberg) und den Ziegelbach bei Langenburg-Bächlingen liegt mittlerweile vor.

Kosten aktualisieren

„Es geht jetzt darum, die Kostenberechnungen zu aktualisieren“, sagt Helmut Schneider vom Bau- und Umweltamt des Landrats­amts Schwäbisch Hall auf Nachfrage dieser Zeitung. „Ich gehe davon aus, dass der Zuschussantrag von Wolpertshausen dann zeitnah vom RP bewilligt wird.“ Das gelte auch für die weiteren genannten Kommunen. Denn am kommenden Dienstag werde man nicht nur die Cröffelbacher Klinge inspizieren, sondern auch die Gewässer in Gerabronn, Ilshofen, Kirchberg und Langenburg. Ausschreiben könnten alle Gemeinden die Bauarbeiten dann zügig, eine Vergabe erfolge nach der Bewilligung.

Das Regierungspräsidium (RP) bittet um Verständnis „für diese nach seiner Ansicht technische, sinnvolle Vorgehensweise“, heißt es in einem Schreiben der Be­hörde an die Bürgermeister der fünf Kommunen. Daraus hatte Wolpertshausens Bürgermeister Jürgen Silberzahn in der vergangenen Sitzung seines Gemeinderats zitiert. Er sparte trotzdem nicht mit Kritik: „Seit der Unwetterkatastrophe vom 29. Mai 2016 sind bereits über 18 Monate ins Land gegangen. Und bis jetzt liegt uns immer noch keine abschließende Aussage zur Förderung vor.“

In der Wirtsklinge befänden sich aber große Mengen loser Gesteinsmassen. Daher herrsche jederzeit die Gefahr, dass Cröffelbach wieder überflutet werden könnte. „Ich halte diese Zeitspanne zur Zuschuss-Genehmigung für zu lange“, sagte Silberzahn. „Unser Bauhof hat zusammen mit Teilen der Cröffelbacher Bevölkerung schon mehrfach den vorhandenen alten Rechen in der Ortsmitte ausgeräumt und auch Material aus der Klinge gebaggert.“ Dies sei auch weiterhin erforderlich, bis ein Geröllfang gebaut und der Rechen erneuert wird. „Wir stehen seit 2016 Gewehr bei Fuß. Wir hätten schon längst ausgeschrieben und gebaut“, ergänzt Silberzahn auf Nachfrage. Man habe aber immer warten müssen. Benötigte Zuschüsse seien nicht abschließend gewährt worden mit dem Verweis auf neue Untersuchungen. Er verstehe ja, dass gut geplant werden müsse. Aber jetzt werde es langsam Zeit, dass es auch in Wolpertshausen und den anderen betroffenen Kommunen beim Hochwasserschutz vorangehe.

Gebirgsartiger Ausbau

Die Wolpertshausener Gemeindeverwaltung geht für den Bau des Geröllfangs und den Ausbau der Klinge von Gesamtkosten von 839.000 Euro aus. „Hiervon wurde bereits ein Zuschuss aus dem Ausgleichsstock in Höhe von 140.000 Euro bewilligt“, erklärte Silberzahn im Gemeinderat. Die erwartete Fachförderung betrage 566.300 Euro. Dafür liege die Zusage in Höhe von 489.700 Euro vor. Es gehe um den schon erwähnten Geröllfang, der oberhalb der Siedlung entstehen soll, eine naturnahe Sohlsicherung sowie den gebirgsartigen Ausbau des Bachs, erklärte Ingenieur Gehring im Rat. Daneben sei auch der Rechen am Durchlass der L 2218 an der Cröffelbacher Hauptstraße zu erneuern. Die Kosten hierfür betragen rund 30.000 Euro. „Das geht voll zu Lasten des Straßenbaulastträgers, also des Landes“, so der Bürgermeister. Die Maßnahmen wolle man so schnell wie möglich ausschreiben, damit im Sommer gebaut werden kann.

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