Diak Geldsegen bei Diak-Neubau-Einweihung

Schwäbisch Hall / Marcus Haas 20.06.2018
Gestern wurde der Diak-Neubau eingeweiht. Mit dabei: Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha. Der kommt nicht mit leeren Händen nach Schwäbisch Hall.

Geschafft: Architektin Katja Schwarzlmüller überreicht Diakchef Michael Kilb symbolisch den großen Schlüssel fürs neue Bettenhaus. Noch im Juli soll die Klinik mit Patienten in Betrieb gehen. Die Architektin lobt die hohe Schlagkraft der rund 350 Mitarbeiter von 50 Firmen, die das Gebäude fertiggestellt haben. Sie zeigt auf die gewaltige Bohrpfahlwand, die in Teilen sichtbar ist, als eine der Herausforderungen des Neubaus, der nach knapp drei Jahren fertig wurde.

Damit wird der erste Bauabschnitt „mit großer Freude und Erleichterung eröffnet“, drückt es Prälat Harald Stumpf im zweistündigen Festakt vor 400 geladenen Gästen aus. Die werden zuvor mit schwungvollem „Oh when the saints go marching in“ von den Stuttgarter Salonikern samt Kapellmeister Patrick Siben von der Auferstehungskirche zum Hintereingang des neuen Gebäudes geleitet. Die gottesdienstliche Feier gestalten Oberkirchenrat Dieter Kaufmann sowie Pfarrerin Bärbel Koch-Baisch.

„Die tagtäglichen kleinen Katastrophen sind bei jedem Bau Begleitmusik. Entscheidend: Während der gesamten Bauzeit ist kein Handwerker, Mitarbeiter, Besucher und Patient körperlich zu Schaden gekommen. Das erfüllt uns mit Dankbarkeit“, macht Michael Kilb in seiner Ansprache in der Auferstehungskirche deutlich.

Der Diakchef blickt auch in die Zukunft, denn die Vorbereitungen für den zweiten Bauabschnitt mit „großen planerischen und finanziellen Herausforderungen“ laufen. Kilb gab das Ziel aus, unter 90 Millionen Euro Kosten zu bleiben und „träumt davon, dass das Land Baden-Württemberg den zweiten Bauabschnitt zu 100 Prozent fördern wird“. Er will aber im Tagesgeschäft realistisch bleiben, so der Diakchef in Richtung Manne Lucha. Der Sozial- und Integrationsminister hat immerhin einen Scheck mitgebracht und gibt Fördermittel in Höhe „von 3,35 Millionen Euro für Vorabmaßnahmen des zweiten Bauabschnitts frei“.

Der Minister erwähnt auch die „erhebliche Finanzspritze“ für den ersten Bauabschnitt – 83,9 Millionen hat das Land von den 128 Millionen Euro übernommen. „Diese Förderquote gibt es in der Regel gar nicht“, betont Lucha. „65,5 Prozent“, hat Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim ausgerechnet und ergänzt: „Eine tolle Quote, die für den zweiten Bauabschnitt wiederholt werden könnte.“ Pelgrim nennt den Neubau eine „historische Zäsur“, die für eine moderne Zukunftsausrichtung der Gesundheitsversorgung im Landkreis und darüber hinaus stehe. Für Landrat Gerhard Bauer ist der „Zentralversorger Diak ein großer Standortvorteil“. Zusammen mit dem Grund- und Regelversorger Klinikum Crailsheim sei man gut für die Zukunft gerüstet.

Stellvertretend für die Mitarbeiter gehen Ärztlicher Direktor Dr. Lothar Jahn, leitende Pflegedienstleiterin Dorothea Lehmann und Jörg Härdtle von der Mitarbeitervertretung mit dem Aufsichtratsvorsitzenden Dr. Werner Schwartz ins Gespräch. Gemischtes Fazit: Mitarbeiter freuen sich und haben kürzere Wege, die neuen Teams arbeiten in größeren Einheiten zusammen und müssen eine neue Heimat im Neubau finden, die Arbeitsverdichtung hat zugenommen,  die Patienten bekommen mehr Komfort, es muss sofort mit dem zweiten Bauabschnitt weitergehen.

Vorbereitungen für den zweiten Bauabschnitt laufen

Mit dem Bezug des Bettenhauses ist der erste Bauabschnitt beendet. Die Vorbereitungen für den zweiten laufen bereits. Der Förderantrag soll im Herbst 2018 gestellt werden. Bis Ende 2018 wird das Waldhaus geräumt. In die erste Etage des Hochhauses zieht beispielsweise die gynäkologische Abteilung. Das Waldhaus wird von 2019 bis 2020 saniert. Dort entstehen Pflegestationen und Funktionsflächen, die gebraucht werden, wenn das Hochhaus Anfang der 2020er-Jahre abgerissen und der eigentliche zweite Bauabschnitt als kompaktes Gebäude zwischen Bettenhaus und Waldhaus entsteht. Darin wird beispielsweise die neue Intensivstation und eine neue Entbindungsabteilung mit modernen Kreißsälen sein. Ziel: 2025 steht ein völlig neues modernes Klinikum auf dem Diakgelände.

Am 15. September lädt das Diak zu einem Tag der offenen Tür ein. Von 11 bis 18 Uhr sind die Bürger ins neue Klinikgebäude eingeladen, um sich selbst ein Bild von den neuen Untersuchungsräumen und den Patientenzimmern zu machen und die neue Kapelle zu besichtigen. Die Besucher erwartet ein Mix aus Information und Unterhaltung mit medizinischen Vorträgen und einigen Mitmachaktionen. cus

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