Schwäbisch Hall „Es ist die letzte wichtige Aufgabe meines Lebens“

Walter Hampele bekommt von OB Pelgrim einen Treppenstein.
Walter Hampele bekommt von OB Pelgrim einen Treppenstein. © Foto: Ufuk arslan
Schwäbisch Hall / Marcus Haas 22.06.2018
Die Stadt feiert den 90. Geburtstag von Oberstudiendirektor i. R. Walter Hampele mit einem Empfang im Ratssaal.

„Ich hoffe, dass ich sie auf dem schweren Weg des Vergessens so lange begleiten kann, wie sie mich braucht“, sagt Walter Hampele vor den rund 70 Gästen am Mittwochabend im Ratssaal. Der 90-Jährige meint seine pflegebedürftige Frau Rose, die er nicht mehr daheim versorgen kann, aber jeden Tag im Gottlob-Weißer-Haus besucht. Die Blumen für seine Frau von OB Hermann-Josef Pelgrim sind für ihn das wichtigste und schönste Geschenk. „Es ist die letzte wichtige Aufgabe meines Lebens“, macht Hampele deutlich. Er ist froh, dass er drei erwachsene Kinder an seiner Seite weiß.

Viele schwierige Aufgaben hat Walter Hampele in seinem Leben gelöst, auch weil ihn seine Frau unterstützt hat. Als CDU-Stadtrat, Kirchengemeinderat, Historiker, Schriftsteller, Kuratoriumsmitglied der Freilichtspiele prägte er das kommunalpolitische und das kulturelle Leben „skeptisch, aufgeschlossen für Entwicklung und mit profundem Sachverstand maßgeblich“, macht Pelgrim deutlich. Hampele wird nach 50 Jahren aus dem Kuratorium der Freilichtspiele verabschiedet. Er hat „Spuren hinterlassen, wovon die meisten bei Lebzeiten wieder verwischt werden“, drückt es Hampele selbst aus.

Es gibt aber auch Spuren, die länger sichtbar bleiben werden, wie beispielsweise die Musikschule, erzählt Hampele Episoden aus seinem Leben. Er war einer der Geburtshelfer. Als er von Bad Mergentheim als Schulleiter ans Gymnasium bei St. Michael wechselte, fehlte ein Schulorchester, spielte bei seiner Amtseinsetzung ein Quartett „mehr schlecht als recht“. Für Hampele war klar: „Ich musste handeln.“ Und er setzte mit damaligen Entscheidungsträgern das Projekt Jugendmusikschule aufs Gleis. Aus der wurde die heutige Musikschule.

„Passen Sie auf, dass Sie heute Abend nicht rot werden, wenn Sie in den Spiegel schauen, weil Sie so dick aufgetragen haben“, sagt er zu den Festrednern und bedankt sich gleichzeitig für die schönen Überraschungen. Wie auf der Großen Treppe gibt es Klassisches und Modernes.

Klassik und Moderne

Mit „The Music of the Night“ aus dem Phantom der Oper erklingen moderne Musicaltöne im Ratssaal. Rob Pitcher singt und wird von Heiko Lippmann am E-Piano begleitet. Heinz Scheib von der Stiftung Mittelalterliche Kirchen in Schwäbisch Hall erinnert an den jahrzehntelangen Einsatz Hampeles für die Erhaltung der mittelalterlichen Kirchen in Hall. Andrea Härterich überrascht mit einem Gedicht in ihrer Mundart. Für die CDU-Stadträtin war Walter Hampele (26 Jahre CDU-Stadtrat) „schon eine Institution“, als sie 1978 nach Hall kam, „ein Vorbild“, das konsequent das „Christlich und Demokratisch“ im Parteinamen verkörpert.

Christian Doll erfreut ihn mit einem klassischen Teil, mit Friedrich Schiller. Der Intendant trägt „Die Kraniche des Ibykus“ vor. Für Hampele eine Ballade, die trotz der Tragik Hoffnung darauf macht, dass am Ende doch die Gerechtigkeit siegt. Marcus Haas

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