Ilshofen „New-Irish-Folk“-Band „Cara“ begeistert Besucher

Die Band Cara spielt New-Irish-Folk in der Frankschen Scheune in Ilshofen-Oberaspach.
Die Band Cara spielt New-Irish-Folk in der Frankschen Scheune in Ilshofen-Oberaspach. © Foto: Andreas Dehne
Ilshofen / Andreas Dehne 31.07.2018
Die „New-Irish-Folk“-Band „Cara“ überrascht beim Hohenloher Kultursommer in der Frankschen Scheune in Ilshofen-Oberaspach mit einer der weltbesten Bodhrán-Spielerinnen.

Hier waren wir ja noch nie“, begrüßt Bandgründerin Gudrun Walther nach dem ersten echt irisch klingenden Song die Zuschauer in der ausverkauften Frankschen Scheune in Ilshofen-Oberaspach. „Es ist sehr schön warm bei euch.“ Angereist aus „Schottland, Irland und Deutschland“ spielen sie den traditionellen Song „House Carpenter“, den schon Bob Dylan gesungen hat. „A warning for all married women“, fügt die Violinistin, Sängerin und Harmonikaspielerin der deutschen Gruppe noch hinzu, sei der Originaltitel des Liedes.

Eine grausame Geschichte

Aber sehr schnell lässt Cara (irisch: Freund) hören, was sie unter „New-Irish-Folk“ verstehen. Die wunderbar singende Schottin Kim Edgar am Flügel führt zunächst in die grausame Geschichte von „Lord Gregory“ ein. Das traditionelle schottische Lied in ungewohntem Englisch: „I’m neither a witch nor a wild warlock nor a mermaid o the sea, But I am fair Annie of Roch Royal, O open the door to me.”

Oder auch den, ihrer Ankündigung nach, Folk Song mit schottischem Ursprung „Twa magicians“. Hendrik Morgenbrodt, der Mann an den „Uilleann Pipes“, dem irischen Dudelsack, begleitet sie dabei auf der Flöte. Gudrun Walther stellt ihn und seine „Ellenbogenpfeife“, wie der Dudelsack auch genannt wird, ausführlich vor. „Das ist also ein Instrument für absolute Multi-Tasking-Fanatiker“, stellt sie dazu fest. „Man sagt ja Männer können das eigentlich nicht.“

Die „Uilleann Pipes“ gelten als der wohl am schwersten spielbare Dudelsacktypus, der aber zugleich die höchste musikalische Ausdruckskraft haben soll. Hendrik Morgenbrodt beherrscht seine „Uilleann Pipes.“ Was er bei seinem Solostück „A Trip To Blarney eindrücklich unter Beweis stellt. Sie spielen „das einzige irische Lied, das ein Happy End hat“. Die Zuschauer singen zum ersten Mal mit. Und sie spielen den Blues. Jürgen Treyz, das zweite verbliebene Gründungsmitglied der Gruppe, tauscht immer wieder die Gitarren. Er spielt unter anderem auch die Dobro, eine Resonatorgitarre, in der Lapsteel-Spielweise mit nach oben weisender Korpusdecke quer auf dem Schoß liegend. Kennt man eher von Country- oder Bluegrass-Konzerten.

Über einen am Boden liegenden Laser-Trigger betätigt er dazu kontaktlos mit seinem wippenden Fuß eine fiktive Bass-Drum. Was vielleicht der einzige Wermutstropfen des wunderbaren Abends ist. Nicht weil er es schlecht macht, sondern weil es den wirklich heimlichen Star des Abends noch weiter in den Hintergrund drängt, als er es sowieso schon ist. „Zum ersten Mal“, verkündet Sängerin Walther nicht ohne Stolz, werde Cara von der momentan wohl führendsten Bodhrán Spielerin der Welt begleitet. Aimee Farrell Courtney, „Winner of the 2010 World Bodhrán Championship“, ist die erste Frau, die diesen Titel überhaupt erhalten hat.

Was sie in ihrem überwältigenden Solo an der irischen Rahmentrommel unter dem tosenden Beifall der begeisterten Zuschauer sogleich beeindruckend demonstriert. Was aber leider, zumindest nicht auf allen Plätzen, den Abend über oft nicht richtig gehört werden kann. Zu dominant das Schlagzeug aus der Zauberkiste der Elektronik. Trotzdem, knapp zwei Stunden lang wissen Cara zu überzeugen. Mit einer sehr gelungenen Mischung aus traditionellen Songs aber auch sehr vielen eigenen Stücken. Ihr „New-Irish-Folk“, von den vielen Touren in die USA angehaucht, geht weit über die Grenzen hinaus. Da kann einem der Irish Folk auch gerne einmal etwas „skandinavisch“ vorkommen. Sie verabschieden sich mit „Yet we sing – Trotzdem singen wir.“ Und die Zuschauer singen begeistert mit.

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