Vermächtnis „Im Pahl-Museum geht es weiter“

Erika und Rudolf Bader wollen sich auch weiterhin im Pahl-Museum engagieren.
Erika und Rudolf Bader wollen sich auch weiterhin im Pahl-Museum engagieren. © Foto: Ufuk Arslan
Mainhardt / swp 20.01.2018

Die kommende Museumssaison wird für den Freundeskreis Pahl-Museum eine besondere Herausforderung: Nach dem unerwarteten Tod von Kustos Adam Matheis gilt es, die Kontinuität zu wahren. Erika und Rudolf Bader engagieren sich. „Das sind wir Adam schuldig“, so lautete der Tenor in den Reihen des Freundeskreises, als es darum ging, die Arbeit des Kustos auf andere Schultern zu verteilen.

Dass der Kreis weitermachen wird, stand außer Frage, auch wenn der frühere Mainhardter Bürgermeister Karl-Heinz Hedrich noch im Spätsommer befürchtete, dass ohne den immer aufs Neue motivierenden Motor, der Adam Matheis war, das Engagement der Pahl-Freunde beeinträchtigt sein könnte. Schon länger hatte sich der „Museumswächter“  um einen Nachfolger bemüht und verschiedene Kandidaten im Auge gehabt, doch verpflichten wollte sich niemand, solange Matheis diese Aufgabe mit Sachverstand und Elan wahrnahm. Sein Tod nach kurzer Krankheit stellte eine plötzliche Zäsur dar. „Er fehlt jetzt schon“, hatte Hedrich seinerzeit gesagt.

Matheis‘ Spuren bleiben – vor allem in der Selbstverpflichtung des Freundeskreises, im Sinne des Kustos weiterarbeiten zu wollen. Bei einer Besprechung im Herbst haben sich die Mitglieder beraten, wie sie sich neu organisieren wollen. Dabei wurde ihnen bewusst, um wie viele Aufgaben sich Matheis gekümmert hat, seit der Freundeskreis sich gebildet hatte, um den vom Abriss bedrohten Anbau des Pahl-Museums zu retten und mit Spendengeldern in Eigenregie zu sanieren. „Das Künstlerische, das war halt der Adam“, sagt Hedrich. So viel Unterstützung hatte auch den früheren Lehrer aus Lachweiler beflügelt: Matheis kontaktierte Künstler und organisierte Ausstellung um Ausstellung. „Adam ersetzen können und wollen wir nicht“, betont Rudolf Bader. Er und seine Frau Erika, die selbst bereits im Pahl-Museum ausstellte, haben sich bereit erklärt, das Amt des Kustos vorerst zu übernehmen. Sie bauen dabei auf die Unterstützung durch Freundeskreis und Gemeinde als Trägerin der Stiftung.

Auch soll versucht werden, gezielt künstlerische Unterstützung für die Museumsarbeit von außen zu bekommen.  „Ganz wichtig ist, dass wir im Pahl-Museum ein gutes Niveau halten, damit es auch künftig Anziehungspunkt für Besucher über die Region hinaus sein kann“, betonen die Baders. Der Freundeskreis müsse das Erbe des Stuttgarter Kunstmalers Manfred Pahl als Verpflichtung sehen, dessen  in den 70er-Jahren geschaffenes Museum als Foyer der bildenden Kunst zu betreiben. Kunstgeschichtlicher Sachverstand werde auch für Führungen benötigt.

Viele Ideen sind auch für die Zukunft in der Diskussion: Der Kontakt zur Stuttgarter Kunstakademie, an der Manfred Pahl als Professor lehrte, soll gesucht und die Zusammenarbeit mit Fabian Orasch, dem Urenkel Pahls, der im vergangenen Jahr eine beachtete Ausstellung präsentiert hat, fortgeführt werden.

 Es sei beruhigend, dass so viel Engagement vorhanden ist, stellte Bürgermeister Komor fest. „Es ist ein gutes Signal an die Kunstszene: Es geht weiter.“

Info Autoren des Textes sind Karsten Dyba und Rudolf Bader vom Freundeskreis Pahl-Museum.

Im Mai öffnen sich die Türen

Das neue Museumsjahr beginnt, wie gewohnt, mit einer Ausstellung von Schülern der Mainhardter Helmut-­Rau-Schule. Für die Wechselausstellung „Zu Gast bei Pahl“, die Künstlern Gelegenheit bietet, ihre Werke parallel zur ständigen Pahl-Ausstellung zu zeigen, ist eine Künstlerin aus dem Landkreis Hall vorgesehen.

Das Museum öffnet seine Türen am 1. Mai mit der Schulkunstausstellung, für die eine Midissage geplant ist. Für den 27. Mai ist die Vernissage für die Gastausstellung terminiert. Mitte Oktober endet die diesjährige Museumssaison.