Ausbau bis an die Bilz Haller Nahwärme in Michelbach?

Die Stadtwerke Schwäbisch Hall werden die Haushalte im Neubaugebiet Taubental mit Nahwärme versorgen. Die Leitung führt durch das bestehende Wohngebiet. Die Stadtwerke überlegen, ob sie über Abzweigungen Anlieger anschließen.
Die Stadtwerke Schwäbisch Hall werden die Haushalte im Neubaugebiet Taubental mit Nahwärme versorgen. Die Leitung führt durch das bestehende Wohngebiet. Die Stadtwerke überlegen, ob sie über Abzweigungen Anlieger anschließen. © Foto: Arslan
Michelbach / Sigrid Bauer 16.11.2018
Die Gemeinde Michelbach und die Haller Stadtwerke sind im Gespräch über den weiteren Ausbau des Nahwärmenetzes. Auch der Kindergarten in der Manfred-Kyber-Straße könnte angeschlossen werden.

Dass Nahwärme eine angenehme Art der Versorgung mit Warmwasser und Heizung darstellt und auch in ökologischer Hinsicht sinnvoll ist, ist in Michelbach verbreitete Ansicht. Das Neubaugebiet Taubental wird komplett angeschlossen, was der Nachfrage nach Baugrundstücken in keiner Weise schadete. „Auch Bürger von bestehenden Wohngebieten melden sich bei den Stadtwerken und fragen nach einem Nahwärmeanschluss“, weiß Michelbachs Hauptamtsleiter Berthold Krist.

Die Stadtwerke überlegen derzeit, ob sie von der Leitung, die das Neubaugebiet Taubental versorgen soll und durch das bestehende Wohngebiet führt, eine Abzweigung bauen. Die bestehende Leitung geht von der Schwimmhalle in die Eduard-Mörike-Straße und verläuft durch die Konrad-Weiß-Straße zum Neubaugebiet Taubental. Geplant ist eine abzweigende Leitung, die unter dem Fußweg Eduard-Mörike-­Straße zwischen den Häusern zur Wilhelm-Schrader-Straße und von dort nach Süden entlang des Fußwegs zum kommunalen Kindergarten an die Nordseite des Kindergartens führt.

„Grundsätzlich sind wir an der Nahwärme für den Kindergarten interessiert, auch weil die jetzige Gasheizung bald ausgetauscht werden muss“, so  Bürgermeister Werner Dörr in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Entscheidung für den Bau der Leitung fiele den Stadtwerken sicher leichter, wenn wir mit dem Kindergarten als größerem Abnehmer ans Nahwärmenetz gehen, meinte  er. Gegenüber unserer Zeitung sagt er aber auch, dass der Einbau einer neuen Gasheizung momentan sicher günstiger ist als Nahwärme. Es komme also auf die Konditionen der Stadtwerke an.

Am Nahwärmenetz des Haller Energieversorgers hängen bereits die Schwimmhalle, die Rudolf-­Then-Halle, die Schule und die Schulturnhalle. Dafür hat die Gemeinde einen Contracting-Vertrag mit den Stadtwerken abgeschlossen. Sie zahlt deshalb laut Dörr einen etwas höheren Wärmelieferpreis, ist aber nicht direkt an den Investitionskosten beteiligt.

„Der Häuslebauer zahlt für den Anschluss extra“, erklärt Werner Dörr. Er möchte den Kindergarten auch in den Vertrag aufgenommen haben. Ein paar Nah­wärmeinteressenten gibt es auch unter den Anwohnern. „Zum Teil sitzen sie wie auf Kohlen“, hatte Dörr in der Gemeinderatssitzung angemerkt. Auf Manfred Sturm trifft das zu.

Die richtige Lösung

„Wir haben vor 20 Jahren als eine der ersten in Michelbach eine Pelletheizung eingebaut. Inzwischen ist sie anfällig geworden und wir brauchen Ersatz“, erklärt der frühere Lehrer, der sich sehr für regenerative Energien einsetzt. Er versuche seit zwei Jahren, als die Stadtwerke die Nahwärmeleitung zum Baugebiet Taubental planten, ebenfalls an das Netz angeschlossen zu werden. Für ihn ist die regenerative Versorgung für sein Haus die richtige Lösung. „Wenn die Bürger nicht mitmachen, wird das Netz nie erweitert“, erklärt er seine Motivation. Er hofft, dass dann andere Michelbacher und eventuell auch das ASB-Seniorenheim auf die umweltfreundliche Nahwärme umsteigen. Die Stadtwerke sind derzeit in Abstimmungsgesprächen mit Sturm und anderen interessierten Anwohnern, die unmittelbar an der geplanten Trasse wohnen. In seiner Stellungnahme für die Zeitung betont das Unternehmen  die Vorteile der Nahwärme: langfristig günstige Heiz- und Warmwasserversorgung bei großer Preisstabilität und die hohe Energieeffizienz bei geringem Kohlendioxidausstoß. Außerdem würden die Vorgaben des ­Erneu­er­­bare-­Energien-Gesetzes zu 100 Prozent erfüllt.

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