Kreis Hall SPD: „Einige engagieren sich schon sehr“

Das Bild ist beim Landesparteitag der SPD in Berlin entstanden. Die Erneuerung der Partei soll auch in der Region vorangetrieben werden.
Das Bild ist beim Landesparteitag der SPD in Berlin entstanden. Die Erneuerung der Partei soll auch in der Region vorangetrieben werden. © Foto: dpa
Kreis Hall / Norbert Acker 07.06.2018
Auch SPD-Ortsvereine in der Region haben von der Eintrittswelle vor der Mitgliederbefragung profitiert. Es hat aber auch schon Austritte gegeben.

Die Sozialdemokraten in ganz Deutschland haben sich im Frühjahr über zahlreiche Neueintritte freuen können. Im Vorfeld der Mitgliederbefragung zur großen Koalition haben auch die Ortsvereine im SPD-Kreisverband Schwäbisch Hall Zuwachs bekommen. Kreisvorsitzender Nikolaos Sakellariou nennt die Zahl von 38 Neueintritten in der Zeit zwischen dem 1. Januar und dem 5. März – eine Steigerung um plus 7,7 Prozent im Vergleich zur Mitgliederzahl (518) am Stichtag 31. Dezember 2017.

Keine Karteileichen

„Von diesen neuen Mitgliedern habe ich aber noch nicht alle kennengelernt, obwohl ich sie alle angeschrieben habe“, so der Haller Jurist und ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete. Sakellariou denkt aber nicht, dass es sich bei den „Neuen“ um Karteileichen handelt, die nur mit abstimmen wollten. „Einige engagieren sich schon sehr, andere noch nicht“, sagt er. Das sei zumindest das, was ihm aus den Ortsvereinen berichtet werde. Allerdings seien auch schon sechs Neumitglieder wieder aus der Partei ausgetreten. Dadurch verringert sich der Zuwachs auf 5,5 Prozent.

„Tatsächlich haben wir in den vergangenen zwölf Kalendermonaten eine regelrechte Eintrittswelle von rund 25 Eintritten gehabt“, berichtet Danny Multani, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Schwäbisch Hall. Die meisten seien tatsächlich um den Mitgliederentscheid herum in die Partei eingetreten. „Eine darauf folgende Austrittswelle blieb, bis auf drei, glücklicherweise aus“, so Multani. Die Mehrheit der neu eingetretenen Mitglieder unterstützten die SPD mit ihrer Mitgliedschaft ideell, etwa fünf Neue brächten sich aber auch aktiv in die Parteiarbeit ein. Einer sei sogar direkt in den Ortsvereins-Vorstand gewählt worden.

„Im Zuge der Groko-Entscheidung hatten wir drei Neueintritte“, berichtet auch Karl Eichele, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Gaildorf. Alle seien ihm auch bekannt. Zwei waren auch bei der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins, auch in Gaildorf habe sich ein Neugenosse in den Vorstand wählen lassen und arbeite aktiv mit. „Die Neueintritte erfolgten aus eigenem Antrieb, um die SPD wieder nach vorn zu bringen“, sagt Eichele.

Ein schöner Einstieg

Die Vorbereitung der Kommunalwahlen im kommenden Jahr werde sicher für den einen oder anderen ein schöner Einstig in die aktive Parteiarbeit werden, davon ist Kreisvorsitzender Sakellariou überzeugt. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es aber noch zu früh, das zu beurteilen. Die Stimmung im Kreisverband sei seiner Ansicht nach gut. „Die Basis ist froh, dass jetzt eine Regierung gebildet werden konnte und wartet auf die ersten Ergebnisse“, so Sakellariou.

Der Neustart der SPD, der von der Bundespartei in Aussicht gestellt und nach dem ernüchternden Ergebnis der letzten Bundestagswahl vor allem von der Basis gefordert wurde, wird auch in Hohenlohe vorangetrieben. Der Kreisvorstand wird sich Anfang Juli zu einer Klausurtagung in Kirchberg treffen, berichtet der Kreisvorsitzende. „Dort werden sowohl die inhaltliche Erneuerung und was wir als SPD im Kreis dazu beitragen können, als auch die kommunalpolitischen Themen besprochen“, so Sakellariou. Dazu erwartet er Freddi Brütting, den stellvertretenden SPD-Landesvorsitzenden und Bürgermeister von Heubach.

Niederschwellig und machbar

„Zum Thema Erneuerung hatten wir bei der Hauptversammlung eine kritische Diskussion“, ergänzt der Gaildorfer SPD-Vorsitzende Karl Eichele. „Das werden wir weiterführen.“ Für seinen Haller Kollegen Danny Multani geht es dabei auch um mehr Bürgernähe. „Wir suchen jetzt auch den Kontakt zu Vereinen und Institutionen“, erklärt er. Der Prozess der Erneuerung der SPD solle „niederschwellig und machbar“ für die ehrenamtlich in der Partei Engagierten gestaltet werden.

Info

Auf eine Anfrage beim Ortsverein Crailsheim hat es bis Redaktionsschluss leider keine Antwort gegeben.

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