Engagement Neue Spitze bei Obersontheimer Feuerwehr

Das ist Daniel Finsters Platz auf dem Weg zum Einsatz. Der Mannschaftstransportwagen (MTW) ist dann das Fahrzeug des Einsatzleiters, der an der gelben Weste zu erkennen ist.
Das ist Daniel Finsters Platz auf dem Weg zum Einsatz. Der Mannschaftstransportwagen (MTW) ist dann das Fahrzeug des Einsatzleiters, der an der gelben Weste zu erkennen ist. © Foto: Sigrid Bauer
Obersontheim / Sigrid Bauer 06.07.2018
Daniel Finster ist der jüngste Kommandant in der Geschichte der Wehr.

Nur eine halbe Stunde nach der Übergabe der Leitungsaufgaben von seinem Vorgänger Jürgen Lerner rückte der 30-Jährige zu seinem ersten Einsatz als Kommandant aus. „Zu dem Flugzeugabsturz im Fischachtal. Da musste ich gleich ein Interview fürs Fernsehen und Radio geben. Gut, dass Jürgen Lerner auch dabei war, so konnte ich mich bei ihm absichern“, berichtet Finster. Seltsam sei es gewesen, als er sich am Morgen in seinem Radiowecker über den Einsatz hat sprechen hören.

Gleich erwähnt er seine Partner in der Führung: Uwe Stegmaier, der vom zweiten zum ersten Stellvertreter aufgestiegen ist, und Tobias Gutheiß, der neu im Führungstrio ist. „Ich habe starke Stellvertreter, die mir viel abnehmen“, betont der junge Kommandant. Zu verdanken hat er seine Feuerwehrmitgliedschaft zu einem guten Teil einem Kumpel, der ihn 2003 überredete, in die neu gegründete Jugendfeuerwehr einzutreten.

„Schon bei der ersten Übung hat mich das Feuerwehrfieber gepackt“, erinnert er sich und lacht. Dabei ist es bis heute geblieben. „Der Zusammenhalt, die Kameradschaft, die Breite an Herausforderungen und die Technik begeistern mich. Jede Übung, jeder Einsatz ist anders“, beschreibt er seine Faszination für die Feuerwehr.

Mit 16 war er 2003 einer der Ältesten in der Jugendabteilung und übernahm gleich Verantwortung im Ausschuss. Ein Jahr später wechselte er zu den Aktiven, bleib aber als Betreuer bei den Jugendlichen. 2008 wurde er stellvertretender Jugendabteilungsleiter, 2013 gründete er die Kindergruppe, die Löschschlümpfe, und übernahm 2014 die komplette Jugendabteilung. „In den letzten Jahren sind zahlreiche Jugendliche zu den Aktiven gewechselt“, so Finster. In den 15 Jahren, in denen er sich für die Jugendfeuerwehr engagiert hat, habe er nicht nur Kinder und Jugendliche aus der Gemeinde kennengelernt, sondern auch viele Leute aus dem ganzen Kreis.

Unerwarteter Aufstieg

Nachdem Jürgen Lerner im November 2017 die Kameraden über seinen Abschied als Kommandant informierte, habe es nicht lange gedauert, bis Finster als möglicher Nachfolger vorgeschlagen wurde. „Ich habe schon immer den Drang gehabt, bei den Aktiven raufzurutschen. Aber dass es gleich der Kommandant wird, habe ich nicht erwartet“, räumt er ein. Nach reiflicher Überlegung und Gesprächen mit seinen potenziellen Stellvertretern habe er sich zur Wahl gestellt. „Unser Führungstrio harmoniert gut, die Kameraden stehen hinter mir und auch die Älteren haben mir ihre Unterstützung zugesagt“, stellt er fest. „Außerdem haben wir viele Junge, da passt ein junger Kommandant“, ergänzt er selbstbewusst.

Und was hat er sich fürs erste Jahr vorgenommen? „Mich in die Aufgaben einzuarbeiten: Dokumentation, Einsätze als Einsatzleiter bewältigen. Und dass sich die Mannschaft an mich gewöhnt, aber das läuft schon recht gut“, sagt er.

Der gelernte Schlosser arbeitet im Obersontheimer Gewerbegebiet und wohnt in der Ortsmitte. Bei Einsätzen war er deshalb oft der Erste im Magazin und damit automatisch Gruppenführer. Bei Übungen hat er auch schon die gelbe Weste des Einsatzleiters getragen. Diese Führungserfahrung kommt ihm jetzt sicher zugute. „Mir ist aber wichtig, dass ich bei Übungen nicht immer der Leiter bin und nur rumstehe, sondern dass ich auch aktiv sein kann, um in der Materie drin zu bleiben“, betont er.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel