Advent "Endlich ist es soweit": Weihnachtsmarkt eröffnet

Schwäbisch Hall / TOBIAS WÜRTH 27.11.2014
Wenn immer so viele Besucher kommen wie bei der Eröffnung, wird der Haller Weihnachtsmarkt ein Rekord: Massen tummeln sich gestern beim Start.
„Ja, Servus, der Micka“, wird der Mann mit dem Alphorn in der Hand begrüßt. „Ja, du bist auch wieder dabei“, antwortet Micka Erich (72) und schraubt das letze der drei Rohre auf sein Instrument. Rund 40 Alphornbläser aus ganz Süddeutschland sind wieder zur Eröffnung des Haller Weihnachtsmarkts angereist, treten gestern Abend im gleißenden Licht der Scheinwerfer auf die Große Treppe. Der tiefe Klang lässt eine heimelige, alpenländische Atmosphäre in Nähe der Hohenloher Ebene entstehen. Jetzt fehlt nur noch der Schnee. Die Gruppe der Alphornbläser setzt sich aus Musikern zusammen, die in ihren Heimatorten wiederum in kleineren Vereinen organisiert sind. Fünfmal im Jahr treten sie auf. Das Musizieren in Hall sei einer der Höhepunkte. Erich: „Es ist einfach eine wunderbare Stadt. Leider verpassen wir es immer, eine Stadtführung mitzumachen.“

Am ersten Abend kommen Massen auf den Marktplatz

„Endlich ist es soweit“, freut sich kurz vor dem Aufritt der Bläser Erste Bürgermeisterin Bettina Wilhelm und begrüßt per Mikrofon die Gäste. Eines ihrer großen Projekte war es, den Markt vor vier Jahren aus der Gelbinger Gasse vors Rathaus zu verlegen. „Sie sind heute hier und damit der beste Beweis, dass es eine gute Entscheidung war. Und sie werden immer mehr.“

Für manche Besucher sind es schon zu viele Menschen. Obwohl im Eröffnungsprogramm – mit Alphornbläsern und dem Auftritt des Kleinen Siedershofs – keine Überraschungen stecken, lockt bereits der erste Abend Tausende. Schlangen bilden sich vor den Glühwein- und Wurstständen. „Werden wir hier auch mal bedient“, beklagt sich eine Kundin. „Das Problem bei den Weihnachtsmärkten sind die Besuchermassen“, philosophiert eine andere Passantin.

Die Händler freut es. Noch bevor der Markt offiziell eröffnet wird, kann Ihsan Elmasri, etwas verkaufen. „15,80 Euro“, sagt er und reicht einer Kundin eine kleine Tüte voll mit Ausstecherformen. „Wir sind bereits seit sechs Jahren auf dem Markt und waren schon dabei, als er noch in der Gelbinger Gasse war. Er hat Stammkunden. „Ich bin aus Hall und habe gewusst, dass der Stand hier ist“, sagt die 54-Jährige, die Ausstecherförmchen gekauft hat. Da es ein Überraschungsgeschenk für ihre Enkel sein soll, will sie ihren Namen nicht nennen. Dafür verrät Ihsan Elmasri ein Geschäftsgeheimnis: Er sei dabei, das Stadtwappen von Hall als Ausstecherform herstellen zu lassen. Im nächsten Jahr will er es auf dem Weihnachtsmarkt präsentieren.

Erstmals haben Kinder ihren eigenen Bereich zum Spielen

Die Neuerungen in diesem Jahr kommen gut an. Zum ersten Mal ist ein großer, begehbarer Stand aufgebaut. Darin wird Christbaumschmuck verkauft. Viele Kunden gehen dort hinein. Und zum ersten Mal gibt es in der Mitte, in einer Lücke zwischen den Ständen, einen Kinderbereich. Auf Eulen, Eichhörnchen und Schweinen aus Holz können die Kleinen klettern. Kein großer Spielplatz ist es, aber bei Eltern und Kindern ist er dennoch beliebt. Während ihre Tochter Sophia (3) auf eine Eule klettert, sagt Tanja Calovini: „Das Kinderland ist eine super Bereicherung.“