Kunsthalle "Moderne Zeiten" im Endspurt - 250.000. Besucher begrüßt

BETTINA LOBER 30.04.2015
Der Countdown für "Modernen Zeiten" in der Kunsthalle Würth läuft. Am Sonntag endet das Gastspiel der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin in Hall. Am Mittwoch wurde der 250.000. Besucher begrüßt.

Das Gemurmel der rund 50 Schüler verstummt, wird von verdutzten Blicken abgelöst, schließlich gibt's Applaus. "Unter Ihnen ist der 250.000. Besucher dieser Ausstellung", begrüßt Kunsthallen-Direktorin Sylvia Weber am Mittwochmorgen die Jahrgangsstufe zehn des Hohenstaufen-Gymnasiums aus Eberbach am Neckar. Und bevor sie einen Schüler oder die begleitenden Lehrer Sebastian Schäuffele und Andrea Kodeda-Weißmann als Glückspilze herausgreift, heißt Sylvia Weber einfach die komplette Gruppe mit Brezeln und Gutscheinen für eine weitere Führung durch eine der kommenden Ausstellungen willkommen. Für Lehrer Schäuffele ist der Besuch in der Kocherstadt übrigens eine Rückkehr zu den Wurzeln: Er war Schüler im Erasmus-Widmann-Gymnasium, "und ich hab' in Hall noch einen Zweitwohnsitz", sagt er lachend.

Monika Grütters und Otto Schily schreiben ins Gästebuch

Sylvia Weber freut sich über den großen Zuspruch, den die seit 23. Mai 2014 laufende Schau "Moderne Zeiten" erntet - gerade auch von jüngeren Besuchern. Auch allerlei Promis haben sich in den vergangenen Monaten in der Kunsthalle blicken lassen - Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Goethe-Instituts-Präsident Klaus-Dieter Lehmann, Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer, der frühere Innenminister Otto Schily, und der Künstler A.R. Penck hat sich gleich mit einer Zeichnung im Gästebuch verewigt. "Schee war's!" ist dort auch zu lesen oder: "Man muss nicht nach Berlin reisen, um diese tollen Exponate zu sehen, Danke." Und Asylbewerber aus Tauberbischofsheim - sie flüchteten zum Beispiel aus Syrien und Eritrea - bedankten sich nach einem Besuch mit Briefen für die Ausstellung.

"Die bislang bestbesuchte Ausstellung", sagt Sylvia Weber, "ein großartiges und anspruchsvolles Projekt für uns." Die Begegnung mit Kunstwerken aus den Jahren 1900 bis 1945 Zeit mache demütig vor der Geschichte. Bis einschließlich Sonntag, 3. Mai, sind in Hall die Bestände zur Klassischen Moderne aus der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin zu sehen. Der Blick wird auf Hauptwerke des Expressionismus, Dada, Neuer Sachlichkeit, Bauhaus-Kunst und Surrealismus gelenkt. Edvard Munchs monumentaler Fries für die Berliner Kammerspiele, Ernst Ludwig Kirchners "Potsdamer Platz", Max Beckmanns "Frauenbad", Georges Grosz' morbide "Stützen der Gesellschaft oder Christian Schads mondäne "Sonja" sind nur einige Werke, die noch bis Sonntag gezeigt werden. Für den Endspurt hat sich das Kunsthallen-Team entschieden, die Öffnungszeiten am Freitag und Samstag, 1. und 2. Mai, bis 22 Uhr zu verlängern. Am Sonntag, 3. Mai, ist um 18 Uhr endgültig Schluss. Teile der Ausstellung reisen dann ins Israel-Museum nach Jerusalem und werden dort gezeigt.

In Hall wird derweil umgebaut, damit am 17. Mai die nächste Schau eröffnet werden kann - eigentlich sind es zwei Ausstellungen: "Silberhirsch & Wunderprunk", das Victoria&Albert-Museum zu Gast in der Kunstkammer Würth, sowie "Op Art - Kinetik - Licht", Kunst in der Sammlung Würth von Josef Albers und Vasarely bis Patrick Hughes.