Fastnacht „Jetzt ist Fasching“

Die Elferräte des Fastnachtskomitees Bühlertann stellen vor den Augen ihrer närrischen Gemeinde den Narrenbaum am Kirchplatz. Die Baumwurzel zeigt närrisch verkehrt gen Himmel.
Die Elferräte des Fastnachtskomitees Bühlertann stellen vor den Augen ihrer närrischen Gemeinde den Narrenbaum am Kirchplatz. Die Baumwurzel zeigt närrisch verkehrt gen Himmel. © Foto: l
Michaela Christ 09.01.2018

Um 14.55 Uhr drückt Hannes Rieder von der Narrenpolizei Bühlertann auf die Wagenhupe. Eine Minute später noch einmal. Auf dem Netto-Parkplatz am Ortsausgang von Bühlertann kommt Bewegung auf. Der Musikverein stellt sich hinter dem Polizeiauto auf, dahinter formieren sich sieben Bühlertanner Garden und die beiden Showtanzgruppen. Hinter ihnen reihen sich Abordnungen der großen Wagenbauergruppen ein. Luftballons werden an die Umzugsteilnehmer ausgeteilt. 150 waren vorbereitet. Sie reichen bei weitem nicht. Dann ertönt der dritte Hupton und die Elferräte laden sich den Narrenbaum auf die Schulter. Rieder schaltet das Fastnachtshorn ein und Richard Beißer hebt den Taktstock: Zu „When the saints go marching in“ bewegt sich der Umzug in Richtung Dorf.

„Endlich haben die Elferräte eine tragende Rolle“, spaßt Bürgermeister Michael Dambacher in Richtung von  Thorsten Rüeck aus der neuen Vorstandschaft des Fastnachtskomitees Bühlertann (FKB), als der Umzug zehn Minuten später auf dem Kirchplatz eintrifft. Rüeck wischt sich lachend den Schweiß von der Stirn. Sein Platz im Umzug war zusammen mit Bühlertanns Büttl Georg Hoffmann und dem neuen Ortsbautechniker Michael Möller ganz hinten an der Krone. Das ist die Stelle mit der größten Last, denn der Narrenbaum wird mit den Wurzeln nach oben gestellt. „Ich bin den Umzug noch nie rückwärts gelaufen“, sagt Marcus Klein von der Wagenbaugruppe Beichtstuhl. Stimmt, normal ist die Umzugsrichtung entgegengesetzt. „Und ich bin ihn noch nie ohne Zuschauer gegangen“, ergänzt Lisa Eller von der Showtanzgruppe Königsblau. Stimmt auch. Zumindest bis zur Bühlerbrücke. Ab dort gibt es völlig unerwartet doch Zuschauer am Straßenrand, die sich in den fröhlichen Konvoi Richtung Dorf einreihen.

Auf dem Kirchplatz stellen die Elferräte den Baum zum ersten Mal mit hölzernen Stangenpaaren, sogenannten Schwalben. Als der Baum steht, lässt ihn die närrische Gesellschaft mit einem Tusch und dreifachen „Narri Narro“ hoch leben. Die Begrüßung übernimmt ein sichtlich überwältigter Paul Schmieg aus der neuen Vorstandschaft. Danach nehmen sich die neuen Vorstände in einem Gedicht gegenseitig auf die Schippe. „Tante Sonja kommt als Nonne. Onkel Paul, der geht als Tonne“, sagt Thorsten Rüeck mit einem breiten Grinsen. Danach wird der Countdown nach unten gezählt, und die Luftballons in den Himmel entlassen.

Wie kommt der neue Auftakt bei der närrischen Bevölkerung an? „Super. Jetzt ist Fasching!“, sagt Heiko Gaugel von der Wagenbaugruppe Beichtstuhl. „Richtig tolle Party“, bestätigt auch Beate Strobel von den Faschingsfreunden Obersontheim und wird unterstützt mit einem lautstarken „Oso mio“ von fünf weiteren Holländern aus der Nachbargemeinde. „Aber sie brauchen auf jeden Fall noch einen Sänger“, meint Katrin Kurz vom SC Bühlertann.

Der Sänger der letzten 30 Jahre, der 75-jährige Ex-Fastnachtspräsident Felix Pfitzer, ist ebenfalls vor Ort. Er spricht das wohl  größte Kompliment an seine Nachfolger aus: „Es freut mich, dass es gut – eher besser – weiter läuft!“

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