Breitbandbeauftragter, an der Funktion erkennt man schon, wie wichtig das Thema ist. Für Langenburgs Bürgermeister Wolfgang Class ist es „ein Zukunftsthema“. Das sagt Class in der April-­Sitzung des Gemeinderates, in der Heinz Kastenholz, Breitbandbeauftragter bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Schwäbisch Hall, die Ausbaukonzeption für die Kommune vorstellt.

Kastenholz’ Auftrag: eine interkommunale Netzbetriebsausschreibung erarbeiten – und dafür braucht er von den 26 Gemeinden im Landkreis, die diese Vereinbarung unterzeichnet haben, Informationen zu den Breitbandausbauplänen. „Wann bauen Sie was aus?“, will Kastenholz wissen.

Unterregenbach am Anfang

„Strategie zum kommunalen Breitbandausbau Stadt Langenburg“, damit ist die 30-seitige Ausbaukonzeption für die Kommune überschrieben, die die Firma Geo Data aus Westhausen vorgelegt hat. Die Konzeption wurde in der Sitzung einstimmig beschlossen und sieht folgende Ausbauprioritäten vor: Königsmühle, Oberregenbach und Unterregenbach (2020), Bächlingen, Herrenmühle und Hürden (2021), Atzenrod und Ludwigsruhe (2022) sowie Langenburg Süd (2023).

Unterregenbach kommt am Anfang, weil der Teilort mit einer Geschwindigkeit von bis zu sechs MBit pro Sekunde am schlechtesten versorgt ist, wie es in der Sitzungsvorlage heißt. Dass Atzenrod und Langenburg weiter hinten stehen, ist zum einen der besseren Versorgungssituation geschuldet. Zum anderen könnte es sein, dass demnächst auch Bereiche gefördert werden, graue Flecken, in denen es bereits mehr als 30 MBit gibt. Die EU definiert Leitungen ab dieser Geschwindigkeit als „schnelles Internet“, und bei 30 MBit liegt auch die Förderschwelle. „Ich hoffe, dass sich da noch was in der Förderung tut“, sagt Bürgermeister Class.

Es hat sich schon was getan. Mittlerweile gibt es eine Co-­Förderung von Bund (50 Prozent) und Land (40 Prozent). Dadurch liegt der Eigenanteil der Kommune bei lediglich zehn Prozent – und jetzt kommt’s: Der Hausanschluss wird „bis zur Kellerinnenwand“ gefördert und nicht mehr nur bis zur Grundstückskante, wie Nathalie Hess von Geo Data auf Nachfrage betont.

Pech für Schrozberg

Kommunen wie Schrozberg, die früher dran waren, haben einfach Pech. Die neue Förderung, sagt Kastenholz, sei „eine ganz andere Hausnummer“. Eventuelle Pachteinnahmen werden voll von der Förderung abgezogen. Der Abzug erfolgt vor dem finalen Förderbescheid auf Grundlage einer Prognose. Unsicher sind noch zwei Sachen: Anschlussquote und Pachtkonditionen. Bei Kastenholz klingt das so: „Wir wissen nicht, wie viele anschließen.“ Aber auch so: „Ich bin sicher, dass wir Pacht bekommen, weil wir ein sehr großes Netz anbieten.“

Der Ausbau der Gebiete in Langenburg kostet 5,8 Millionen Euro, davon trägt die Kommune 580.000 Euro. Class rechnet schon mal vor: „Innerhalb von vier Jahren 150.000 Euro pro Jahr.“

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