• "In den neuen Bundesländern machen weniger Schüler Abitur als in den alten Bundesländern."

Die Abiturquote bestätigt dieses Klischee tatsächlich. In den neuen Bundesländern verlassen demnach durchschnittlich 28 Prozent der Schulabgänger die Schule mit Abitur, in den alten Bundesländern sind es dagegen 35 Prozent.
 

  • "Ostdeutsche sind weniger demokratisiert und beteiligen sich weniger an der Politik."

Bei einem Blick auf die Wahlbeteiligung der Bundestagswahlen der Jahre 2002, 2005 und 2009 fällt auf, dass die fünf Bundesländer mit der geringsten Wahlbeteiligung tatsächlich die neuen Bundesländer sind. So lag die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2009 in Sachsen-Anhalt bei etwas mehr als 60 Prozent, bei den gleichen Wahlen lag sie in Baden-Württemberg bei gut 74 Prozent. Vielleicht liegt die geringe Wahlbeteiligung im Osten daran, dass es zu Zeiten der DDR nur eine Partei, die SED (Sozialistische Einheitspartei) gab - vermuten unsere jugendlichen Befragten.
 

  • "In den neuen Bundesländern sind Frauen jünger, wenn sie ihr erstes Kind bekommen."

In den neuen Bundesländern sind die Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes im Schnitt 27 Jahre alt. In den alten Bundesländern liegt das Alter Erstgebärender bei durchschnittlich 29 Jahren. Interessant ist auch ein Blick darauf, ob die Mütter verheiratet sind oder nicht. In den neuen Bundesländern werden fast doppelt so viele Kinder unehelich geboren wie in den alten Bundesländern.
 

  • "Immer mehr junge Menschen wandern aus den neuen in die alten Bundesländer ab."

Nach der Wiedervereinigung wanderten mehr Menschen aus dem Osten in den Westen als umgekehrt. Wobei auch Letzteres vorkam. In den vergangenen Jahren ist stark erkennbar, dass extrem viele gut ausgebildete junge Menschen aus den neuen Bundesländern abwandern. Im Westen suchen sie einen sicheren Arbeitsplatz und bessere Verdienstmöglichkeiten.
 

  • "Im Osten gibt es viele Rechtsextreme."

Im Osten geschehen mehr Verbrechen mit rechtsextremem Hintergrund als im Bundesdurchschnitt. In Sachsen und Mecklenburg Vorpommern ist die NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands) - eine rechtsextreme Partei - im Landtag vertreten. Doppelt so viele Wähler als die NPD hat im Osten aber die Linke, und es gibt viele Initiativen gegen rechts. "Jeder Zweite im Osten ist arbeitslos."

Die Arbeitslosigkeit im Osten ist mit etwa 10 Prozent höher als die im Westen (etwa 6 Prozent). Ein Grund für die leicht höheren Arbeitslosenzahlen im Osten sind die anhaltenden Folgen der sogenannten Umbruchsarbeitslosigkeit nach dem Mauerfall. Viele staatliche Arbeitsplätze wurden abgeschafft. Seit 2004 ist die Arbeitslosenzahl aber von 19 Prozent immerhin auf 10 Prozent gesunken. Im europäischen Vergleich sind 10 Prozent sogar einer der besten Werte.
 

  • "In den neuen Bundesländern sprechen alle sächsisch."

Sächsisch wird natürlich vor allem in Sachsen gesprochen. Die Vorstellung, die einige Jugendliche hier in Schwäbisch Hall haben, dass in allen neuen Bundesländer sächsisch gesprochen wird, ist ungefähr genauso falsch wie jene, dass in ganz Westdeutschland bayrisch gesprochen wird. Da sächsisch aber sehr markant ist, wird es gerne von uns "Wessis" als Sprache der neuen Bundesländer empfunden.
 

  • "Viele Leute im Osten wohnen in Plattenbauten."

In der DDR entstanden im Zuge des Wohnungsbauprogramms 1972 viele Plattenbauten - von vielen auch als "Betonblöcke" bezeichnet. Durch die Ost-West Migration standen viele dieser Gebäude nach der Wiedervereinigung leer. Deshalb werteten Stadtplaner durch Modernisierung einige dieser Plattenbauten wieder auf und machten dadurch diese Wohnungen wieder attraktiv. Andere wurden abgerissen. In unrenovierten Plattenbauten wohnen also nur noch sehr wenige Menschen.
 

  • "Im Osten baden alle nackt."

Tatsächlich gibt es an der Ostseeküste insgesamt mehr FKK-Strände als an der Nordsee. Der Großteil der 146 Vereine, die dem DFK, dem Deutschen Verband für Freikörperkultur angehören, kommen aus dem Osten. In der DDR war nackt baden eine Modeerscheinung. Heutzutage sieht man immer noch Nacktbader, aber vor allem unter Senioren. Junge Leute sind nur noch selten an den Nacktbadestränden zu finden.
 



Diese Dinge prägten die Jugend in Ostdeutschland

Kleidung Kleidung Sehr beliebt waren knallige Farben wie rot, blau oder grün. Mit diesen Kleidungsstücken wollte man auffallen und sich von der Masse abheben. Viele der damaligen Modetrends werden heute wieder getragen, oft auch kombiniert mit verschiedenen Accessoires, die der heutigen Mode entsprechen.

Musik Schlager und Stimmungslieder waren den „Ossis“ wichtig. Außerdem Rock -, Jazz - und Blues.

Essen Schaumküsse, Thüringer Rostbratwürste, die Backmischung für Eierkuchen oder „Hackepeter"(rohes Gehacktes mit Eigelb) waren beliebte Speisen. Und die „tote Oma“ – eine Wurst, von der Konsistenz ähnlich der Leberwurst. Sie wird in der Pfanne gebraten und zu Pellkartoffeln gegessen.

Sandmännchen Seinen ersten Auftritt hatte das Sandmännchen am 22. November 1959 in der ehemaligen DDR. Heute ist es in ganz Deutschland als Abendgruß zu sehen.

Ampelmännchen Es wurde vor 50 Jahren in der DDR entworfen und entwickelte sich nach der Wende zur Kultmarke. Berlins Ampelmännchen erobern die Welt.

Hochdeutsch - Sächsisch

Hallo! – Daach!
oben – inne wöllgn
der Vater – dorr Babba
Türklinke – Dierndrigger
Wettervorhersage – Wadderfurharsoch
Durchfall – Floddr Oddoh
verschütten – schwäbborn
Antikes Buch – aldor Sching’n
Brötchen – Breedschn
giftgrün – dschidschoriengrien
Zigarrette – Glimmschdäng’l
Fernglas – Ranziehguggor