Ehrenamt „Es muss immer picobello sein“

Stefan Ciupke hat es genossen, jede Woche nach Feierabend in seinem verlängerten Garten ein paar Stunden Unkraut zu zupfen oder den Rasen zu mähen.
Stefan Ciupke hat es genossen, jede Woche nach Feierabend in seinem verlängerten Garten ein paar Stunden Unkraut zu zupfen oder den Rasen zu mähen. © Foto: Sonja Alexa Schmitz
Sonja-Alexa Schmitz 15.02.2018

Bloß nicht so viel Lob“, bittet Stefan Ciupke. Die Gartenarbeit rund um die Kirche, das ist eine Selbstverständlichkeit für ihn. Er ist da reingerutscht. Zuerst haben es der Onkel und die Tante seiner Frau erledigt, die in ihrem Haus wohnten. Zu der Zeit ist der Mann, der nur 30 Meter von der Kirche entfernt wohnt, oft dabei gewesen und hat „nach dem Rechten gesehen.“ Und dann, als die beiden 1979 verstarben hat er einfach weitergemacht.

Wöchentlich ein paar Stunden war er dort. Fast immer begleitet von seiner Frau Maria. „Herrlich war das.“ Nach Feierabend noch mal rüber, Unkraut zupfen, hacken, gießen. Der heute 81-Jährige ist gelernter Maler, hat nach 17 Jahren in diesem Beruf zur Bausparkasse gewechselt und arbeitete bis 1997 als Dekorateur.

Der Garten ist sein Stolz

Maria und Stefan Ciupke sind gebürtig aus Oberschlesien, aus einem Ort mit dem gleichen Namen wie die Straße, in der sie jetzt wohnen: Schönwald. Ihr Haus und Vorgarten sind tipptopp gepflegt, die Einfahrt frisch „gekärchert“, der Rasenroboter dreht im Sommer seine Runden. Stefan Ciupke mag es „picobello“. Und mit diesen Argusaugen auf Unkräutchen schaut er sich auch den Garten der Bergkirche an. Er ist sein Stolz, sein verlängerter Garten, der ihm sehr ans Herz gewachsen ist. Mehr als 30 Jahre hat er dort den Rasen gemäht. Die grobe Arbeit, auch das Heckenschneiden, ist ihm vor ein paar Jahren abgenommen worden von Kirchengemeinderat Hans Schuster. Und für die Blumenpflege sorgt eine ehemalige Gemeinderätin, „die Frau Redling“.

Nun ist er bald 82 Jahre alt und der Körper kann nicht mehr so wie einst. Neulich hat er Platten vom Kirchenweg weggetragen. Da musste er am Nachmittag dann auf den halbstündigen Spaziergang mit seiner Maria verzichten – der Rücken wollte sich ausruhen.

Einige Bäume und Sträucher rund um die Kirche wurden kürzlich gerodet. Jetzt kommt eine neue Bepflanzung hinein, eine die pflegeleicht ist und die ehrenamtlichen Gärtner entlastet.

Pfarrer Charles Okereke ist dem Senior für seine Dienste dankbar: „Schon bei der Errichtung der Kirche, Ende der 50er-Jahre, war er einer von vielen freiwilligen Helfern und wirkt bis heute mit Tatkraft und Einsatz für die Belange der katholischen Kirchengemeinde Michelfeld.“

Bürgermeister Wolfgang Binnig stellt fest: „Ohne Stefan Ciupke aus Michelfeld würde es um die Kirche St. Mariä Geburt nicht so schön aussehen, wie uns das ganz selbstverständlich erscheint. Zeitauf­wändig versieht er diesen Dienst und pflegt dabei die Außenanlagen der Bergkirche wie seinen eigenen Garten.“

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