Verkehr "Ich warte auf den Unfall" - Bühlertalstraße wird saniert

Am Freitag sind die Fräsarbeiten abgeschlossen, ein Baggerfahrer bearbeitet den Straßengraben. Bis Ende August soll die Bühlertalstraße zwischen Hasenbühl und Sulzdorf eine neue Fahrbahndecke erhalten.
Am Freitag sind die Fräsarbeiten abgeschlossen, ein Baggerfahrer bearbeitet den Straßengraben. Bis Ende August soll die Bühlertalstraße zwischen Hasenbühl und Sulzdorf eine neue Fahrbahndecke erhalten. © Foto: Ufuk Arslan
TOBIAS WÜRTH 07.08.2015
Die Bühlertalstraße ist zwischen Hasenbühl und Sulzdorf gesperrt. Zehn Minuten dauert es am Freitag, die Umleitungsstrecke zu fahren. Zu Stoßzeiten gibt es kleine Staus. Die Bauarbeiten verlaufen nach Plan.

Wer von Hall in Richtung Vellberg fahren will, wird am Kreisverkehr beim Gründle Richtung Altenhausen geleitet. „Umleitung Ellwangen“ steht auf dem Schild.

Es ist Freitag, 10.22 Uhr. Ein Autofahrer bremst mitten im Kreisverkehr, scheint orientierungslos zu sein, bis er die richtige Ausfahrt findet. In gedrosselter Fahrt geht es weiter – zwischen den Orten Altenhausen und Tüngental wurde das Tempo von 100 auf 50 reduziert, in den Ortsdurchfahrten auf 30. Um 10.32 Uhr, nach zehn Minuten, erreicht der Wagen das Autohaus Cunzemann an der Landesstraße in Sulzdorf. Dort endet die Umleitung. An diesem Morgen: Abgesehen von der etwas verlängerten Fahrzeit wegen des Umwegs ist alles okay.

Letzte Sanierung vor 30 Jahren

Doch einige Beobachter haben mehr Probleme bemerkt. „Ich warte auf den Unfall, bis jemand im Wohnzimmer steht“, sagt Sulzdorfs Ortsvorsteher Walter Frank. Denn in der Ortsdurchfahrt Matheshörlebach ragt das Haus Reichert ein Stück in die Straße. Fährt ein Bus oder Lastwagen daran vorbei, muss der Gegenverkehr halten. Frank blieb nicht untätig. Er hat darauf hingewirkt, dass in den Orten Tempo 30, statt bisher Tempo 50 gilt. „Manche meinen, die Verzögerung durch die Umleitung mit einer rasanteren Fahrweise wieder reinzuholen“, beklagt Frank. Würden sich alle an die Regeln halten und auch mal für Fußgänger bremsen, die es schwer haben die Straße zu überqueren, sei die Baumaßnahme erträglicher. Denn an dem Sinn der Sanierung zweifelt Frank nicht. Jahrelang habe er sich dafür eingesetzt.

„Die letzte Sanierung liegt zirka 30 Jahre zurück“, berichtet Werner Glasbrenner, Bauleiter im Referat Ost des Regierungspräsidiums Stuttgart. Er ist mit dem Baufortschritt – sei Montag wird gearbeitet – zufrieden. Zehn Zentimeter der beiden Deckschichten seien bereits abgefräst worden, mit zwei riesigen Baumaschinen, um schneller voranzukommen. 20 bis 30 Bauarbeiter würden bis Ende August dafür sorgen, dass die Einschränkung in den Straßenverkehr möglichst kurz ist.

Frank: Nach Sanierung wieder Tempo 100

„Ab Montag ist die Verdolung dran“, erläutert Glasbrenner. Der Rohrwiesenbach führt unter der Straße durch. Die marode, aber noch nicht einbruchgefährdete Sandsteinunterführung wird durch Betonsteine ersetzt. Sind alle maroden Stellen ausgebessert, werden die Trag-, Binde- und Deckschicht bis Ende August aufgebracht. 650.000 Euro kostet das. Die Firma Ernst Hähnlein aus Feuchtwangen hat den Zuschlag nach einem Bieterverfahren erhalten. Eine Veränderung der Straße – beispielsweise in der Breite – sei nicht geplant. Auch Leitplanken seien nicht vorgesehen. Ortsvorsteher Frank geht davon aus, dass man – wenn alles fertig ist – im Wäldchen zwischen Hasenbühl und Sulzdorf wieder Tempo 100 fahren darf. Vor Jahren war der Bereich wegen der vielen Straßenschäden auf 70 Kilometer pro Stunde beschränkt worden.