Landratsamt „Europa ist gemeinsame Zukunft“

Wanderausstellung Landratsamt Schwäbisch Hall Römische Verträge u.a. Evelyne Gebhardt
Wanderausstellung Landratsamt Schwäbisch Hall Römische Verträge u.a. Evelyne Gebhardt © Foto: unbekannt
Marcus Haas 16.09.2017

Die Europahymne erklingt im Foyer des Landrats­amts. Das Saxophon-Quartett Richard Beißer stimmt am Donnerstagabend auf den rund einstündigen Festakt zur neuen Ausstellung „60 Jahre Römische Verträge“ ein, nimmt die rund 50 Gäste auch musikalisch mit auf eine europäische Reise. Um was geht es? „Die Römischen Verträge werden als Grundstein für das heutige Europa gewertet“, sagt Katja Vonhoff. Die Europawissenschaftlerin nennt als Gründungsdatum den 25. März 1957. An diesem Tag wurden die Römischen Verträge von den Ländern Belgien, Deutschland, Frankreich, Lu­xemburg, Niederlande und Italien unterzeichnet. In Kraft getreten sind sie am 1. Januar 1958. „Die EU ist nicht perfekt, aber aus meiner Sicht gibt es keine Alternative zur europäischen Zusammenarbeit“, betont die Wissenschaftlerin.

Das Konzept der Ausstellung basiert auf Archivdokumenten und Illustrationen, die das historische Archiv der EU entwickelt hat. „Unserem Europabüro in Wolpertshausen ist es gelungen, diese Wanderausstellung im Jubiläumsjahr nach Hall zu holen – als eine von siebzehn Stationen in Deutschland“, freut sich Michael Knaus. „Europa ist unsere gemeinsame Zukunft“. Wir müssen dafür werben, dass wir Europa brauchen und dass sich die Menschen einbringen müssen“, sagt der Erste Landesbeamte.

Evelyne Gebhardt kommt aus Straßburg zur Eröffnung. Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes zitiert frei aus der Eröffnungsrede von Victor Hugo beim Pariser Friedenskongress 1849. Der französische Schriftsteller hatte die Vision, dass sich die Länder Europas zu einer höheren Einheit verschmelzen und dabei die europäische Brüderlichkeit bilden. Diese Vision finde sich auch in der jüngsten Rede zur Lage der EU von Jean-Claude Juncker wieder. Der Präsident der Europäischen Kommission sehe die „Vereinigten Staaten von Europa“ und blicke optimistisch in die Zukunft. Trotz aller Probleme sei die Geschichte der EU „eine Erfolgsgeschichte, da es gelungen ist, eine Friedensgemeinschaft zu schaffen“, macht Gebhardt deutlich. Die Ausstellung dauert vom 14. bis zum 27. September.