Erziehung Obersontheim: „Die Kinder fühlen sich wohl“

Puzzle bauen und Memory spielen: Die Kinder im Kindergarten Obersontheim werden umfassend betreut.
Puzzle bauen und Memory spielen: Die Kinder im Kindergarten Obersontheim werden umfassend betreut. © Foto: Ufuk Arslan
Obersontheim / Sigrid Bauer 04.08.2017
Obersontheim wächst. Das macht sich auch in der Grundschule und in den Kindergärten bemerkbar, wo das Betreuungsangebot laufend weiter ausgebaut wird.

Die Grundschule hat pro Jahrgang stabil zwei Klassen. „Die nächsten Jahre haben wir immer 50 bis 55 Schulanfänger. Wenn durch Zuzug noch ein paar Kinder dazukommen, könnte es eventuell bald eine dritte Klasse geben“, meint Bürgermeister Siegfried Trittner mit Blick auf die Geburtenzahlen.

Der offene Ganztagsbetrieb hat sich in der Schule schon seit Jahren etabliert, eingeführt wurde er 2010. „Das Mittagessen erfreut sich großes Beliebtheit. Donnerstags werden oft mehr als 100 Essen ausgegeben“, so Trittner. Das bestätigt Schulleiter Stefan Kiesel: „Von unseren derzeit 160 Schülern bleiben bis zu 120 Kinder über Mittag da, wenn für alle Klassen Nachmittagsunterricht ist. Zum einen lohnt es sich für die Schüler aus dem Fischachtal nicht, nach Hause zu fahren, zum anderen fühlen sich die Kinder hier wohl und bleiben gern“, erklärt er.

Ans Mittagessen schließt sich für alle Kinder die Hausaufgabenbetreuung an. „Unsere Ganztagsbetreuung ist von Anfang an gut gelaufen und die Nachfrage steigt von Jahr zu Jahr“, so Kiesel. Vor allem Kinder, deren beide Elternteile berufstätig sind, würden von dem Angebot profitieren.

Ganztagesbetreuung kostenfrei

Nach der Hausaufgaben- und Lernzeit bieten Lehrer Sport- und Spiel-AGs an, an denen die Kinder freiwillig, aber dann regelmäßig teilnehmen. In einem gruppendynamischen Raum gibt es weitere Angebote außerhalb der AGs. Bisher ist die Ganztagsbetreuung kostenfrei, nur für das Mittagessen, das im Samariterstift gekocht wird, zahlen die Eltern. Das wird sich ab dem Schuljahr 2018/19 ändern. „Seit 2015 gibt es landesweite Modelle. Wir werden auf eine Variante umsteigen, an die sich auch viele Gemeinden in unserer Umgebung halten, etwa unsere Nachbargemeinde Bühlertann. Das wird dann für uns organisatorisch etwas einfacher. Wir planen, an drei Nachmittagen die Betreuung wie bisher und an einem bis 14 Uhr anzubieten. Die Kosten wollen wir moderat halten“, so der Schulleiter.

Die Elternbeiratsvorsitzende Susanne Gronbach ist voll des Lobes für die Schenk-Friedrich-Schule. „Trotz des großen Lehrermangels haben wir hier kaum Ausfallstunden. Denn es gibt genug pensionierte Lehrer, die die Schule unterstützen, wenn Not am Mann ist. Die Kinder werden also nicht einfach heimgeschickt, wenn ein Lehrer krank ist, sondern sie werden betreut und bekommen Ersatzunterricht. Das ist für die verlässliche Grundschule ganz wichtig“, erklärt sie.

Das Miteinander sei einzigartig, das kenne sie von anderen Schulen nicht. Besonders schätzt sie die Schulleitung, die immer ein offenes Ohr habe.

Auch mit der Mittags- und Hausaufgabenbetreuung ist sie zufrieden. „Die stemmen das sehr gut“, meint sie zur Arbeit des Betreuungsteams. Den Kindern und auch ihrem Sohn, einem Zappelphilipp wie sie sagt, helfe es sehr, dass sie genug Zeit zum Spielen und Auspowern haben. „Dann sind sie für den Nachmittagsunterricht wieder aufnahmefähig“, sagt sie.

Kontinuierlicher Ausbau

Auch der Bedarf für die Betreuung im Kindergarten wächst stetig. Aus diesem Grund baut die Gemeinde das Betreuungsangebot kontinuierlich aus. Zuletzt sind die drei Kleinkindgruppen in das umgebaute frühere Hauptschulgebäude gezogen. „Zum 1. Oktober werden wir eine vierte U3-Gruppe eröffnen“, erklärt der Rathauschef.

Zwischen 70.000 und 75.000 Euro kostet die Gemeinde eine Kleinkindgruppe im Jahr. „Das sind hauptsächlich Personalkosten“, so Siegfried Trittner. Auch der Ü3-Bereich wächst. „Während vor sieben Jahren nur etwa 70 Prozent der Dreijährigen in den Kindergarten gingen, sind es heute fast 100 Prozent“, schildert Trittner. Wenn die starken 1990er-Jahrgänge Eltern werden, rechnet er mit weiter steigendem Bedarf.

Der private Waldkindergarten

Außer den kommunalen Kindergärten hat Obersontheim einen privat betriebenen und von der Gemeinde unterstützten Waldkindergarten. „Der Verein hat gerade erst eine tolle neue Hütte gebaut“, berichtet Trittner. Die Vorsitzende des Trägervereins Annegret Merklein ist recht zufrieden mit der Nachfrage. „Wir haben erstmals eine Warteliste und die Gruppengröße wird auf 20 Kinder anwachsen“, sagt Merklein.

Weitere Informationen unter www.waldkindergarten-obersontheim.org siba