Schwäbisch Hall „Lucky“ lässt Gesichter strahlen

Lieselotte Broß streichelt die Hunde, die Mario Osti mit ins Pflegeheim gebracht hat.
Lieselotte Broß streichelt die Hunde, die Mario Osti mit ins Pflegeheim gebracht hat. © Foto: Diak
Schwäbisch Hall / Christiane Hoheisel 11.10.2018
Mario Osti engagiert sich mit seinen Hunden im Haus Sonnengarten, einem Pflegeheim des Diakoniewerks in Hessental.

Marianne Schweizer wohnt im Haus Sonnengarten und freut sich über den lebhaften Besuch in ihrem Zimmer. Sie hatte früher nie einen Hund und wenn Mario Osti mit seinem Husky „Lucky“ oder - wie heute - sogar mit seiner neunjährigen Tochter Sophie und dem ganzen kleinen Husky-Rudel zu Besuch kommt, dann strahlt sie: „Das ist so schön, wenn ihr da seid!“

Mario Osti kommt nun schon über ein halbes Jahr einmal in der Woche ins Haus Sonnengarten. Der 39-jährige Breitensteiner liebt diese Besuche. Wenn man ihn fragt, wie er „auf den Hund gekommen“ ist, erzählt er: „Wir hatten zu Hause schon Katzen, Meerschweinchen und Mäuse. Und dann wollte unsere Tochter vor drei Jahren auch einen Hund.“ Mit diesem Wunsch rannte sie bei Mario Osti offene Türen ein. Da er Langstreckenläufer ist, kam für ihn nur eine Rasse in Frage, die dieses Training mithält. So fiel die Wahl auf einen Husky. Von einem Züchter konnte er den damals zwölf Wochen alten Rüden „Lucky“ kaufen, mit dem er zur Hundeschule ging.

Huskys leben gerne im Rudel. Deshalb schaffte sich Familie Osti nach und nach zwei weitere an: Den jetzt zwei Jahre alten „Wulfi“ und „Neo“, der mit seinen vier Monaten das Baby im Rudel ist.

Da „Lucky“ ein auffallend ausgeglichenes Tier ist, kam dem 39-Jährigen mit der Zeit die Idee, mit ihm ein Besuchshundetraining zu absolvieren. Nachdem „Lucky“ die Eignungsprüfung bestanden hatte, besuchten die beiden von Dezember 2016 bis Juli 2017 einmal pro Monat eine weiterführende Ausbildung für Besuchshunde in Schwäbisch Hall. Darin lernen die Hundebesitzer theoretisches Hintergrundwissen und üben mit den Hunden die Besuchshundepraxis ein.

Nachdem „Lucky“ während seiner Besuchshundeausbildung schon in verschiedenen Pflegeeinrichtungen war und sich so langsam in das Thema hineingeschnuppert hatte, war es für Mario Osti der logische nächste Schritt, sich bei der Leitung des Hauses Sonnengarten zu melden, als er hörte, dass man dort auf der Suche nach einem Besuchshund war.

Vom Hund zu Gott und der Welt

Meistens kommt der Breitensteiner samstagnachmittags mit Lucky dorthin. Die beiden setzen sich dann zu einzelnen Bewohnern oder auch zu einer Gruppe. Man unterhält sich, zunächst einmal, natürlich über Hunde. Der Hund ist die Brücke zum anderen Menschen. Das Gespräch entwickelt sich ganz von allein und plötzlich redet man über Gott und die Welt. „Lucky“ und Mario Osti machen auch Besuche in den Zimmern. Sie wissen inzwischen, wer Hunde besonders mag und sich über den Besuch freut.

Gerne geht Mario Osti auch mit einzelnen Bewohnern spazieren. Besonders schön war für ihn folgendes Erlebnis: Eine Bewohnerin musste immer zu Spaziergängen animiert werden. Nach zwei Monaten stand sie plötzlich von allein von ihrem Stuhl im Speiseraum auf und ging voller Vorfreude auf ihn und „Lucky“ zu, als sie sah, dass die beiden um die Ecke kamen. Momente wie dieser zeigen dem 39-Jährigen, dass er und seine Hunde mit ihrem Engagement im Haus Sonnengarten am richtigen Platz sind.

Info

Die Autorin Christiane Hoheisel ist beim Diakoniewerk für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

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