Am Mittwoch wird in München das Urteil im Prozess um den Nationalsozialistischen Untergrund erwartet. Dabei steht die umfassende Aufklärung nach wie vor aus – auch, was den Heilbronner Polizistenmord und den Ku-Klux-Klan in Hall betrifft.

Thumilan Selvakumaran, Redakteur des Haller Tagblatts, hat mit weiteren Journalisten und Wissenschaftlern aus der ganzen Republik geheime Akten studiert, sich mit Hinweisgebern getroffen und Widersprüche analysiert. Das Ergebnis ist in „Ende der Aufklärung – Die offene Wunde NSU“ nachzulesen. Darin werden auch Parallelen zur RAF, dem Oktoberfest-Attentat und dem Fall Amri aufgezeigt, wo staatliche Behörden  zugunsten der inneren Sicherheit agierten, wodurch eine konsequente Aufklärung unmöglich wird, wie der Tübinger Verlag Klöpfer & Meyer schreibt. Unter den Autoren ist auch Michael Buback, Sohn des 1977 vom RAF getöteten Generalbundesanwalts.

Selvakumaran hat bereits 2014 an einem Band zum NSU mitgewirkt. Titel: „Geheimsache NSU“. Das neue Werk, bei dem der Haller als Mitherausgeber auftritt, erscheint am 30. Juli in gedruckter Form. Zum Münchner Urteil wird die Veröffentlichung des E-Books auf heute, Mittwoch, vorgezogen.