Schwäbisch Hall „Mittelstandsregion vom Allerfeinsten“

Schwäbisch Hall / Jürgen Stegmaier 20.09.2018
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten bekommt am Donnerstag in Berlin den Deutschen Elite-Mittelstandspreis verliehen. Dieser ging auch schon an Walter Döring und Rezzo Schlauch.

Für jemanden, der im aktuellen politischen Leben steht, ist der Mittelstandspreis eine schöne Würdigung. Bei mir ist der Glanz dieser Auszeichnung inzwischen allerdings ein bisschen verblasst.“ Dies sagt Rezzo Schlauch. Der Bächlinger, der längst in Stuttgart lebt, war einst Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft, außerdem Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung. Den ehemaligen Grünen-Politiker wundert es nicht, dass der Mittelstandspreis in diesem Jahr an Christian von Stetten verliehen wird. „Er ist sehr mittelstandsorientiert. Sein Profil passt“, sagt der Grüne Rezzo Schlauch über den Christdemokraten.

Schlauch galt als sehr aktiver Staatssekretär was eine mittelstandsfreundliche Politik anbetrifft. Nichts habe sich daran geändert, dass der Mittelstand damals wie heute auf hohem Niveau jammere. Die Unternehmer wünschen sich wie schon vor 15 Jahren mehr Bürokratieabbau.

Doch im Vergleich zu 2004 gebe es einen erheblichen Unterschied: Damals sei der Mittelstand wesentlich stärker als heute über Banken finanziert gewesen. Als durch die Bankenregeln die Zügel anzogen wurden, hatten es die Mittelständler nicht mehr so einfach, an frisches Geld zu kommen. Man sprach von Kreditklemme. Inzwischen sei die Situation eine vollkommen andere: Die Unternehmen hätten die hohen Eigenkapitalanforderungen erfüllt, die entsprechenden Quoten seien wesentlich höher als vor 15 Jahren. Außerdem werde Betrieben heutzutage durch die Zinspolitik der EZB das Geld geradezu hinterhergeworfen.

Gerade der Raum Hall-Crailsheim-Gaildorf sei eine Mittelstandsregion vom Allerfeinsten, sagt Rezzo Schlauch. „Es ist eine stolze Liste an Preisträgern. Es freut einen, in dieser Reihe zu stehen“, sagt der Haller Walter Döring. Er bekam den Mittelstandspreis 2001 verliehen, als er Baden-Württembergs Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident war. Namen wie Gerhard Schröder (einst Bundeskanzler), Edmund Stoiber, Roland Koch, Kurt Beck, Günther Oettinger (ehemals Ministerpräsidenten) oder Olaf Scholz (Bundesfinanzminister), Frank-Walter Steinmeier (Bundespräsident) oder Manfred Weber (im Gespräch als künftiger EU-Kommissionspräsident) stehen auf der Liste der Preisträger. Döring räumt ein: „Mir hat der Preis damals gutgetan.“

Von Donnerstag an gehört also auch Christian von Stetten dazu. „An ihm imponiert mir, dass er ein strammer Marktwirtschaftler ist und sich durch sein unternehmerisches Engagement eine Unabhängigkeit vom Politikbetrieb geschaffen hat“, lobt Walter Döring von Stetten. Er selbst habe den Veranstaltern den Freiherrn aus dem Kochertal schon vor Jahren vorgeschlagen. Damals sei dies abgelehnt worden.

Würth hielt Rede auf Döring

Walter Döring geht davon aus, dass der Mittelstandspreis nicht nur die Geehrten ehrt, sondern durch die illustren Namen auch die Ehrenden. Besonders in Erinnerung ist dem ehemaligen Finanzminister geblieben, dass der Künzelsauer Konzernchef Reinhold Würth damals die Laudatio auf ihn gehalten hat.

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Mal wurde der Mittelstandspreis auf globaler Ebene vergeben. Die Preisträger: US-Präsident Bill Clinton, Chinas Ministerpräsident Zhu Rongji, Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Schröder und Altmaier würdigen die Preisträger

Christian von Stetten gehört dem Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an. Er ist mittelstandspolitischer Sprecher und Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der Fraktion. Für den Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe sitzt von Stetten seit 2002 im Deutschen Bundestag. Der 48-Jährige gilt als einer der hartnäckigsten Kritiker der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Feierrede auf Christian Freiherr von Stetten, der auf die Bezeichnung Freiherr in der persönlichen Anrede keinen Wert legt, hält heute Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie.

Auch der Ministerpräsident Niedersachsens, Stephan Weil, SPD, erhält heute in Berlin den Deutschen Elite-Mittelstandspreis. Die Laudatio auf ihn hält der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Getragen wird die Preisverleihung von der Stiftung „Wir Eigentümerunternehmer“. Zu dieser gehören die Vereine Union Mittelständischer Unternehmen, Europäische Union Mittelständischer Unternehmen, Bundesverband Deutscher Mittelstand und Europäisches Wirtschaftsforum. Zu den ideellen Unterstützern zählen unter anderen der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe und der Deutsche Steuerberaterverband. Als Sponsor tritt an erster Stelle die Deutsche Bank auf.

Die Preisverleihung findet heute Abend im Rahmen eines festlichen Abendessens im Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden statt.

Den Festvortrag zur Preisverleihung hält der Unternehmensberater Roland Berger.

Der Mittelstandspreis wird zum 25. Mal vergeben. Erster Preisträger war 1994 Ingo Friedrich, Vizepräsident des Europaparlaments.

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