Schwäbisch Hall „Der Kran dreht sich!“

Die beiden Neuen an der Kaufmännischen Schule in Hall: Petra Niederberger und Stefan Rawe.
Die beiden Neuen an der Kaufmännischen Schule in Hall: Petra Niederberger und Stefan Rawe. © Foto: privat
Schwäbisch Hall / Sebastian Gutbrod 12.10.2018
An der Kaufmännischen Schule in Schwäbisch Hall gibt es zwei neue Gesichter: Schulleiter Stefan Rawe und seine Stellvertreterin Petra Niederberger sind erst seit wenigen Wochen im Amt.

Sie sind erst seit kurzer Zeit in Schwäbisch Hall an der Kaufmännischen Schule, wie ist Ihr erster Eindruck?

Stefan Rawe: Die Schule ist vom sozialen Gefüge her eine sehr menschliche, positiv eingestellte Schule. Die Lehrerinnen und Lehrer sind den Schülern sehr zugewandt. Die Schule bildet mit ihren vielen Schularten ein breites Spektrum ab. Nichtsdestotrotz sehe ich an einigen Stellen Modernisierungsbedarf, sowohl was die äußere Hülle angeht als auch bei dem ein oder anderen Verfahren.

Welche Pläne haben Sie auf Ihrer Agenda, und wo sehen Sie die Schule in fünf Jahren?

Um konkrete Pläne zu haben, fehlt mir noch zu viel Wissen. Was ich gerne hätte, ist, dass die Schule ihren Schülern einerseits das vermittelt, was diese zur Bewältigung des Alltags benötigen. Andererseits wünsche ich mir, dass die Schüler sich als mündige Bürger in der Gesellschaft entwickeln. Des Weiteren sehe ich Schule als Raum, in dem Lehrkräfte gerne arbeiten und moderne Methoden anwenden. Das positive soziale Gefüge würde ich gerne bewahren, gepaart mit einer zunehmenden Kooperation und Kommunikation innerhalb des Kollegiums.

Wie stellen Sie sich Kooperationen außerhalb der Schule vor?

Kooperationen außerhalb der Schule sehe ich in beruflichen Schulen immer als gegeben an. Insbesondere in der Berufsschule haben wir immer betriebliche Partner. In den Vollzeitschulen ergeben Kooperationen dann Sinn, wenn sie ein Ziel verfolgen und nutzenstiftend sind.

Welche Chancen und Risiken sehen Sie in den nächsten Jahren auf die beruflichen Schulen zukommen?

Als größtes Risiko für die berufliche Ausbildung betrachte ich die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft. Es gibt Prognosen, dass etwa der Bankenbereich auf 50 Prozent der jetzigen Stellenzahl schrumpfen wird. Daher kann es sein, dass der kaufmännische Ausbildungsbereich in diesem Sektor an Schülerzahlen verlieren wird. Die Digitalisierung sehe ich andererseits als Chance für uns, indem wir unsere Schüler mit modernen Arbeitsmethoden und -inhalten konfrontieren und vertraut machen, um so eine zeitgemäße Ausbildung anzubieten. Als weitere Chance sehe ich, dass wir, wie ein guter Handwerker, von Empfehlungen profitieren. Absolventen, die positiv von unserer Schule berichten, sind die beste Werbung. Als Lehrer lässt sich nur selten die Wirksamkeit des eigenen Handelns unmittelbar erleben. Wenn man dann von den Absolventen weiterempfohlen wird, hat das gute Chancen, uns stolz zu machen.

Ist die Lehrerversorgung im kommenden Schuljahr an der Kaufmännischen Schule gewährleistet?

Die Lehrerversorgung ist gut, wir sind in allen Bereichen mindestens befriedigend ausgestattet, in den meisten Bereichen sogar gut bis sehr gut. In wenigen Bereichen, wie beispielsweise der Digitalisierung, haben wir ein paar kleinere Lücken.

Wie wird die Schülerzahl im kommenden Jahr aussehen?

Erwartungsgemäß werden wir einen geringen Rückgang der Schülerzahlen bekommen. Es sind aber für alle Klassen die Mindestschülerzahlen erreicht, damit diese bestehen bleiben können.

Wie sieht der derzeitige Stand der Renovierungsarbeiten aus?

Wir sind dabei. Der Kran dreht sich! Bis zum Herbst sollte laut Plan die Dachsanierung abgeschlossen sein, damit wir zumindest keine Eimer mehr aufstellen müssen. In drei Jahren wird, nach derzeitigem Stand, mit der Innenrenovierung begonnen werden. Unterrichtsausfälle wird es nach jetzigem Stand keine geben.

Vom Softwareunternehmen in den Schulbetrieb

Stefan Rawe, der neue Schulleiter, stammt aus dem Emsland. Er studierte in Bielefeld Betriebswirtschaftslehre und wechselte 1999 nach Ulm zu einem Softwareunternehmen. 2002 nahm er an einem Umschulungsprojekt teil, das Betriebswirte mit IT-Kenntnissen für den Schuldienst mit der Fächerkombination BWL, VWL und Informatik vorbereitete. Ab Herbst 2003 unterrichtete er fünf Jahre an einer Schule in Horb am Neckar und ab 2008 an einer Ulmer Schule. 2013 wechselte der mit einer Journalistin verheiratete Rawe ans Regierungspräsidium Stuttgart.

Petra Niederberger ist gebürtige Rheinländerin und hat in Trier und Heidelberg Romanistik und Politikwissenschaften studiert. Nach ihrem
Referendariat in Stut­­t­gart ging sie an die John-F.-Kennedy-Schule in Esslingen. Sie wechselte an die Kaufmännische Schule in Göppingen, an der sie 18 Jahre unterrichtete. Nun bewarb sie sich als stellvertretende Schulleiterin an der Kaufmännischen Schule in Hall. Sie hat drei Kinder.

Autor Der Verfasser des Textes, Sebastian Gutbrod, ist an der Kaufmännischen Schule in Schwäbisch Hall für die

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

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