Landwirtschaft „Lieber zuerst die Rübe!“

Gut besucht ist der Verbandstag in Kupferzell. Die Bauern werden aufgefordert, weiterhin Rüben anzubauen.
Gut besucht ist der Verbandstag in Kupferzell. Die Bauern werden aufgefordert, weiterhin Rüben anzubauen. © Foto: Denise Fiedler
Kupferzell / Denise Fiedler 10.02.2017
Landwirtschaft: Der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauern tagte in Kupferzell.

Die Zuckerrübenbauern stehen vor einem gewaltigen Umbruch. Im Herbst war die Anbauquote gefallen. Damit kann jetzt jedes europäische Land so viel anbauen, wie es will. Befürchtet wird eine überhöhte Fördermenge und ein dadurch sinkender Weltmarktpreis. Verbands­präsident Willi Endress, Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied und Südzuckerchef Rainer Schechter versuchten, die 300 in Kupferzell anwesenden Bauern von einem Festhalten an der Rübe und einem weiteren Ausbau der Produktion zu überzeugen.

50 Prozent mehr Anbau gegenüber 2016 – so der Plan, um mit dem Wegfall der Zuckerrübenquote nicht in ein Loch zu fallen. Schon 2016 waren es 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor gewesen. Und wie Willi Endress und Schechter betonen, soll es noch mehr werden und jeder Zuckerrübenbauer so viel geben, wie er kann. „Lieber zuerst die Rübe!“, so Endress‘ Credo. Frankreich hat, wie Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied erklärte, bereits angekündigt, seinen Anbau stark zu vergrößern. Ebenso werde es hierzulande vonstattengehen, so Südzucker-Chef Schechter.

USA ist wichtiger Markt

Ziel des Aktienunternehmens sei es, die Werke noch besser auszulasten, um so Fixkosten zu senken. Außerdem sollen weitere Auslandsmärkte erschlossen und intensiver bewirtschaftet werden. Wie Rukwied betonte, bedeutet das Ende der Quote nicht automatisch den Wegfall des Zollschutzes, der weiterhin auf Zuckerrüben wie für viele andere landwirtschaftliche Erzeugnisse besteht. Er ging auf das Verhältnis zu den USA ein. Zweitgrößter deutscher Absatzmarkt mit einem Saldo von 3,5 Milliarden Euro stünden auf dem Spiel, käme es zu einem Bruch mit dem präsidial neu aufgestellten Land.

Der Preis für Zuckerrüben ist leicht gestiegen. Auf dem Weltmarkt sei die Nachfrage in den letzten beiden Jahren jeweils größer gewesen als das Angebot. „Der Zuckerpreis hat sich besser entwickelt als noch vor einem Jahr gedacht“, macht Schechter die Volatilität des Agrarmarktes deutlich.

2016 war ein wechselhaftes Jahr für den Zuckerrübenanbau. Ab Ostern bis in den Juni hinein herrschten mit zu starken Regenfällen schlechte Bedingungen. Im Sommer und Frühherbst wendete sich vieles zum Besseren. 77 000 Tonnen Rüben konnten im Gebiet Offenau geerntet werden, „ein sehr gutes Gebiet für den Zuckerrübenanbau“.

Im Rahmen der Veranstaltung fand die Wahl eines neuen Ausschussmitgliedes für den Wahlbezirk 9  statt. Mit von 52 von 61 abgegebenen Stimmen wurde Gerald Heinrich aus Öhringen-Möhrig gewählt. Endress musste das Amt altersbedingt abgeben.