Am Montag ist das Bauunternehmen Ebert aus Abtsgmünd-Pommertsweiler mit zwei Kolonnen in Cröffelbach angerückt. „Das Wetter ist geradezu ideal für unser Vorhaben“, sagt Ingenieur Klaus Gehring vom Untermünkheimer Büro Bürgel. Er hat die Projekte zum Hochwasserschutz in der Wirtsklinge geplant. Gemeinsam mit Wolpertshausens Bürgermeister Jürgen Silberzahn macht er sich am Dienstag ein Bild von den Bauarbeiten.

Der Rechen ist schon installiert

Auch wenn die Bauarbeiten noch lange nicht abgeschlossen sind – Gehring geht von sechs Monaten Bauzeit aus – ist ein Baufortschritt zu sehen. Ein dreiköpfiges Team hat schon einen Stahlrechen installiert, der in Zukunft größere Steine und Gehölz daran hindern soll, die Verdolung unter der Landesstraße zu verstopfen. „Der Rechen wird noch fest einbetoniert“, erklärt der Planer. „Er ist aber so konstruiert, dass man ihn auch herausheben kann, um ihn im Bedarfsfall zu säubern.“

Rund 500 Meter bachaufwärts hat die zweite Baukolonne mit einer weiteren wichtigen Maßnahme begonnen: Einem zweistufigen Geröllfang, der ähnlich wie vergleichbare Bauten in Braunsbach konstruiert ist. Zurzeit wird aber eine stabile Mauer aus Natursteinen erstellt, der eigentliche Geröllfang folgt. Die Ränder des Bachverlaufs sind von Bäumen befreit worden. „Wir müssen hier ja auch mit schwerem Gerät rankommen“, sagt Gehring.

„Das wurde auch höchste Zeit“, sagt ein Cröffelbacher, der in der Ortsmitte lebt. Der Beginn der Bauarbeiten ist ihm gleich aufgefallen. Sein Haus war auch von den Wassermassen, die beim Unwetter vom 29. Mai 2016 durch den Ort geflossen sind, betroffen. Seinen Namen will er aber nicht in der Zeitung lesen. „Der Bauhof musste ja schon mehrmals die Verdolung freimachen“, erinnert er sich an die vergangenen Jahre. Er hofft, dass die jetzigen Maßnahmen ausreichen: „Das wird sich zeigen, wenn’s fertig ist.“ Die Verzögerung bei der Umsetzung der geplanten Arbeiten habe viele Cröffelbacher verärgert. Der Gemeinde könne man aber keinen Vorwurf machen, es habe an Geld vom Land gefehlt.

„Wolpertshausen hat bereits 2017 nennenswerte Unterstützung für den Ausbau der Klinge erhalten“, erklärt auf Nachfrage Sonja Hettich von der Pressestelle des Regierungspräsidiums Stuttgart. Zurückgestellt worden sei damals die Entscheidung über die Geröllfänge, weil wesentliche Grundlagen zur Bemessung und Erstellung solcher Bauwerke erarbeitet werden sollten. Das erforderliche Murgang-Modell habe Anfang 2018 vorgelegen. Die Gemeinde musste die Kosten neu berechnen und im März einen neuen Förderantrag stellen, der im April genehmigt werden konnte. Im Anschluss wurden die Arbeiten neu ausgeschrieben. Dabei ist es wegen der angespannten Lage auf dem Baumarkt zu weiteren Verzögerungen gekommen, ergänzt der Bürgermeister.

Ein neuer Ortsmittelpunkt

Nach Abschluss der Arbeiten am Rechen soll der Platz in der Ortsmitte neu gestaltet werden. „Eigentlich hatten wir einen direkten Zugang zum Bach geplant“, so Silberzahn. „Aber nach dem Unwetter 2016 war das Interesse daran nicht mehr ganz so groß.“ Rund 200 000 Euro werde die Gemeinde investieren, um einen schönen Ortsmittelpunkt zu schaffen. „Ich gehe davon aus, dass wir damit im Frühjahr beginnen können“, ergänzt Gehring.

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1000 Tonnen Natursteine für die Cröffelbacher Wirtsklinge


Für den Ausbau des Klingenbachs in Cröffelbach sollen rund 1000 Tonnen Natursteinblöcke verbaut werden. Sie dienen zur seitlichen Befestigung der Bachsohle. Dafür werden zum Einbau rund 290 Kubikmeter Beton verwendet. „Für die zwei Geschiebefänge im Bachverlauf werden insgesamt rund 130 Kubikmeter Beton und etwa 20 Tonnen Baustahl benötigt“, erklärt Ingenieur Klaus Gehring vom Untermünkheimer Planungsbüro Bürgel. Der erste Geschiebefang ist als 80 Zentimeter breite Stahlbetonmauer mit Fenstern geplant. Diese lassen Wasser und kleineres Geröll durch. Beim zweiten handelt es sich um einen sogenannten „vorgeschalteten dynamischen Geschiebefang“ mit einem flexiblen Stahlnetz, in dem sich im Fall der Fälle Geröll oder Geäst verfangen sollen.

Die Gemeinde hat schon im Jahr 2017 Zuschüsse nach den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft mit dem Höchstfördersatz von 70 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben erhalten: 489 700 von 699 535 Euro. Zudem gab es 140 000 Euro aus dem Ausgleichsstock. Die Geröllfänge sind nach Erstellung des Murgang-Modells mitgefördert worden. Dazu wurde die Zuwendung für die Klinge um 300 900 auf 790 600 Euro erhöht. noa