Schwäbisch Hall "Tradition gehört nach oben"

Schwäbisch Hall / VIKTOR TASCHNER 06.07.2016
Zahlreiche VfB-Fans kommen in den Haller Optima-Sportpark, um ihre Stars zu sehen. Sie kommen während des Spiels auf ihre Kosten.

Ein Mal VfB, immer VfB“ lautet sein Motto. Thomas Schirrmeister, den sie im Haller VfB-Fanclub 1980 nur „Frosch“ nennen, nimmt auf der neuen Tribüne in der Gegengeraden Platz. Die Sonnenbrille hat er aufgesetzt, Bier steht für die Fanclub-Mitglieder parat. Auf seiner linken Hand ist das Vereinswappen des VfB eintätowiert, ein wahrer Fan eben. Kurz vor dem Anpfiff kleben er und seine Kollegen die Fahne des Fanclub mit grauem Tape-Verband an die Träger des noch fehlenden Dachs auf der Gegentribüne.

Traurigkeit sei noch vorhanden wegen des Abstiegs in die 2. Liga. Aber Schirrmeister glaubt fest daran, dass es mit dem sofortigen Wiederaufstieg klappt. „Tradition gehört nach oben“, sagt der VfB-Fan, um gleich hinterherzuschieben, dass er Retortenclubs wie Leipzig oder Wolfsburg nicht mag. Eine Dauerkarte für alle Heimspiele in der neuen Saison hat sich „Frosch“ natürlich schon gekauft.

Das Spiel läuft, die Haller halten am Anfang gut mit. Auf der Tribüne herrscht eine lockere Atmosphäre. Die Fanclub-Mitglieder scherzen miteinander. Unmittelbar vor dem 1:0 für die Stuttgarter sagt Schirrmeister noch, dass Daniel Didavi fehlt, der abgewanderte Freistoßspezialist. Philip Heise verwandelt trotzdem gekonnt zur Führung, auch zur Freude von Schirrmeister. Kurz danach bekommt das VfB-Maskottchen „Fritzle“, ein Krokodil, ein Bier vom Fanclub spendiert, das das Maskottchen bei den heißen Temperatur auch dankend annimmt. Die Menge lacht und applaudiert.

Auch auf der Gegengerade verfolgt Max Hanselmann das Testspiel. Der 18-Jährige Öhringer trägt ein weißes VfB-Trikot, der Schriftzug auf seinem Rücken trägt seinen Nachnamen. Er findet der neuen VfB-Trainer Jos Luhukay gut, „der weiß, was er macht“. Auch Hanselmann hat sich schon eine Dauerkarte gesichert. Zu den Auswärtsspielen fährt er nur ab und an mit. In der 2. Liga habe er vielleicht öfters die Gelegenheut dazu, „weil einige Spielorte näher liegen“. Am vergangenen Sonntag hat der Öhringer schon das erste Testspiel seines VfB in Großaspach verfolgt. „Heute in Hall kommt mir die Mannschaft stabiler vor.“ Im Optima-Sportpark ist er zum ersten Mal, „klein aber fein“ sei das Stadion.

Nach dem Schlusspfiff packt der Fanclub 1980 zusammen. „Zu wenige Tore am Ende“, lautet der Kommentar von Thomas Schirrmeister zur Partie. Aber es war gut, dass viele junge Spieler eingesetzt wurden. Nun fiebert er dem Saisonauftakt gegen St. Pauli entgegen. Am Montag, 8. August, ist um 20 Uhr Anpfiff. „Dann muss ich gleich nach dem Geschäft los“, erzählt Schirrmeister noch. Er arbeitet bei Recaro.