Verpackungsmaschinen „Freie Märkte sind Erfolgsfaktor“

Im vergangenen Jahr waren Anlagen zur Befüllung von Vials, Flaschen und Fertigspritzen die Hauptumsatzträger bei Bausch+Ströbel.
Im vergangenen Jahr waren Anlagen zur Befüllung von Vials, Flaschen und Fertigspritzen die Hauptumsatzträger bei Bausch+Ströbel. © Foto: Bausch+Ströbel
Ilshofen / Marius Stephan 28.02.2017
Ein Umsatzplus von zehn Prozent und Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe: Der Verpackungsmaschinenhersteller Bausch+Ströbel blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

Ein Umsatzplus von zehn Prozent, volle Auftragsbücher, über 1300 Mitarbeiter am Standort und Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe: Der Verpackungsmaschinenhersteller Bau­sch+Ströbel blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Das Unternehmen konnte 2016 rund 175 Millionen Euro Umsatz machen, 15 Millionen mehr als im Jahr zuvor. „2016 war ein gutes Jahr für Bausch+Ströbel“, sagt Pressesprecherin Tanja Bullinger.

Rund 90 Prozent seiner Maschinenanlagen verkauft der Spezialmaschinenbauer ins Ausland. Die Hauptabsatzmärkte waren im vergangenen Jahr China, die USA und Frankreich – hier erzielte der Verpackungsmaschinenhersteller zusammen 40 Prozent des Jahresumsatzes. „Dies ist allerdings Jahr für Jahr eine Momentaufnahme, da Großprojekte die Verteilung auf die einzelnen Länder stark schwanken lässt“, erklärt Bullinger. Über einen längeren Zeitraum betrachtet, gebe es keinen hauptsächlichen Absatzmarkt und damit auch keine Abhängigkeit von einem bestimmten Land oder Kontinent. Im Russlandgeschäft beeinträchtigen derzeit der schwache Rubel und eine gewisse politische Unsicherheit das Investitionsverhalten der Kunden. Dies führt zu „Zurückhaltung bei den Unternehmen, anstehende Projekte auch wirklich umzusetzen. Einige Projekte sind derzeit deshalb in der Schwebe, es gibt aber durchaus Auftragseingänge aus Russland. Auch das Interesse bei Messeauftritten ist ungebrochen groß“, weiß Bullinger. Insgesamt verkauften sich im letzten Jahr Anlagen, die Vials, Flaschen oder Fertigspritzen mit Medikamenten befüllen, am besten.

Viel Potenzial im Service

Beim Service sieht der Verpackungsmaschinenhersteller im laufenden Jahr noch Luft nach oben: Hier liegt der europäische Markt klar auf dem ersten Platz. Um auch Kunden in Übersee die Serviceangebote schmackhafter zu machen, entwickelt Bausch+Ströbel die Konzepte ständig weiter. Zusammen mit den Partnern von „Excellence United“ wurde ein Service-Portal erstellt und eingeführt. „Das gemeinsame Fernwartungssystem aller fünf Firmen findet großen Anklang“, sagt Bullinger.

Am Standort in Ilshofen kommt auch der jüngste Neubau zügig voran. Rund zwölf Millionen Euro investiert der Betrieb in eine moderne Fertigungshalle und neue Bürogebäude. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der Räume soll im Herbst erfolgen. Zusätzlich sind fünf Millionen Euro für die Modernisierung und Erweiterung des Maschinenparks vorgesehen. Rund 150 neue Arbeitsplätze sollen so geschaffen werden – bereits im zurückliegenden Jahr wuchs die Zahl der Beschäftigten um 60. Diese Mitarbeiter werden benötigt, da das Unternehmen weiter wachsen will: „Auch für 2017 sind die Auftragseingänge gut, wir verzeichnen insgesamt eine lebhafte Nachfrage“, beschreibt Bullinger. Die Kunden verlangen besonders nach flexiblen Anlagen für die schnelle Produktion und möchten nach Möglichkeit alles „aus einer Hand“ beziehen. Allerdings trüben Unsicherheiten wie Donald Trump und der Brexit die Prognose: „Für ein exportorientiertes Unternehmen sind freie Märkte ein wichtiger Erfolgsfaktor. Abzuwarten bleibt, wie sehr sich Länder wie die USA und Großbritannien künftig tatsächlich abschotten“, betont die Pressesprecherin.

Unstimmigkeiten an der Spitze

Während der jüngsten Betriebsversammlung gab es unter anderem Fragen aus der Belegschaft zu Unstimmigkeiten im Gesellschafterkreis. „Tatsächlich gibt es unterschiedliche Auffassungen über die künftige Führungsstruktur“, teilt das Unternehmen auf Anfrage der Redaktion schriftlich mit. „Derzeit laufen intensive Gespräche, verschiedene Lösungsansätze werden diskutiert. Die Gesellschafter sind allerdings zuversichtlich, hier zeitnah zu einer Lösung zu kommen“, heißt es in dem Schriftstück. Dieser Umstand beeinträchtige das Unternehmen jedoch nicht, „wie man an den großen Investitionen sehen kann, die derzeit am Standort Ilshofen getätigt werden“. Geführt wird das Unternehmen aktuell von Markus Ströbel, Siegfried Bullinger und Dr. Hagen Gehringer.

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