Schwäbisch Hall 4000 Besucher bei Sonnenhof-Jubiläum

Gute Laune im Festzelt: Mehr als 4000 Besucher feiern mit den Bewohnern des Sonnenhofs das 50-jährige Bestehen der besonderen Einrichtung für Menschen mit Handicap.
Gute Laune im Festzelt: Mehr als 4000 Besucher feiern mit den Bewohnern des Sonnenhofs das 50-jährige Bestehen der besonderen Einrichtung für Menschen mit Handicap. © Foto: Beatrice Schnelle
Schwäbisch Hall / Beatrice Schnelle 09.07.2018
Über 4000 Besucher und alle Bewohner feiern das 50-jährige Bestehen der Haller Einrichtung, die behinderte Menschen begleitet und unterstützt.

Die Party beginnt schon beim Gottesdienst: „Heute darf es von allem ein bisschen mehr sein“ bemerkt Pfarrer Michael Werner vom Sonnenhofvorstand bei der Begrüßung der Gäste in der Arche. Predigten wie Ansprachen fallen besonders herzerfrischend aus,  die „Bilzköpfe“ vom befreundeten, evangelischen Schulzentrum Michelbach holen alles aus ihren blitzenden Blasinstrumenten heraus, der Chor von Lukas- und Johannes-Brenz-Gemeinde singt aus Leibeskräften, eine inklusive Theatergruppe zeigt ein kleines Stück aus der Apostelgeschichte, und schließlich treten alle zur Polonaise quer durch den Saal an. Die Pfarrer sind mit flatternden, schwarzen Gewändern ebenso dabei wie die Rolli-Fahrer.  „Schalom alejchem“ singt die Gemeinde, „Friede sei mit euch.“ Alles klatscht und jubelt, so mancher schreit sogar vor Glück.

„Dich schickt der Himmel, lieber Sonnenhof“, ruft Dieter Kaufmann mehrmals, und wer das bis dahin nicht ohnehin wusste, erlebt spätestens an diesem Festtag, wie recht der Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Württemberg hat. „Wir stehen dafür ein, dass wir alle Geschöpfe Gottes sind, wie ergreifen Partei, wo manche menschenverachtend und demokratiefeindlich reden und vieles kaputtmachen wollen“, sagt Kaufmann eindringlich. Ohne die vielen helfenden Hände, die den Sonnenhof seit 50 Jahren unterstützen, gäbe es die Einrichtung heute nicht, betont Diakonin Margot Gropper: „Wir danken für gelebte Vielfalt und Toleranz, wir danken für all die guten Bedingungen, von denen unsere Arbeit lebt.“

Zu Besuch gekommen sind auch die Vertreter der Polnischen Gesellschaft für Menschen mit geistiger Behinderung, die seit mehr als 20 Jahren mit dem Sonnenhof zusammenarbeitet. Die Kooperation sei von erheblicher Bedeutung für sie, unterstreicht Leiterin Jadwiga Stromkie: „Die Möglichkeiten der Unterstützung und Pflege, Rehabilitation und beruflichen Aktivierung sind für uns ein Vorbild, wie wir auf kluge und verantwortliche Weise diejenigen unterstützen können, die am meisten bedürftig sind.“

Rund 4000 Menschen in Feierlaune machen den 50. Geburtstag des Sonnenhofs zum Großereignis.  Außer der  beeindruckenden Gästeschar trägt eine ebenso beeindruckende Menge freiwilliger Helfer dazu bei: An die 200 Ehrenamtliche, dazu sämtliche Mitarbeiter und deren Freunde, sorgen dafür, dass alles klappt. „Wir haben mittlerweile ja Erfahrung“, stellt Traugott Hascher zufrieden fest. Zwischen 15 und 20 Mal habe das Fest mittlerweile stattgefunden: „So genau haben wir da bisher nicht mitgezählt“, lacht der Pressesprecher des Sonnenhofs.

Die Seele jedes ordentlichen Festes ist natürlich das Schmausen. Peter Hirschbichler steht gelassen im Ansturm der Hungrigen. 1200 Schnitzel, 600 Grünkernküchle, 500 Fleischküchle und 250 Kilo Kartoffelsalat hat der Sonnenhof-Küchenchef mit seinem Team vorbereitet. „Das ist relativ viel“, meint er bescheiden. Ohne die Ehrenamtlichen wäre das allerdings nicht zu  schaffen gewesen. Allein 70 der fleißigen Helfer schwitzen in der Küche und im Service. Die Metzgerei Setzer aus Wolperthausen ist zusätzlich mit 1600 roten Würsten und 800 Schweinsteaks angerückt. Der Landfrauenverein Raibach, Hohenholz und Sanzenbach hat 50 Kuchen gebacken: „Wir sind schließlich räumlich am nächsten dran“, wie Landfrau Ilse Stutz pragmatisch begründet.

Songs treffen ins Schwarze

Handgemachte Musik ist an diesem Tag Ehrensache. Unter anderem beschallen die „Poolrockers“ den brechend vollen Biergarten im „Zwetschgenwäldle“. Die inklusive Band covert bekannte Popsongs, und so mancher davon scheint eigens für dieses Fest geschrieben worden zu sein. „Du bist vom selben Stern wie ich“, singen sie, und von den Sportfreunden Stiller „Mein Herz geht auf, wenn Du lachst, Applaus, Applaus für Deine Art mich zu begeistern, hör niemals damit auf!“ Wer gesehen hat, wie sich die Sonnenhof-Bewohner freuen können, begreift diesen Text fortan auf ganz andere Weise.

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