Schwäbisch Hall Sparkasse: Sulzdorfer müssen Geld jetzt im Solpark abheben

Seit dem 10. Dezember müssen Sulzdorfer Sparkassenkunden für ihre Bankgeschäfte zum Neubau im Solpark fahren. Auch Automaten gibt es keinen mehr vor Ort.
Seit dem 10. Dezember müssen Sulzdorfer Sparkassenkunden für ihre Bankgeschäfte zum Neubau im Solpark fahren. Auch Automaten gibt es keinen mehr vor Ort. © Foto: Maya Peters
Schwäbisch Hall / Maya Peters 24.01.2019
Die Sulzdorfer Sparkassenfiliale ist seit Dezember geschlossen. Die Kunden werden nun im Solpark betreut.

In der Sulzdorfer Hauptstraße hängt in den Fenstern des Geschäftshauses noch die rote Werbeschrift. „Wir ziehen um“ steht auf dem Plakat hinter den geschlossenen Glastüren. Seit dem 10. Dezember müssen Sulzdorfer Sparkassenkunden für ihre Bankgeschäfte zum Neubau im Solpark fahren. Auch Automaten gibt es keinen mehr vor Ort.

Die beiden Filialen Hessental sowie Sulzdorf sind zentralisiert zusammengefasst. „Die hohen Fixkosten für die Unterhaltung der 1981 eröffneten Sulzdorfer Filiale standen in keinem Verhältnis mehr zur Nutzung durch die Kunden. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht war sie schon längere Zeit nicht mehr tragfähig“, berichtet Geraldine Söldner von der Sparkasse Schwäbisch Hall-
Crailsheim.

Ortsvorsteher: Aus dem Ort kommen kaum negative Stimmen

„Wir vom Ortschaftsrat sind bereits frühzeitig über die Schließung informiert worden“, blickt Ortsvorsteher Walter Heinrich Frank zurück. Selbstverständlich habe man protestiert, doch die Entscheidung sei aus wirtschaftlichen Gründen gefallen. Aus den Reihen der Sulzdorfer Bürger habe er kaum negative Stimmen gehört. Da sei er mehr nach Gelben Säcken gefragt worden, konstatiert er scherzend. „Man fährt doch eh da in Hessental vorbei“, sei der allgemeine Tenor.

Diese gelassene Haltung kann auch Geraldine Söldner bestätigen: „Wir und die Mitarbeiter der Filiale vor Ort haben die Kunden frühzeitig über die Veränderung und die Beweggründe informiert. In vielen persönlichen Gesprächen teilten die Kunden ihr Verständnis mit und reagierten sehr positiv auf die offene Vorgehensweise. Wichtig für die Kunden sind die vertrauten Gesichter. Es gab nicht einmal eine Handvoll negative Reaktionen.“ Die schönen neuen Räumlichkeiten, die gute Verkehrsanbindung und das breite Parkplatzangebot im Solpark seien hingegen gelobt worden.

Auch auf Facebook gibt es nur wenige Reaktionen

Selbst im sozialen Netzwerk Facebook findet sich zum Thema Filialschließung nur ein Beitrag. „Wir sind sehr unglücklich mit dem Wegzug der Sparkassenfiliale aus Sulzdorf. Wenigstens einen SB-Automaten hätte man doch da lassen können. ... In Sulzdorf kann man eigentlich alles Wichtige zu Fuß erledigen und muss jetzt nur wegen Bargeld einen relativ weiten Weg auf sich nehmen. Ärgerlich und mühsam für die vielen Senioren vor Ort. Und nicht nur für die. Bleibt in letzter Konsequenz nur der Wechsel zur Volksbank“, schreibt Patricia Bantquin bei Facebook am 2. Januar. Sie habe den Automaten für Ein- und Auszahlung relativ häufig genutzt, erzählt Bantquin auf Nachfrage. Immerhin einen kleinen Trost gebe es: Bargeld erhalte man vor Ort beim Einkauf ab 20 Euro auch im Supermarkt.

Sulzdorfer Mitarbeiterin ist mit umgezogen

Schön sei, unterstreicht Ortsvorsteher Frank, „dass die Gesichter die gleichen geblieben sind“. Die langjährige Mitarbeiterin aus dem Ort sei auch im Solpark weiterhin für die Sulzdorfer zuständig. Das sei für viele wichtiger als der Standort, weiß Frank aus Gesprächen. „Wir wollten für unsere immobilen Bürger eine Lösung. Die gibt es und damit sind wir sehr zufrieden“, erzählt er vom Gespräch mit dem Sparkassenvorstand Michael Beck.

Für immobile Kunden gibt es einen Geld-Bringdienst

Für Sparkassenkunden aus Sulzdorf und den Teilorten Matheshörlebach, Jagstrot, Hohenstadt, Anhausen, Buch, Dörrenzimmern und Neunbronn gibt es nun einen Geldbringdienst. Bis zu 2000 Euro könnten so per Anruf beim Kundencenter oder per E-Mail an den Kundenberater bestellt werden, berichtet Söldner. Bislang sei der Bargeldservice sehr vereinzelt genutzt worden. Derzeit habe die Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim 40 Filialen und 50 Geldausgabeautomaten im Geschäftsgebiet.

Ein Vorbild ist für Ortsvorsteher Frank die Raiffeisenbank Tüngental, die über die Ortsgrenzen hinweg beispielsweise in Bibersfeld oder Wolpertshausen Vakanzen ausfüllt. Deren Vorstand Andreas Stein meint auf Nachfrage: „Wir sind nur in den Teilorten aktiv, in denen es gar keine Bankstelle mehr gibt.“ Das sei in Sulzdorf nicht der Fall, da dort weiterhin die VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim tätig ist. Deren Pressesprecher Torsten Schulz betont, dass weiter an der Filiale vor Ort festgehalten werde. Trotz der Filialschließung der Sparkasse könne man in Sulzdorf keinen signifikanten Anstieg durch Wechselkunden feststellen. „Man hat eben ein großes Vertrauen zur Hausbank“, erläutert er und setzt erklärend hinzu: „Letzten Endes wird vieles an Bankgeschäften mittlerweile online gemacht.“

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