Mainhardt "Die Hymne der Herzen"

Mainhardt / ISABELLE FÄRBER 26.03.2014
Ein 80. Geburtstag bringt den Komponisten Conny Conrad mit dem Mainhardter Musikverein zusammen. Conrad ist auch beim Jahreskonzert des Musikvereins am Samstag auf der Bühne der Waldhalle.

Der Komponist und Gitarrist Conny Conrad ist ein bekannter Musiker und stand schon mit der "Münchner Freiheit" auf der Bühne. Der erfolgreiche Musiker und Komponist ist seiner Arbeit als Polizist trotzdem treu geblieben.

Mehr noch, er kann seine Erfahrungen in der Präventionsarbeit einsetzen und führt Jugendliche an die Musik heran. Immer wieder engagiert sich Conrad für Kinder. Auch Fans von olympischen Spielen haben seine Kompositionen sicher schon einmal gehört. Die Hymne aus dem Jahr 2000 in Sydney entstammt seiner Feder.

Als Produzent und Multiinstrumentalist reifte in ihm immer mehr die Idee, die Europeana für Europa zu komponieren. "Die Europäische Hymne ist nicht durch ein Lebensgefühl oder einer Lebenserfahrung heraus gewählt worden, sondern sie war ein formaler Akt. Europa benötigt eine emotionale Bindung an seine Hymne", sagt Conrad. Nur so könne eine gemeinsame Identität geschaffen werden. Conrad gehe es nicht darum, Beethovens "Ode an die Freude" zu ersetzen, sondern eine belebende Alternative zu bieten. Die Europeana solle das Wir-Gefühl in Europa steigern.

EU-Abgeordnete Gebhardt und Gräßle: Schöne Idee

Dies geschehe über die besondere Art der Komposition: Jedes Land könne seine landestypischen Instrumente einsetzen wie zum Beispiel Frankreich das Akkordeon oder die Spanier die Kastagnetten. Die Uraufführung fand schon im Mai 2011 in Hagen statt.

Die Noten wurden dort dem EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz übergeben. Seitdem zieht das Projekt seine Kreise. Für 2013 schrieben das Kultusministerium und das Auswärtige Amt einen Sonderwettbewerb aus, um der Europeana einen Text zu verleihen. Dieser richtete sich an Schüler aller Schularten in Deutschland und deutsche Schulen im Ausland.

Aber braucht die EU eine Europeana? Evelyne Gebhardt (SPD), Abgeordnete im Europäischen Parlament in Brüssel, ist die Idee nicht neu. Sie habe schon mehrere Komponisten mit dieser Idee getroffen. "Ich finde die Idee schön, da wir nach dem Scheitern der Europäischen Verfassung keine offizielle Hymne mehr haben. Vielleicht wäre ein großer Wettbewerb nicht schlecht." Gebhardt betont auf der anderen Seite: "Wenn bei einer europäischen Veranstaltung die Töne Beethovens erklingen und alle Menschen dazu aufstehen, habe ich das Empfinden, dass sich die Menschen mit der Europa-Hymne identifizieren und in diesem Moment ein Wir-Gefühl besteht."

Ähnlich sieht es ihre Parlamentskollegin Inge Gräßle (CDU). "Das ist eine sehr sympathische Idee. Alle Bemühungen und Projekte, die sich mit der Identifikation Europas beschäftigen, finde ich sympathisch. Doch wenn Beethoven gespielt wird, sind das sehr bewegende Momente. Die Identifikation mit Europa scheitert sicherlich nicht an der Hymne."

Aber wie passt diese Geschichte nun nach Mainhardt? Das Zusammentreffen des Komponisten mit dem Musikverein fand auf dem 80. Geburtstag von Conrads Mutter statt, die von einem Ständchen des Mainhardter Musikvereins überrascht wurde. So haben sie sich kennengelernt. Conrad kommt aus Eutingen-Weitingen (Kreis Freudenstadt). "Er ist einer von uns", sagt Dirigent Thomas Klenk. "Und wir spielen jede Art von Musik, von Rock und Pop bis Volksmusik. Wir sind offen für jede Musik." Dass Conrad zur Jahresfeier am Samstag, 29. März, mit auf der Bühne stehen wird, war schnell klar.

Bei der letzten gemeinsamen Probe werden die Instrumente gestimmt und warm gespielt. Tuba, Horn und Querflöte sind dabei, nur die E-Gitarre und der Bass wirken im ersten Moment etwas befremdlich. Dann bändigt Dirigent Thomas Klenk die Gruppe. Mit Spaß wird immer wieder geprobt.

Überraschung versprochen
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel