Landesregierung „Keine fruchtlose Debatte“

Schwäbisch Hall / tob 21.07.2018

Warum werden manche Lehrer während der Sommerferien arbeitslos?

Befristete Verträge können nur bis zum Ende des jeweils laufenden Schuljahres geschlossen werden, da sie an den konkreten Vertretungsbedarf geknüpft sind. Die befristete Beschäftigung ist die große Ausnahme: In Baden-Württemberg gibt es über 110 000 Lehrkräfte an öffentlichen Schulen. Drei Prozent aller Lehrkräfte haben befristete Arbeitsverhältnisse. Diese drei Prozent umfassen auch pensionierte Lehrkräfte, die an ihren Schulen noch aushelfen. Unter diesen drei Prozent sind außerdem zahlreiche junge Lehrkräfte, die auf eine unbefristete Stelle bewusst verzichten, weil das Angebot ihrem Ortswunsch nicht entspricht.

Warum befinden sich fast alle Inklusionsschüler in Gemeinschaftsschulen?

Es trifft nicht zu, dass die Inklusion ausschließlich durch die Gemeinschaftsschule umgesetzt wird. Richtig ist, dass die Gemeinschaftsschulen bereits bei ihrer Einführung im Jahr 2012, und damit vor gesetzlicher Verankerung der heutigen Inklusionsgesetzgebung mit der Schulgesetzänderung im Jahr 2015,  die Inklusion konzeptionell verankert hatten. Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann sagt: „Inklusion ist Chance und Herausforderung zugleich. Und zwar für alle Schularten.“

Warum tragen die Gemeinschaftsschulen in Schwäbisch Hall die Hauptlast der Integration von Flüchtlingen?

Die dieser Frage zugrundeliegende Behauptung ist nicht zutreffend. Insgesamt werden im Land (Stand 16. Juni 2018)  26 526 Kinder und Jugendliche in Vorbereitungsklassen unterrichtet, davon an der Grundschule 13 747, an der Gemeinschaftsschule Primarstufe 1495/Sekundarstufe 3120, an der Werkrealschule 5311, an der Realschule 1863 und am Gymnasium 817.

Fehlt der Gemeinschaftsschule eine Zukunftsperspektive?

„Die Gemeinschaftsschule ist im Bildungssystem Baden-Württembergs inzwischen etabliert. An fruchtlosen Schulstrukturdebatten möchte ich mich nicht beteiligen. Bei den Gemeinschaftsschulen haben wir eine klare Haltung: Es gibt verbindliche Kriterien für die Einrichtung und für die Entwicklung dieser Schulart, beispielsweise, was die Einrichtung gymnasiale Oberstufen betrifft. Wir sorgen hier für Klarheit und Verlässlichkeit“, sagt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann auf Anfrage des HT.

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